18 Feb 2018

Wintervalle - On Tour

Submitted by Bernd

Heute, am Sonntag, den 18. Februar 2018 und bei trockenem, nicht zu kaltem Wetter geht es endlich los. Die Wintervalle wartet; vielleicht auch auf mich ...!

Wer die Vorbereitungen nachlesen möchte: bitte hier entlang ...


Rechtzeitig aus den Federn, geht es bei knapp über null Grad und exakt 7:35 on tour, ist nach gut zwei Stunden Eisenberg erreicht; und Zeit für die erste Tank- und Kaffeepause. Auf dieser Tankstelle ist guter Netzempfang und den Expresso gibt es für einen Euro. So gegen 10 Uhr geht es dann weiter. Die nächste Pause wartet, ist kurz nach 13 Uhr München erreicht.

Bin von der Zeit her sehr gut unterwegs, war die Straße meist trocken und der Verkehr hielt sich in Grenzen. Kurz vor dem ziel, beinahe am Ortseingang ist daher noch Zeit zum Tanken, spare ich mir den Weg nach Samnaun am nächsten morgen - auch wenn da -zollfreie Schweizer Enklave- der Sprit noch etwas günstiger ist. Schon kurz nach 16:30 ist Prutz erreicht, kann das reservierte Zimmer im Gasthof Gemse übernommen werden. Ein Zimmer, deutlich größer als das von meiner Stammunterkunft in Pfunds. Dafür gibt es hier keinen Balkon; ist ja auch nicht so die Jahreszeit zum gemütlichen draußen sitzen.



Montag, der 19.02.2018:

Die Nacht war angenehm, auch extrem ruhig, das Internet funktioniert einwandfrei. So gibt es hier und hier den Blick aus meinem Zimmerfenster und pünktlich zur frühest möglichen Zeit (7:30) sitze ich beim Frühstück. Selbiges ist ebenfalls gut, gibt es ganz rustikales, dennoch nicht zu hartes Bauernbrot und ansonsten (fast) alles, was man sich so wünschen kann. Fast, weil mir persönlich auch Rüherei am Morgen ganz angenehm ist, dieses leider fehlte.

Gepackt hatte ich schon weitgehend und so stand dem Start gegen 8:32 und bei moderaten -1,5 Grad nichts im Wege. Die gut ausgebaute Straße hoch zum Reschenpass bzw. dem Abzweig in die Schweiz ist frei, nur bei Pfunds gibt es wegen der in den Bergen, an den steilen Felshängen ununterbrochen nötigen Sicherungsarbeiten einen kurzen Aufenthalt.

Die von mir gewählten Straßen sind weitgehend frei und auch der steil abwärts führende Malojapass ist passiert. Bei dem Ort Bondo, wo es im August zu einen massiven Felsabgang kam, sieht man die weiter oben den Ort damals einschließenden und nun abgetragenen Geröllmassen.

Die Grenze zu Italien wird gegen 11:17 erreicht und es geht nun in Richtung Chiavenna. Weil noch gut in der Zeit liegend, so entschließe ich mich diesmal für eine Variante. Statt wie sonst, wenn diese Route gewählt, auf der SS36 und durch viele lange Tunnel östlich am Lago entlang, so halte ich mich diesmal westlich des Sees auf der SS340 in Richtung Como; und mit kurzer Pause, kurzem Blick zurück.

Von den zu fahrenden Kilometern und der benötigten Zeit her mag diese Variante länger sein, aber dafür wird Mailand großräumiger umfahren, kommt man wesentlich weiter westlich dann auf die Tangentiale in Richtung Turin. Allerdings, im Sommer dürfte in den vielen kleinen Orten am See der Verkehr deutlich größer sein als zu dieser Jahreszeit, kommt man dann östlich durch diese, die Orte umgehenden Tunnel mit Sicherheit besser voran.


Dennoch, bereits kurz vor 17 Uhr hat mich die Valle wieder, kann ich den mir vertrauten Blick von der Galerie an meinem Zimmer, hinüber zur Kirche genießen.

Ok, viel weiter dann nicht, liegen die sonst so herrlich grünen. dicht bewaldeten Berge ab ca. 1500 Metern Höhenlage dann im Schneedunst.

 

Die gesamte Tour des Tages sah dann so aus.

 

 

 


Dienstag, der 20.02.2018:

Am nächsten Morgen, der gleiche Blick, das gleiche Motiv wie oben und von der Galerie vor meinem Zimmer aufgenommen. Nur eben gegen 10 Uhr vormittags und bei einer weniger wolkenverhangenen Bergszenerie. Wir planen zum Auftakt eine kleine Tour über den Ort Serre, der nordöstlich von San Damiano liegt, auf ungefähr 1200 Metern Höhenlage.

Die weiteren Eindrücke nebst kleinem Video sind in dieser Galerie eingefangen.

 

Mittwoch, der 21.02.2018:

Und wieder, der gleiche Blick, die gleiche Perspektive. Heute wird es erwartbar nicht so sonnig wie gestern, obwohl die Sicht zumindest im Tal noch einigermaßen gut erscheint. Mal schauen, was uns oben, oberhalb des Ortes Elva auf rund 2000 Metern erwartet. Im Herbst 2016 waren wir dort, konnten mit dem Auto bis zum Colle Sampeyre fahren und sind dann von dort zum Fuß des Chersogno, zum Lago Camoscere gewandert.

Die Auffahrt mit dem 4WD ist kein Problem, wie dieses Video zeigt. Aber kurz oberhalb von Elva und noch nicht auf Höhe des Colle ist dann Schluß, finden wir jedoch einen scheinbaren Einstieg in den Weg zum Colle Sampeyre. Mal besser mal schlechter vorankommend kämpfen wir uns hoch. Bei dem frisch gefallenen, lockeren Schnee nutzen mir meine Eiskrallen unter den Schuhen eher wenig, dem Freund seine Schneeschuhe dann jedoch sehr viel. Ein "must have" für das nächste Mal, diese Schuhe. Daher und überhaupt war es wohl meiner mangelnden Kondition geschuldet, dass wir es nicht bis zum Colle geschafft haben.

Dies und noch mehr an Eindrücken incl. zweier Videos in dieser Fotogalerie.

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Donnerstag und Freitag kommt viel Schnee ...

Den Donnerstag (22.02.2018), als dieses Bild entstand, den nutzen wir zu einer Einkaufstour und fahren in die Provinzhauptstadt Cuneo. Am Freitag wird der Schneefall stärker, bleibt also kaum mehr als zu relaxen, auch mal Schnee schieben; und sich auf das gemeinsame, die Tage abschließende Abendessen unten in der Bar zu freuen. Der Wirt hat extra wegen uns die Köchin aktiviert, waren wir und bis auf sporadische Barbesucher die einzigen Gäste.

Hinten an der Wand hängt ein ziemliches Meisterwerk, hier in aller Schönheit  und von einem Maler, den meine Wirtin für die Valle entdeckt hat. Es zeigt den mir mittlerweile gut bekannten Rocca Provinziale oberhalb von Chiappera. Der kleine Kamin in der Gaststube ist aktiv und gibt uns Wärme, lassen wir also den Abend mit einem Glas Wein ausklingen


Samstag, der 24.02.2018:

In der Nacht hat es wieder stark geschneit, hält der Schneefall noch an und trotz dem 4WD kann ich nur mit Mühe noch vor 9 Uhr den Hof zu verlassen und mich auf den Weg, auf die knapp 400 Kilometer zur reservierten Unterkunft in der Nähe des mir von zwei Aufenthalten her bereits bekannten Idrosee machen. Auf der ebenfalls mit viel Neuschnee bedeckten Talstraße bin ich allein unterwegs (Video) und erst ab Dronero lässt der Schneefall langsam nach.

Zu dieser Zwischenübernachtung in der Nähe des Idrosee sind ein paar Worte zu sagen. So habe ich bereits zweimal, im Juni und im Oktober 2016 auf dem Rückweg aus der Valle dort für mehrere Tage Station gemacht, dies hier und hier dokumentiert. Beide Quartiere standen diesmal nicht zur Verfügung, bin ich außerdem immer gern für Neues zu haben; erst mal zu Testen für eine Nacht und dann irgendwann vielleicht für länger.

Als ich auf besagter/verlinkter Rundtour im Juni 2016 von Gargano am Gardasee zurück zum Idrosee unterwegs war, da führte die schmale Straße hoch über die Berge zwischen den zwei Seen und durch eine faszinierende, einsame Landschaft, von mir später als Valvestino identifiziert. In dem kleinen Ortsteil Persone und etwas nördlich von Moerna fand ich vorab und wie üblich via dem Internet eine preiswerte Unterkunft. Bei den knapp 400 Kilometern aus der Valle war die kleine Pension bereits kurz vor 15 Uhr erreicht, ist bei anhaltend schönem Wetter daher gar noch Zeit für eine kleine Wanderung;

und wird in dieser Galerie nebst kurzem Video dann eingefangen.

Nach knapp zweieinhalb Stunden bin ich wieder zurück, gibt es nach der Dusche lediglich einen kleinen Imbiss; und dann wartet das Bett. Das Zimmer selbst ist für eine Übernachtung im Winter und zu dem Preis (40 Euro incl. Frühstück) auf jeden Fall akzeptabel. Bei einem mehrtägigen Aufenthalt hätte ich dann doch gern etwas mehr Platz, bei schönem Wetter auch einen Balkon mit guter Sicht zum abendlichen Sitzen im Freien. Das alles bietet dieses Zimmer nicht, das Haus insgesamt wohl nicht.

 

Sonntag, der 25.02.2018:

Bei den erwähnten, weiter oben verlinkten Aufenthalten am Idrosee habe ich anschließend jeweils eine schöne Tour auf kleinen Straßen und steilen Pässen hinter mich gebracht, dann anschließend und vor der Rückfahrt nach Berlin einen weiteren Zwischenstopp in Pfunds am Reschenpass eingelegt. Diesmal entscheide ich mich anders, dürften diese kleinen Straßen und Pässe wohl weitgehend auch gesperrt sein.

Das Navi will mich weiter östlich zum Gardasee schicken, dann über den Brenner und weiter über Kufstein und Rosenheim. Es sind gut 1000 Kilometer bis Berlin und dafür werde ich wohl 11 bis 12 Stunden benötigen. Man weiss es nicht, wie das Wetter sich wirklich entwickelt, die Verkehrsverhältnisse sich darstellen und wie schlußendlich mein mentales Befinden sich zeigt. Vorsichtshalber suche ich mir aus dem Fundus meiner Touren einige Adressen incl. Telefonnummern in der Gegend von Hof/Bayern heraus, würde dann und nicht das erste Mal dort in der Gegend eine weitere Übernachtung einplanen wollen bzw. müssen.

Ansonsten und obwohl im Besitz einer noch gültigen Viginette für Östereich mag ich den Brenner eigentlich meiden; auch den Gardasee. Ich entschließe mich also, wieder runter zum Idrosee zu fahren, dann westlich hoch am See und erst wesentlich weiter nördlich orientiere ich mich hin zur Berennerautobahn. Diese fahre ich dann nur ein kurzes Stück, geht es dann über Meran und eben den nicht so hoch gelegenen, offenen Reschenpass, den Landecker Tunnel und nach einem kurzen Stück auf der Inntalautobahn über den Fernpass und Garmisch nach München. Dann über den am Sonntag glücklicherweise relativ gut befahrbaren mittleren Münchner Ring und schließlich auf die A9 in Richtung Berlin.

Lange Rede klares Ergebnis:  das war die Tagestour.

Das Frühstück gab es erst ab 8 Uhr, erst nach entsprechendem Klopfen beim Wirt. Ok, hatte vorher bereits den Wagen reisefertig gemacht, das Gepäck verladen. Also dann das schlichte, mir jedoch mittlerweile beinahe ausreichende italienische Frühstück zu mir genommen, bezahlt und ab geht die wilde Fahrt; gegen 08:21 und bei minus 2 Grad - erst mal die Serpentinen runter zum Idrosee.

Ja, was soll man noch sagen? Das Wetter wurde ab Meran immer besser, der Verkehr hielt sich in Grenzen und mein Befinden, ganz subjektiv erlebt, war ebenfalls gut. Hof/Rehau etc. konnten als weitere Übernachtungsmöglichkeit aussen vor bleiben und kurz nach 21 Uhr war Berlin erreicht; zwei Grad kälter gar noch als morgens in Persone auf knapp 1000 Metern Höchenlage.

Abschließend die obligatorische Zusammenfassung der gefahrenen Kilometer (2950) und des Verbrauchs (7.0 ltr/100km) an Dieselkraftstoff.


Die nächste Valle-Tour erfolgt nach momentaner Planung im September 2018 - und vorher kann noch viel passieren ...

Kommentare

Hallo Bernd,
in unserer Jugendzeit gab es den Schlager "Mit 17 hat man noch Träume...", in Deinem heute
avanciertem Alter, das hier aus Pietätsgründen besser unter uns bleibt, "wachsen nicht mehr
alle Bäume in den Himmel der Liebe" - sondern auf schneebedeckten Bergwipfeln-, die Dich
immer wieder vor Herausforderungen stellen. Dein schon ledendäres Schweißband und die
professionellen Spikes an den Schuhen lassen erahnen, dass Deine Kondition mal wieder ge-
fordert wird, Dein Freund Bernd M. wird gewiss im Sturmschritt voranmarschieren - hänge also
nicht allzu weit zurück!
Für den heutigen Tag wünsche ich Dir einen feuchtfröhlichen Geburtstag und natürlich alles
Gute und hoffe, dass Ihr die geplante Tour so über die Runden gebracht habt, dass Ihr leicht
erheitert den Tag ausklingen lassen könnt.

Bis bald - viele Grüße an Bernd und Bernd!

Martin P.

Bild des Benutzers Bernd

Auf der Tour oberhalb von Elva musste ich mich zurückhängen lassen. Das war sowohl meiner eher fehlenden Kondition, als auch den mir ebenfalls fehlenden Schneeschuhen (siehe das Video) geschuldet. Bei einem derart weichen, tiefen Neuschnee helfen die Spikes wenig.

Das wird natürlich, soweit im nächsten Winter eine Wiederholung folgt, dann gaaanz anders; werde ich mir rechtzeitig derartige Schneeschuhe beschaffen.

Gruß, und dem gemeinsamen Theaterbesuch steht nun nichts mehr im Wege ...

Bernd