13 Mai 2018

Nordland 2018 / On Tour

Submitted by Bernd

Nach 2014 und 2015 wird dies nun die dritte Tour in den hohen Norden. Der Schwerpunkt soll diesmal auf Finnland liegen; aber man weiss ja nie ...

Vorab und zur Vorbereitung der Tour bitte hier entlang ...


Zwischen 22 und 01 Uhr kann man in Travemünde auf der Finnlady nach Helsinki einchecken, so steht es zumindest in der Buchungsbestätigung, war jedoch das Entern des Schiffes schlußendlich erst nach 23 Uhr möglich. Den gewissen Sicherheitspuffer eingeplant wird es reichen, Berlin gegen 18 Uhr zu verlassen. So fahre ich am Montag (07.05.2018) und bereits gegen 17:21 losgekommen, gar noch den kleinen Umweg (Video) über den südlichen Berliner Ring -natürlich mit vielen LKW- erspare mir so jedoch das Gewühl quer durch die Stadt im Berufsverkehr; was mir das Navi nahe legt ...

Das Gate nach Helsinki ist erreicht, genau hier und auch die unvermeidlichen Camper sind schon da, im Video eingefangen.
 

Sieht aus wie die Lobby von einem Hotel; ist ja auch eines ...

Die Decks sieben bis neun sind der faktische Hotelbereich und meine Kabine liegt eben auf diesem Deck neun. Habe schon lange nicht mehr in einer Schiffskabine übernachtet, hatte etwas Sorge.

Aber hier ..., kein Brummen, kein Vibrieren und da die See absolut ruhig war, so merkte ich nichtmal, als es gegen 3 Uhr in der Früh dann losging. Beim nächsten Mal gehe ich vorher noch in die Sauna, aber diesmal war nach erfolgreichem Einchecken gegen ein Uhr bereits die Koje angesagt. Ansonsten zwei Videos:

Die Anfahrt auf Helsinki und das Verlassen der Fähre.

<-- auf das Bild klicken um in die Galerie zu gelangen

 

Mittwoch, der 09.05.2018:

In Finnland ist man gegenüber unserer deutschen Zeitrechnung bereits eine Stunde weiter und ehe das Straßengewirr von Helsinki endlich hinter mir liegt, dann ist es bereits 10:30 - eine kleine Pause zur Sortieren, für die weitere Planung angesagt. Warum soviele Russen (gemäß der Auto-Nummernschilder) auf dem Schiff waren, das wurde mir jetzt sehr deutlich. Keine 300 Kilometer sind es noch bis St. Petersburg auf relativ gut ausgebauter Straße. Die Alternative über Polen und die baltischen Staaten, dann eine lediglich kurze Fährverbindung von Tallinn nach Helsinki, das hatte ich auch erwogen; und dann wieder verworfen. Ist weder finanziell noch vom sonstigen Aufwand und Stress her eine Option.

Herausgesucht für die erste Nacht in Finnland habe ich das Hamina Camping, rund 100 Kilometer östlich von Helsinki gelegen und außerdem direkt am Meer; nach dem Navi genau hier. Deutlich jenseits der viel befahrenen Straße nach St. Petersburg, da sollte einer angenehmen Nachtruhe kaum etwas im Wege stehen. Klein, aber (fast) alles d'rin, in der Hütte und mit 45 Euro die Nacht durchaus im Rahmen des Erwartbaren. Die Nummer 5 ist dann mal meine, zumindest für diese Nacht.

Erst mal den Kühlschrank aus der Kühlbox heraus bestücken, und dann ein schlichtes Mal zubereiten. Ohne Kochplatte(n) ist zumindest eine kräftige Nudelsuppe d'rin und einen Nachtisch geben die mitgebrachten Vorräte ebenfalls noch her. Das WLan funktionierte, wenngleich wenig performant und nicht wenigen Abbrüchen. Ansonsten, wie es drinnen und insbesondere draussen dort aussieht, das ist in dieser kleinen Galerie nebst Video dokumentiert.

 

Donnerstag, der 10.05.2018:

Die Nacht war ruhig und dennoch geht es heute weiter. Das Bett war eine enge Koje und die darüber (Doppelstock) liegende Schlaffläche so niedrig angeordnet, dass ich mich beim Ein/Austeigen beinahe rollen musste. Außerdem brummte der Kühlschrank derart unangenehm, dass ich ihn später in der Nacht einfach abschalten musste. Ok, alles Dinge, die mir als "Profi" nicht unbekannt sind. Nur wenn ich die Wahl habe, dann ...

Relativ früh geht es los, liegen rund 250km vor mir. Drei Campingplätze habe ich ins Auge gefaßt, sollte es einer dann schon werden. Bei dem ersten Platz war bereits die Zufahrt noch verriegelt, während bei dem zweiten, halbwegs offen aussehenden Platz niemand zugegen war, auch keine Telefonnummer irgendwo angeschlagen. Dennoch habe ich mir den Platz, die Hütten und die Sanitäreinrichtungen natürlich angesehen; soweit das möglich war.

Den dritten Platz, wohl meinem Unvermögen geschuldet, den konnte ich zunächst nicht finden, suchte östlich der Hauptstraße Nr. 6 in Richtung Russland, während der Platz doch westlich lag. Gut zu erkennen auf der Karte, dass sich die finnisch-russische Grenze mitten durch die Seeenlandschaft zieht. Also erstmal eine Tankstelle angesteuert, nach dem Tanken noch etwas sortiert und dann mit dem Smartphone interaktiv und ergänzend zum Navi des Autos die Route gesucht.

Ruokkeen Lomakylä wird schlußendlich erfolgreich gefunden, und dies dann meine Hütte. Ein relativ großer Platz mit Restaurant und diversen anderen Einrichtungen. Im Sommer ist touristisch hier bestimmt die Hölle los. Meine Hütte war die kleinste dort, kostete für die erste Nacht 52 Euro und -weil alles passte blieb ich zwei Nächte- nahm mir der Chef für die zweite Nacht lediglich 50 Euro ab. Flache breite Betten, Küchenecke mit Kochplatten und ein schöner Tisch zum Essen, draussen auch eine gute Sitzgelegenheit für den Abend. Die meisten Hütten, auch die größeren, sind noch nicht belegt, dafür tummeln sich dort einige Camper mit ihren Fahrzeugen. Primär gut befestigt abgestellte Wohnwagen, anstelle von Wohnmobilen; also eher sog. Dauercamper..

Einsame Abendstimmung auf dem Campground; um diese Jahreszeit noch ganz ohne Kinder ...

 

Freitag, der 11.05.2018:

Heute ist Ausschlafen angesagt, und dann ein ruhiges, längeres Frühstück mit allfälliger Internetrecherche. Ja, auch das WLan ist hier halbwegs performant. Nach einem Blick auf die Karte, unterstützt eben durch die geografischen Infos aus dem Internet, so entschließe ich mich zu einer Wanderung an die Spitze dieser kleinen Halbinsel, welche in den See hinein ragt. Nach dieser Karte dürften das insgesamt  rund fünf bis sechs Kilometer werden, mit einigen Pausen vielleicht zweieinhalb bis drei Stunden dauern.

Eine im Wortsinne Gratwanderung. Links runter zum Wasser, rechts runter zum Wasser - und dann noch ein Video ...

 

Samstag, der 12.05.2018:

Kurz nach 9 Uhr geht es los, liegen rund 300km vor mir. Es wurden dann jedoch einige mehr, bald 400 und nur der Zufall brachte mir einen Campingplatz, den ich garnicht auf dem Plan hatte. Der erste der ausgeguckten Plätze war noch geschlossen, schon das letzte Stück des Weges dorthin mit einer verriegelten Schranke versehen. Ein anderer Platz in der Nähe und zufällig die Hinweisschilder gesehen, er war zwar begehbar, aber niemand dort, nichtmal eine Telefonnummer.

Der dritte dann, auch spontan den Hinweisschildern gefolgt, lag rund zehn Kilometer abseits der Hauptstraße und die letzten Kilometer ging es gar noch auf einem unbefestigten Weg. Schön ..., aber die hatten dort nur große Hütten; jenseits der 100 Euro die Nacht. Das muss nicht sein, also weiter. Jetzt kam ein Platz, den ich zwar auf meiner Roadmap hatte, der mir jedoch nun nicht so schön gelegen war, zu urban und ohne Ambiente. Und dann wurde ich auch noch geblitzt, war wohl etwas über den dort erlaubten 80km/h.

Und dann wieder so ein Hinweisschild auf Miethütten. Wenn es absehbar nicht zu weit von der Straße weg führt verfolge ich das schon mal. Und dieser Platz lag nichtmal einen Kilometer seitlich meiner Route und schien auch noch nicht in Betrieb; war es dann doch, dieser hier ...

Es gab dort schöne Hütten direkt am See und ich war -erkennbar- der einzige Gast. Die freundliche Chefin nahm mir lediglich 45 Euro die Nacht ab. Und das wurde sie dann, die Hütte für ebenfalls zwei Nächte. Eine komplette Kochecke war vorhanden, ein große Tisch und sowohl ein breiter Doppestöcker, als auch ein angenehm zu nutzendes Einzelbett. Lediglich der Sanitärbereich war etwas abseits gelegen, musste jeder Toilettenbesuch schon gut geplant werden. Andererseits und nur wenige Schritte von meiner Hütte entfernt, direkt am Wasser gelegen, da gab es einen offenen Ess- und Grill/Kochplatz, der sogar mit einem Waschbecken und frischem Wasser dienen konnte.

 

Sonntag, der 13.05.2018:

Also (fast) alles im grünen Bereich lediglich das WLan zickte manchmal. Die Nacht war ruhig und dieses bzw. jenes Bild entstand am nächsten morgen; sehr früh, so zwischen vier und fünf Uhr. Danach ging es dann nochmal in die Koje, ehe so gegen zehn Uhr am Vormittag ein gutes Frühstück zu genießen war.

In meiner (gewissen) Einfalt nahm ich mir anschließend vor, etwas am See entlang zu wandern, diesen vielleicht sogar zu umrunden. Hätte erkennen sollen, dass es weiter draussen auf dem See so richtig strömt, es eher ein Flußlauf sein könnte. Ok, gleich zum Auftakt und bei Überquerung des kleinen Zufusses an meinem Haus versank ich knöcheltief im Schlick; und so ähnlich ging es dann weiter ... Die Wiesen waren noch bis fast unter die Grashalme vollgesogen mit Wasser, ist die Schneeschmelze noch nicht lange her, lagen an schattigen Stellen immer noch einige Schneehaufen. Und weil der Boden wahrscheinlich noch gefroren ist, so kann das Wasser auch nicht richtig einsickern.

Kurzum, nachdem ich mich über gut zwei Stunden durch dieses Terrain gekämpft hatte, gab ich auf; und orientierte mich für den Rückweg etwas weiter westlich, mehr hin zur Hauptstraße, an der ich dann das letzte Stück und trockenen Fußes zurücklaufen konnte.

 

Montag, der 14.05.2018:

Heute, darf auch mal sein, klappte es mit dem auserkorenen Campingplatz, diesem hier. Und auch die 242 Kilometer dorthin waren überschaubar. Allerdings auch dort, niemand da, wenngleich der Sanitärbereich und auch die Gemeinschaftsküche offen und wohl betriebsbereit waren. Und es gab an der Rezeption eine Telefonnummer. Die Frau am anderen Ende der Leitung meinte, ich sei zwar der einzige Gast, solle mir schon mal die Nr. 1 -diese hier- nehmen; und der Schlüssel liegt unter der Fußmatte. Das Rustikalste, außen wie innen, was mir in Sachen Hütten über die Jahre untergekommen ist. Dennoch, den gewohnten Mindeststandard an Technik, gab es hier. Selbst die Rezeption, die Sanitär- sowie Küchenhäuser waren in diesem Stil gehalten. Das Ganze dann hier, fängt etwas weiter nördlich Lappland an.

Gegen 18 Uhr kam die Chefin des Platzes, rief 49 Euro für die Nacht auf. Ich belegte spontan gleich zwei Nächte, ganz gegen meine sonstige Reserviertheit, des erst mal schlafen und dann am nächsten Morgen entscheiden. Klar auch hier war ich wieder der einzige Gast auf dem Campground, ist das wohl nichts für ängstliche Naturen.

WLan gab es da nicht, aber der Empfang via Mobilfunk war einmal mehr recht performant. Das ist mir eh' bereits 2014 und 2015 aufgefallen, dass die Funkabdeckung hier in der Einsamkeit des Nordens deutlich besser ist als in manchen ländlichen Gegenden Deutschlands. Vielleicht auch als ein gewisser Sicherheitsaspekt zu verstehen, sich jederzeit über das Navi im Smartphone orientieren zu können, ggf. versuchen, Hilfe zu rufen.

 

Dienstag, der 15.05.2018:

Die Nacht war gut, extrem ruhig und lediglich, wie im Bild weiter oben zu sehen, hier gern wiederholt, die niedrige Koje machte das Ein- und Aussteigen etwas schwierig. Andererseits, nach oben -und wieder runter- zu klettern ist auch nicht so mein Fall.

Nach einem ausführlichen Frühstück wurde es Zeit, den weitläufigen Campingplatz zu entdecken, war er ebenfalls an einem Fluß gelegen. Es gab, wie auf den Plätzen oft gesehen, eine offene Feuerstelle  und von dem noch durch Schnee begleiteten, sehr großen Saunahaus kann man über eine Holztreppe gleich runter zum Wasser gelangen. Insbesondere an den schattigen Stellen lagen natürlich noch Schneehaufen, darf man sich von dem aktuell schönen Wetter nicht täuschen lassen. Schlußendlich ward das Ganze dann in einem kleinen Video eingefangen.

Nach dem Mittagsmal und einer kleinen Ruhepause in der Koje geht es dann nochmal raus, jenseits des Campingplatzes über einen Höhenzug und am Rande eines optisch beinahe bis zum Horizont reichenden Steinbruches (den ich umrunden wollte) entlang. Relativ dichter Wald folgte den immer mal lichten Abschnitten und nach knapp drei Stunden hatte ich auch den Steinbruch geschafft, war wieder zurück an meiner Hütte.

Ok, der Tag kann ausklingen ...

 

Mittwoch, der 16.05.2018:

Gestern abend, während der Recherche zum weiteren Verlauf dieser Tour fiel dann die Entscheidung, nicht noch weiter nördlich hoch zu fahren, sondern mich westlich in Richtung Oulu zu halten. Das wiederum gibt mir dann die Option, oben über das Nordende des finnischen Meerbusens in Richtung Schweden, Norwegen zu fahren; oder an der finnischen Westseite südwärts. Die dahingehende Enscheidung wollte ich auf dem nächsten Campingplatz treffen, der mir lt. dem ADAC-Campingführer von 2014 als geeignet erschien. Dass zu diesem Platz nichts Aktuelles im Internet zu finden war, das hätte mich stutzig machen sollen ...

Kurz nach 8 Uhr geht es los und die angezeigten 97 Kilometer bis zum anviserten Ziel in der Nähe des Ortes Olhava wären dann die kürzeste Tagesetappe dieser Tour geworden. Wären ..., denn es kam anders. Der Platz war gemäß der Angaben des erwähnten ADAC-Büchleins leicht gefunden; nur war da kein Campground (mehr). Eine von Gestrüpp überwucherte Reception, ehemalige Sanitärgebäude dito und ansonsten Brachland. Dieser Platz wird offensichtlich nicht mehr betrieben.

Zurück zur Haupstraße, zur Küstenstraße nach Oulu (oder eben nordwärts) und dann den nächsten Rastplatz (mit Mobilfunkempfang) angesteuert. Nun muß ich on the fly entscheiden, kann es mir nicht in einer Campinghütte und bei einem kühlen Glas Wein gemütlich machen. Nordwärts und dann westlich könnte ich bis Lulea in Schweden fahren, ggf. wieder in dem gleichen Haus übernachten wie 2015 bei meinem Weg hoch zum Nordkap. Ein freies Zimmer dort in Lulea -alternativ ein weiteres- waren schnell gecheckt, sollte die Fahrt gut drei Stunden beanspruchen.

Die andere Option wäre diejenige, südwärts zu fahren und zuerst mal einen Campingplatz in Oulu ansteuern.Später, den Tag darauf dann über Vaasa mit der Fähre nach Schweden. So hatte ich ja auch ursprünglich mal geplant. 

Letzte Option wäre die Rückfahrt nach Helsinki und dann wieder auf die Fähre nach Travemünde. Schweden und insbesondere das Fjordhopping an der norwegischen Atlantikküste müssen dann eben auf das Jahr 2019 warten.

Tjaa ...

Und nicht zuletzt, insbesondere weil die Überfahrt von Travemünde nach Helsinki so angenehm war, entschied ich mich für die dritte Option. Ein Anruf bei dem bereits für die Hintour einen guten Job (und guten Preis) gemacht habenden Vermittlungsbüro und der neue Deal war perfekt. Der gleiche Preis auch für die Rücktour und ich konnte wählen, ob am 20.05. (Sonntag) oder am 21.05. (Montag). Ich entschied mich für Montag, wollte dann doch noch etwas mehr von Finnland, eben diesmal nur Finnland, genießen. Das wären dann also noch fünf Nächte für wenigstens zwei, ggf. auch drei Campingplätze.

Den Platz in Oulu habe ich gleich wieder verworfen, war er mir einfach zu urban gelegen, erkennbar touristisch frequentiert. Stattdessen und nach einer weiteren Recherche auf einem Rastplatz südlich von Oulu entschied ich mich, das Emolahti Camping anzusteuern. Mit Sicherheit während der Saison ebenfalls touristisch stark frequentiert, aber jetzt sollte das wohl noch nicht so schlimm sein. War es auch nicht, hatten die mit der Nummer 14 sogar eine passende Hütte für mich; und zu 49 Euro die Nacht wirklich nicht teuer. Allerdings waren es statt der ursprünglich geplanten 97 Kilometer dann mehr als 300 geworden; auf dieser Route und dann genau hier gelandet.

Alles passt, alles funktioniert und auch der Küchen- bzw. Sanitärbreich ist nicht weit. Morgen früh mal schauen, könnten es hier auch zwei Nächte werden.

 

Donnerstag, der 17.05.2018:

Ja, es werden dann zwei Nächte, gerade bei der Chefin für die zweite Nacht bezahlt. Vormittags ist noch etwas Relaxen angesagt und am Nachmittag dann eine kleine Wanderung am See. Den zu umrunden wäre kaum machbar, sind rund 60 Kilometer;meint die Frau an der Reception.

Erstmal ausschlafen, gemütlich frühstücken; danach vielleicht noch ein Schläfchen, ehe es Zeit für das Mittagessen wird. Ein Lotterleben, eben.

Nachmittags dann eine Wanderung am See, kann man diese mit Toilette, Dusche, eigener Sauna, Küche etc. ausgestatteten Hütten ebenfalls mieten, kosten in der Regel jedoch jenseits der 100 Euro die Nacht, ist dann eher etwas für Familien; nichts für Naturburschen wie mich ...

Das Wasser in dem eher stehenden Gewässer scheint bereits einigermaße warm zu sein; planschen erlaubt. Für mich vielleicht eher das Ding, via der direkt am Ufer liegenden Gemeinschaftssauna über diesen Holzsteg ins Wasser zu springen; wo man wenigstens den Grund noch sehen kann. Hatte an der Reception Bescheid gesagt, dass ich Interesse an Sauna habe. Nur wegen mir allein heizen sie den wirklich großen Saunaraum nicht an; und sonst war wohl gerade niemand mit entsprechendem Interesse dort. Dennoch lohnte es sich schon, so meine ich, die Szenerie in einem kleinen Video einzufangen.

 

Freitag, der 18.05.2018:

Habe mir für heute und mit spätem Start (kurz vor 10 Uhr) wieder zwei Optionen herausgesucht, liegt der erste Platz sogar nur 76 Kilometer entfernt. Und klar, mal wieder einer von denen, die ich nicht gefunden habe. Dafür jedoch, mit einem Abstecher von rund fünf Kilometer jenseits der Hauptstraße. fand ich einen offensichtlich existierenden, ebenfalls am See gelegenen Platz, der allerdings noch geschlossen war. Also weiter ...

Irgendwann am frühen Nachmittag war Ahvenlampi Camping erreicht. Hat eine ansprechende Internetseite und offensichtlich viele Hütten verschiedener Größe. Es sah auf den ersten Blick jedoch ebenfalls so aus, als wenn dort noch geschlossen ist. Während ich so im Auto vor der Reception sitze und wie üblich den Mobilfung-Empfang bzw. ein ggf. vorhandenes WLan checke, da kommt ein Mann, der Chef wohl, auf mich zu. Ja, kleine Hütten zu 45 Euro die Nacht hätte er und auch der Sanitärbereich sei bereits in Betrieb.

Ok, passt, die nehmen wir!

Und der Abend kann kommen ...

Mal wieder eine ganz andere Perspektive.

Der Blick von meiner kleinen Terasse auf den ebenso kleinen See, in dem die Abendsonne glitzert und die Mücken noch im Werden, noch nicht stechbereit sind.

 

<-- Alles Weitere in einer Bildergalerie - give 'em a click ...

 

 

 


Samstag, der 19.05.2018:

Klar, auch hier darf es noch eine weitere Nacht sein. Während ich bezahle, mit dem Chef etwas plaudere, da erzählt er mir von einer schönen Rundwanderung, zu der ich direkt vom Camingplatz aus aufbrechen könnte. Wohl genau das Richtige für den heutigen Tag.

Es geht, wie könnte es anders sein, an einem See entlang, teilweise und wegen der steilen Stellen, mit einem Geländer (Video) flankiert.



Sonntag, der 20.05.2018:

Hatte überlegt, hier noch eine dritte Nacht zu bleiben, ehe es am Montag auf die Fähre geht. Sind rund 400km bis Helsinki und spätestens um 15 Uhr (Abfahrt 17 Uhr) muss ich zur Einschiffung da sein. Das ist alles möglich, aber vielleicht geht es noch stressfreier, vielleicht gar mit einem letzten, abschließenden Höhepunkt, was diese Tage in den Hütten betrifft.

Habe mir wieder zwei Alternativen ausgesucht, lasse es gegen 9:30 auch ruhig angehen; sind ja lediglich 79 Kilometer bis zum ersten, ausgeguckten Platz. Diese wenigen Kilometer hatten es allerdings in sich, ging es -womit man in Finnland und abseits der Hauptstraßen immer rechnen muß- ein ganzes Stück über unbefestigte Lehm- und Schotterstraßen. Einsam sowieso, eine Panne könnte man hier nicht so gut gebrauchen. Und da war an dem Sonntag-Vormittag außer mir nur noch ein kraftvoll strampelnder Biker unterwegs.

Der erste Platz war geöffnet, sogar frequentiert und bot die bekannten einfachen Hütten zum entsprechenden Preis. Der nahe See darf natürlich nicht fehlen und von den Temperaturen her war sogar Zelten möglich. Keine Ahnung, warum ich dort nicht geblieben bin, war vielleicht noch zu früh am Tag; oder vielleicht schon zu normal. Und die Beschreibung des nächsten, weiteren Platzes klang vielversprechend ...

Den anderen Platz, etwas näher an Tampere, habe ich kurz nach 13 Uhr erreicht. Haapasaari-Camping (mit fünf "a" geschrieben) liegt auf einer durch einen Damm mit dem Festland verbundenen Insel im See, nahe dem Ort Ruovesi. Die Chefin sprach deutsch und es gab -prinzipiell- drei Typen von Hütten; wobei die mittlere Größe, also dijenige welche mich im Normalfall interessiert hätte, noch nicht geöffnet war. Die kleine Hütte schaute ich mir an, klang zwar mit 40 Euro erstmal nicht schlecht, war jedoch im Wortsinne mini; und hatte neben den zwei Betten nichts - in Worten nichts! Keinen Tisch, keinen Stuhl, keine Kochecke; ein winziges Fenster und nichtmal eine Terrasse.

Zurück zur freundlichen Chefin, den Schlüssel wieder abgegeben, machte ich mich gedanklich schon bereit für die Weiterfahrt. Aber da machte mir die Frau an der Reception ein Angebot, bei dem ich nach kurzer Prüfung bzw. Besichtigung nicht nein sagen konnte. Eine der großen, komplett ausgestatteten Hütten, normalerweise jenseits der 100 Euro/Nacht, die könnte ich für 70 haben; Bettwäche und Endreinigung eingeschlossen, dito die private Sauna.

Das Mittlere der drei Häuser wurde es dann!

Und genau richtig für das notwendige Sortieren wegen der morgen anstehenden Fährpassage. Da muß schon alles Notwendige griffbereit sein, weil der Zugang zum Autodeck während der Überfahrt nicht möglich ist.Die Tasche, der Rucksack und die Kühlbox werden überprüft und entsprechend neu gepackt.

Aber erstmal ein schönes Mittagsmal zubereitet, dann einen ausführlichen Rundgang auf dem Campingplatz absolviert und so gegen 17 Uhr die Sauna angeheizt. Herrlich, drei Gänge mit Aufguß und nächstes Mal muss ich mehr Aufgussmittel mitnehmen ...

So kann der Abend gern ausklingen und auch die Terrasse ist dafür mehr als geeignet; alles Weitere in dieser kleinen Fotogalerie ...


Montag, der 21.05.2018:

Bis zum Fährhafen in Helsinki sind es lt. meinem Navi lediglich noch 243 Kilometer. Das sollte dann eine ruhige Fahrt, ohne jeden Stress sicherstellen. mehr noch, ist die avisierte Ankunftszeit (13:20) eigentlich viel zu früh, kann lt. Buchungsplan eh' erst an 15 Uhr eingecheckt werden.

Also erstmal fahren und dann ggf. eine größere Pause machen. Ok, und das mit dem Kaffee an der Tankstelle klappte ebenfalls. Um Helsinki herum wurde es verkehrstechnisch dann etwas dichter; erwartbar wohl. Alles weiterhin im Plan und noch vor 15 Uhr ist der Fährhafen erreicht. Dennoch, nix mit einchecken, das begann dann erst deutlich nach 16 Uhr. Und los geht's ....


Dienstag/Mittwoch, der 22./23.05.2018: 

Nach dem abendlichen Saunabesuch und der angenehmen Nacht in meiner Koje/Kabine erwacht der nächste Tag über der Finnlady. Ohne den starken Wind wäre es auf dem Oberdeck mit Sicherheit noch angenehmer. Nicht weniger angenehm und fast schon wieder zuhause - das hier ...

Noch vor 22 Uhr und dank der nun wieder gewonnenen einen Stunde wird das Schiff verlassen, geht es in Richtung Berlin. Gut 300 Kilometer liegen gemäß dem Navi noch vor mir und mit 01:21 Uhr ist die Ankunft auch nicht mal zu spät / zu früh prognostiziert. Eigentlich fühle ich mich fitt, müsste das nach dem erholsamen Tag auf See, dem entsprechendem Mittagsschläfchen auch so sein.

Dennoch, jenseits der Mitternacht wurde es dann schon ganz schön hart, musste ich erstmal den nächsten Rastplatz ansteuern, einen eher bitteren Kaffee zu mir nehmen. Aber dann, Ende gut, Alles gu, war mein Domizil gegen 01:33 erreicht; angenehme 17 Grad hier, mitten in der Nacht.

Die Tourbilanz darf nicht fehlen und wegen der zwei Fährpassagen halten sich die gefahrenen 2738 Kilometer noch in Grenzen. Und 6,3 Liter Diesel auf 100 Kilometer ist auch nun kein wirklich umweltschädlicher Wert, oder? Pläne für nächstes Jahr habe ich natürlich auch schon. Hin genauso, von Travemünde nach Helsinki, vielleicht ein bis zwei Wochen säter im Jahr als dieses Mal. Und dann eher gradlinig hoch, Finnland lediglich in nordwestlicher Richtung querend und angefangen mit den Lofoten, ausgedehnter als 2015, dann das bereits für dieses Jahr angedachte Ferryhopping an der norwegischen Atlantikküste

Bleibt mir gewogen, alle die hier mitlesen ....

Kommentare

sieht alles nach schöner, klarer, kalter luft aus ... und nach vielviel ruhe ... viel wasser ... aber sooooooo alleine ...

Bild des Benutzers Bernd

die Fotos.


Denn ich müsste ja ansonsten alle auf den Bildern erkennbare Menschen um ihre schriftliche, verbindliche Erlaubnis fragen.