11 Okt 2015

Nordland 2015 / Cool Me Down

Submitted by Bernd

Nordkapp-Symbol

Bild: Bernd Ebert

 

 

 

 

 

 

 

Zum ersten Teil der Tour geht es hier entlang ...


09.10.2015:  Heute wird es wohl mal etwas früher losgehen, wenngleich vorher, nach Niederschrift dieser Zeilen das schwedische Frühstück auf dem Programm steht. Anstelle der ursprünglichen Planung über Rovaniemi wollte ich auf eher kleineren Straßen nordwärts fahren. Auf schwedischer Seite und fast parallel zur finnischen Gerenze erst mal hoch bis Pajala, dann dort (etwas so) den Schwenk nach Finnland machen. Ob ich es bis zu dem ehemals ausgeguckten Inari schaffe, das bleibt offen, wird sich ggf. auch unterwegs noch etwas ergeben.

Gestartet wird kurz nach neun; und wieder wartet so ein herrlicher Tag. Das schwedische Früstück btw. war ein ganz normales, kontinentales; wie man so schön sagt, mit nur geringen Abweichungen. Es gab einerseits mehr (verschiedenes) Brot, gerade Knäckebrot in allen Verianten und auch verschiedenen Fisch, andererseits kein Rührei, was ich dann schon mal ganz gerne mag.

Und dann war auf dieser Tagesetappe der Polarkreis zu queren.

Später, wegen dem Hinweis auf einen Campingplatz abseits der Route, den Umweg zum Schauen einfach mal in Kauf genommen, da kamen die Jockfalls, wurde das zu einer ausgiebigen Pause abseits der Straße umgestaltet.

Der anvisierte Campingplatz in Pajala war ebenfalls geschlossen, machte dennoch auf den ersten, kurzen Blick hin einen guten Eindruck.

Dann ging es nach Finnland und wie bestellt erschien gleich mal ein Rentier an der Straßenseite.

 

Gegen 16 Uhr war Kittilä erreicht und hier, auf diesem Campingplatz passte dann alles, war es mehr als erwartet.


Und das war die Tour des Tages ...

 

10.10.2015:  Nach intensiver Recherche in Sachen Wetter für die nächsten zwei bis drei Tage habe ich mich entschlossen, nicht nach Kirkenes, sondern direkt zum Olderfjord zu fahren; und wegen der Länge mit frühem Start heute an diesem Samstag. Der Grund liegt darin, dass es lediglich am Sonntag ein Zeitfenster mit halbwegs gutem Wetter am Nordkapp zu geben scheint. Das möchte ich nutzen, mich also für zwei Nächte im Olderfjord Camp einquartieren, Sonntag das Nordkapp besuchen und dann am Montag an der norwegischen Nordmeerküste wieder südwärts fahren

Heute wird früh gestartet, kurz vor 7:30 und bei 10 Grad minus. Glücklicherweise hatte ich das Trinkwasser und die anderen Lebensmittel am Abend in die Hütte geholt, vor dem Einfrieren bewahrt. Dumm jedoch, nicht auch an das Nachfüllen der Scheibenwaschanlage mit Frostschutzmittel zu denken. Aber es wurde wieder ein schöner Tag, war nachmittags und dann schon bei Plustemperaturen auf norwegischer Seite auch das Wischwasser wieder zu gebrauchen. Aber vorher noch gab es einen kleinen Vorgeschmack auf den finnischen Winter.

Da telefonisch keine Verbindung mit dem Camp in Olderfjord aufgenommen werden konnte, so wurden alternativ und während der letzten zwei Stunden Fahrt einige Campingplätze angesteuert. Entweder gewogen und für zu leicht befunden - sach ich mal so- oder eben geschlossen. Also weiter und hoffen, dass es am ausgesuchten Ziel schon klappen wird.

Lange geht es später an einem Seitenarm des Olderfjord entlang, eher diese Etappe kurz vor 17:30 geschafft ist, hier!. Wobei es auch erst nicht so einfach war, das einchecken. Niemand Verantwortliches war da, unter der angegebenen Festnetznummer erreichbar. Aber ein Norweger, ein Dauercamper dort war mir behilflich, hatte die Handynummer der Besitzerin und rief sie an. Während wir warteten, lud mich der Norweger auf einen Kaffee in seinen Camper ein, erzählte mir, dass er  ursprünglich aus Hammerfest stammt und im Ruhestand mit seiner Frau oft im Camper unterwegs war. Aber nur die Frau hatte einen Führerschein und konnte fahren. Seit sie letztes Jahr gestorben ist wurde er nun zum Dauercamper in Olderfjord.

Geschichten, die das Leben schreibt und endlich dann nahte die Chefin. Ich buchte vorsichtshalber und wie immer erst einmal für eine Nacht, mit der Option auf eine zweite - weil ja Sonntag das Nordkapp ansteht, ich danach nicht weiter suchen, mich einfach in das gemachte Bett legen wollte. Und das war dann meine Hütte für die zwei Nächte.


Und das war die Tour des Tages ...
 


11.10.2015:  Heute geht es nun zum Nordkapp; bei nach wie vor und wie erwartet recht gutem Wetter, Sonne wechselt mit mäßiger Bewölkung ab - was will man mehr? Acht Grad maximal sollen es heute in Honningsväg werden, dem letzten Ort vor dem Nordkapp. Aber das ist noch mehr als 100 Kilometer entfernt; mindestens drei Stunden bei mäßigem Tempo mit diversen Pausen, fotografieren natürlich und auch so mal die Beine vertreten

Zuerst der frühmorgendliche Blick aus dem Haupthaus auf den Vorplatz -gleichzeitig eine Art Busbahnhof- und dahinter das Fjord. Noch recht frisch, aber es soll ja heute, vermeldet die Wetterapp des Smartphone, bis zu acht Grad warm werden; hier in Russenes (Olderfjord) und am Kapp wird es mit Sicherheit kräftig winden. Und so früh müssen wir noch nicht los, hat das Nordkapp-Center gemäß Webrecherche bis 15 Uhr geöffnet.

Das Haupthaus btw. bietet neben dem Blick auf den zentralen Platz ein WC, eine kleine Küche, einen Aufenthaltsraum und dort ein sehr performantes Internet. Letzteres ist in der Hütte zwar möglich, aber eben schwankend und manchmal grottig langsam. Also erst mal noch einige Mails geschrieben bzw. beantwortet, etwas Recherche betrieben und dann kurz vor 11 Uhr, bei noch frischen Temperaturen geht es los.

Ganz in Ruhe auf der E69 entlang und das Wetter scheint sich noch zu halten.Hier also die ersten Eindrücke; ohne große Erläuterungen. Ja, und dann irgendwann kommt der 7 km lange Unterseetunnel, bei dem es die ersten Kilometer fühlbar abwärts geht; die letzten dann ebenso aufwärts. Erstaunlich finde ich, dass in dieser Tiefe und massivem Felgestein darüber das GPS-Signal für das Navi sauber mitgeführt wird.

Kurz nach dem Tunnel kommt noch einer, ein ganz normaler, eher nur gut drei bis vier Kilometer lang und dann wird Honningsväg erreicht, der Hauptort der Nordkapp-Insel. Danach geht es weiter aufwärts und irgendwann wird die Mautstation erreicht. Sie war noch besetzt und von der Zeit her deutlich vor 14 Uhr, ist das Nordkapp-Center noch eine Stunde geöffnet. Rund 20 Euro kostet die Maut und wer sich das sparen will, der muß später kommen, denn bei meiner Rückfahrt war alles unbesetzt und frei zu durchfahren. Nur einerseits bietet das Center doch einige interessante optische und akustische Eindrücke (Schautafeln, Filme etc.) und andererseits gibt es dort eine Kaffeeteria. Schlußendlich bietet der Komplex auch Schutz gegen den rauhen kalten Wind, der dort oben wohl fast immer weht. Ich habe jedenfalls zwei Anläufe für die Hochebene gebraucht, musste mich dazwischen mal aufwärmen.

Optisch gibt das Kapp nur wenig her, sind andere Gegenden in Norwegen spektakulärer zu schauen; so mein Eindruck. Es ist eher das Virtuelle, sich am möglicherweise nördlichsten Punkt von Kontinentaleuropa zu befinden.

Nach der Ankunft ist für einen Rundgang noch genügend Zeit, wenngleich diese 4 Grad ergänzt werden durch einen scharfen Wind, die gefühlte Temperatur somit niedriger liegen dürfte.

Irgendwo da draußen sagt mein Navi,

aber immer noch festen, eisigen Boden unter den Rädern.


Letzte Eindrücke dann; und es geht zurück ...

 

Heute also keine Tour des Tages, weil nur ein Ausflug - wie beschrieben von und nach Olderfjord.

 

12.10.2015:  Der letzte Tag der zweiten Woche on Tour; und ab heute geht es wieder südwärts, trübt sich das bislang durchgängig schöne Wetter nun wirklich ein, herrscht mit wenigen Ausnahmen ein leichter Nieselregen; schade ...

Wie bereits erwähnt, ist das hier in in Olderfjord ein kleiner Busbahnhof, geht es jetzt um die Morgenstunde voll zur Sache. Und der vierte kommt sogleich, können alle Reisenden ihre Anschlüsse warnehmen. Wohl auch wichtig, hier und um diese Jahreszeit, ist man sonst ganz schön verloren.

Bei mir geht es dann auch gleich los,  kurz nach neun und die Route zielt auf einen Campingplatz bei Skibotn, der dann aus verschiedenen Gründen doch eher nicht so mein Fall war. Aber nur wenige Kilometer weiter kam dann der passende; dieser hier. Ein deutsches Paar hatte dort ebenfalls eine Hütte bezogen und war mir behilflich die Besitzerin zu erreichen. Das Wetter während der Etappe war noch erträglich, leichter Nieselregen wechselte mit trockenen Phasen ab

Von Olderfjord geht es konsequent westwärts auf (noch) trockener Straße; schneebesäumt. Später in den Fjorden wurde es dan schon wieder etwas wärmer, aber die Wolken hängen tief ; eben nicht mehr das Wetter der ersten zwei Wochen. Insofern war ich ganz froh, noch vor der einbrechenden Dunkelheit das an einem Fjord gelegene Standbu Camp erreicht zu haben.

 
Und das war die Tour des Tages ...


 

13.10.2015:  Heute beginnt die dritte Woche der Tour. Es scheint sich einzuregnen, waren zwei Wochen herrliches Wetter wohl genung (für mich?). Leichter und auch mal heftigerer Regen wechselt mit sonnigen Passagen ab, besonders um Narvik herum ist es ausgesprochen schön. Los ging es, ebenso wie gestern kurz nach neun und diesmal war am  Ende der Etappe, eine relativ kurze Fährüberfahrt eingeschlossen, das vorab ausgeguckten Ziel dann ganz meine Kragenweite, einschließlich der gar recht preiswerten Hütte, ward das ausgesprochen schön gelegene Fjordcamp in Ulvsväg erreicht.

Nein, das wahlweise angebotene Kirkenes wird es vielleicht ein ander Mal, heute geht es zuerst in Richtung Narvik mit diesem schön gelagerten Seitenfjord - und dann weiter südwärts.

Um Narvik herum ist viel Betrieb auf den Straßen, kommt man dort mit dem Bau von neuen Fjordbrücken kaum hinterher, sind auch für mich und aus dem Norden kommend weite Umwege nötig; wenngleich es noch nicht so spät war, wie dieses Bild es vielleicht signalisiert.

An mehreren Stellen in dieser weitläufigen Bucht gibt es in norwegisch und englisch gehaltene Schautafeln, welche an die Schlacht um Narvik erinnern.

 

 

Und dann, weiter südlich kommt eine relativ kurze Fährüberfahrt, ehe kurz nach 16 Uhr das Tagesziel, eine Hütte in Ulsväg erreicht wird. Natürlich, vielleicht etwas zu feucht, um dort gemütlich zu sitzen, aber eine kleine Wanderung entlang der Wasserlinie geht schon.


Und das war die Tour des Tages ...

 

14.10.2015:  Los geht es heute spät, gegen 10:39 bei frühlingshaften neun Grad und ich habe das Navi in Richtung eines Campingplatzes nördlich von Trondheim justiert, wohl wissend, bis dahin noch eine weitere Zwischenübernachtung zu brauchen, mir diese ad hoc suchen zu wollen. Das Wetter bleibt erstmal so wie es ist; diesig bis mittelstark regnend. Bei Fauske war eine kleine Rast angesagt, mit Kaffee und Stückchen (Kuchen) sowie Zeit für die dann notwendige Entscheidung. Bleibe ich auf der E6 und mehr im Landesinneren, oder mache ich ganz außen an der Nordmeerküste eine Art Ferry-Hopping. Mindestens drei an der Zahl wären ganz nett, aber vorher übernachten und via Internet die Fahrpläne studieren; das muss sein.

Habe mich für das Ferry-Hopping entschieden, bin also auf der 17 südwärts und die Übernachtung vorher muss sich ergeben; hat sich bei Halsa ergeben, an einem Fjord-Seitenarm und nicht weit von der ersten, drerer drei für den nächsten Tag anvisierten Fähren. Ein Privatzimmer diesmal, eher ein Appartement und komplett ausgestattet; etwas abseits gelegen. Nein, keine Holzhütte diesmal. Dafür im Untergeschoß eines Hauses in Hanglage und der individuellen Einrichtung nach war es vielleicht mal die im Familienumfeld genutzte Einliegerwohnung. Kein Handyempfang hier, aber Internet liegt an.


Und das war die Tour des Tages ...

 

15.10.2015:  Heute ist also der Tag der Fähren; gleich drei an der Zahl sind angesagt. Gemäß der recherchierten Fahrpläne, der Fährfahrtzeiten und der notwendigen Zeit zwischenzeitlich auf der Straße sollte alles gut gehen; gewisse Zeitpuffer natürlich eingeschlossen. Schlußendlich stoße ich dann am späten Nachmittag wieder auf die E6 und kann mir eine entsprechende Übernachtung suchen; bis Trondheim, dem weiter oben erwähnten Campingplatz ist es noch weit, zu weit wohl.

Kurz vor 9 Uhr geht es los, sind nur wenige Kilometer bis zur ersten Fähre zu absolvieren, wenngleich das Wetter mir heute nun wirklich nicht hold sein wollte; es dann im Laufe des Tages nicht ganz so schlimm blieb, sich gleich etwas aufklarte, eher besser wurde.

Und immer wieder: Wasser von den Wänden ...

Die längste Fährstrecke war die zweite, rund 90 Minuten und mit einem Halt im faktischen Niemandsland; sollte man aufpassen, nicht da schon auszusteigen...

 

 


Auf diesem Teilstück, zwischen Jektvik und Kilboghavn verläuft auch der Nordpolarkreis, was ich -zugegebenermaßen- erst im Nachhinein mir angelesen, u.a. via Google Earth dazu noch etwas recherchiert habe.

Nach der (für mich) letzten Fähre ist dahingehend natürlich noch lange nicht Schluß. Einmal führt die 17 natürlich noch weiter südwärts, bietet im Verlauf noch zwei oder drei Fähren und außerdem gibt es diverse Verbindungen auf die vorgelagerten Inseln; hier beispielsweise und ganz exemplarisch. Schlußendlich dann wieder auf der E6, war der vorab in Erwägung gezogene Platz bei Mosjoen dann wieder mal nicht so mein Fall; zu stadtnah, zu steril, kein Flair etc.

Aber nur wenige Kilometer weiter südlich dann dies hier, Haugen Camping.


Und das war die Tour des Tages ...

 

16.10.2015:  Alles passt hier und insofern bleibe ich noch eine zweite Nacht auf Haugen Camping. Das Wetter ist wieder mal recht schön und so war heute vormittag eine kleine Wanderung zu absolvieren; erst am Fluß entlang und dann hoch in den Hang, den Wald. Nach dem Essen -es gab mitgebrachte Grösti aus der Pfanne, die Hütte hat eine Kochplatte- werde ich gleich mal in das nächste Dorf fahren. Vielleicht kann ich da einige Johgurt erstehen; denn die sind alle.

Erst mal geht es runter zum Fluß. Ein sog. dead end , wanderungstechnisch und was eine intensivere Betätigung betrifft, dahingehend eine Art Sackgasse; könnte man sagen. Somit also jenseits der E6 dann hoch in den Wald. Die hier warten wohl auf den nächsten Schnee und der da scheint auch etwas größer, als man das hierzulande, nicht zuletzt vom angrenzenden Park her gewohnt ist. Ok, bislang und im Gegensatz zu Eichhörnchen oder Katzen hat sich bei uns noch kein Fuchs für eine nähere Vermessung vorgestellt, halten die zwei immer mal gesichteten doch eine entsprechende Distanz.

Jenseits der Schneemobile und ein Stück weit nach der Begegnung mit dem Fuchs wartet noch eine optische (auch akustische) Belohnung.

 

17.10.2015: Es geht kurz nach neun Uhr , einer kurzen Tankpause im nächsten Ort dann weiter in Richtung Trondheim und dann konsequent südwärts. Geplant und mir vom letzten Jahr bekannt wäre das Sweastranda Camping in Redalen, etwas südlich von Lillehammer. Natürlich, für eine Etappe wohl etwas weit, aber mal sehen, wie es läuft. Und es läuft (natürlich)  wieder mal ganz anders, denn das ebenfalls ausgeguckte Gulberget Camping liegt einerseits auf ungefähr halbem Weg; mal schauen...

Zwischendurch Rast an einem verlassenen Fischercamp mit Blick auf die Trasse der Nordlandsbanen von Trondheim nach Bodö.

... Andererseits sieht Gulberget dann ganz nett aus, war aber offensichtlich geschlosssen; selbst das Servicehaus,  die Toiletten etc. - was andernfalls ein Zeichen ist, dass man die an der Reception angegebene Telefonnummer doch wählen, ggf. eine Hütte erhalte kann.

Habe mich dann spontan und weil es ab Steinkjier doch schon recht urban und verkehrsreich wurde, für den Schwenk nach Süden entschlossen, den Großraum Trondheim ausgelassen. Auf kleineren bzw. Nebenstraßen ging es dann bis Roros, wurde es nun in Anbetracht der hereinbrechenden Dunkelheit hohe Zeit, sich eine Übernachtung zu suchen. Kein offener Campingplatz bis dahin aber nun das kleine Fjellheimen. Frühstück gibt es da ebenfall, ist im Preis enthalten. Und auch sonst eben das, was ein Zimmer gegenüber der Hütte ausmacht.


Und das war die Tour des Tages ...

 

18.10.2015: Einmal mehr,  kurz nach zehn geht es weiter, die nette Unterkunft in guter Erinnerung behaltend. So wollte ich nun weiter nach Süden fahren, noch nicht ganz bis Smögen in Schweden, aber auf jeden Fall südwärts. Habe dann recht bald eine weitere Erfahrung gemacht, muss man dort oben nicht nur auf Elche achtgeben.

Deutlich vor 14 Uhr wird Schweden erreicht, wäre ohne ein entsprechendes Hinweisschild nichtmal als Riksgrense zu erkennen.

Auf schwedischer Seite, während der Fahrt durch das große Seengebiet habe ich dann wohl etwas zuviel Pausen gemacht, konnte mich über die Tour an dem Tag auch nicht richtig entscheiden bzw. ausgeguckte Camps waren geschlosssen. Jedenfalls musste ich die letzten zwei Stunden bis Gröne Backe (hatte immerhin dann später angerufen, mir eine Hütte reserviert) im Dunkeln fahren; auf eher kleinen Straßen und glücklicherweise ohne eine Begegnung der dritten, ggf. gefährlichen Art.

Die Ankunft lag dann nach 21 Uhr, aber die Hütte ist super; ein Tag Pause morgen also nicht ausgeschlossen.


Und das war die Tour des Tages ...
 

 

19.10.2015:  Smögen muss noch warten, ist Dals-Ed nordöstlich von Göteborg gelegen der Platz der Wahl. Heute ist relaxen angesagt, bleibe ich eine zweite Nacht auf der Gröne Backe , wollte heute erst einmal die beiden Gewässer ein Stück weit erwandern und werde dann morgen, am 20.10. sehr frühzeitig losmachen, nach der Tour auf den Holzstegen und in den Schären von Smögen weiter südwärts fahren. Wie weit, das will ich ebenfalls heute, an meinem Ruhetag versuchen zu recherchieren; mögliche Fährverbindungen nach Deutschland, Dänemark oder auch Polen eingeschlossen.

 

20.10.2015:  Heute geht es also zuerst nach Smögen, dann südwärts im Landesinneren -etwa so- in Richtung Ystad zur Fähre nach Swinemünde. Das passte schon letztes Jahr und so soll es auch diesmal sein. Natürlich, eine Übernachtung ist noch d'rin; möglichst südlich nahe Ystad, um die Fähre (Abfahrt: 14 Uhr) dann noch bequem zu erreichen. Angenehm kurz ist die Anfahrt, die Brücke hinüber nach Smögen erreicht.

Pittoresk, wie Spielzeughäuser aus dem Baukasten und wenn man näher kommt, so scheinen, ja wirken einige der Häuschen wie in die Felsen hinein gebaut.

An diesem Ende des langen Holzsteges und dann über eine Brücke, eine kleine Durchfahrt auf das offene Meer, kommt man auf die andere Seite, darf sich noch einen Blick zurück erlauben,ehe es dann in die Schären geht.

Und diese Schärenlandschaft darf frei bewandert, beklettert werden.

 

 


Der Rückweg führte dann an der bereits erwähnten Durchfahrt entlang, konnte ich nicht umhin, den gerade einfahrenden Skipper zu beobachten, in Bild und dem noch folgenden Video festzuhalten.

Die nächste (letzte?) Übernachtung ergab sich dann mangels anderer, mir zwischenzeitlich über den Weg gelaufenen Optionen gerade dort, wo ich relativ am Anfang der Tour schon mal war - Axhult Camping..


Und das war die Tour des Tages ...

 

21.10.2015:  Geht es heute zurück? Einen Platz, ein Camp in Osby wollte ich mir noch anschauen. Es liegt auf dem Weg und falls ok, so bleibe ich dort noch eine Nacht; geht es erst am Donnerstag (22.10.) zur Fähre in Ystad, ansonsten gleich noch heute; vielleicht ...

Einer geht noch, wenngleich das Osby Camp bereits geschlossen ist; ansonsten sehr schön liegt und daher im Hinterkopf verbleibt. So habe ich mich, für die Rückfahrt und die Fähre noch nicht bereit fühlend, an das bereits am Anfang als Option aufgenommene Hälleviks Camping erinnert, dieses dann angesteuert, bereits gegen 12:25 erreicht; und bleibe dort für eine Nacht, ist das nun definitiv meine letzte Hütte, ebenso die letzte Schlafstatt auf dieser Tour.

Und weil recht früh schon angekommen, der Platz direkt an der Ostsee gelegen ist, so wird sich nach einem kleinen Mittagsmahl dann umgezogen, der immer mitgeführte Rücksack einmal mehr entsprechend vorbereitet und eine kleine Wanderung -ebenfalls die letzte auf dieser Tour- in Angriff genommen. .


Und das war die Tour des Tages ...

 

22.10.2015: So, nun ist endgültig Schluß, geht es heute recht früh los, bei recht angenehmen 11 Grad nun endlich zur Fähre nach Ystad. Oder doch noch nicht? Falls mir auf dieser Route, den gut zwei Stunden bis zum Schiff noch etwas Schönes unterkommt, dann könnte ich schwach werden. Die Fähre nach Swinemünde geht täglich, von der Seite gibt es also kein Problem und früh genug losfahren in Hälleviks ist eh' angesagt.

Nein, da war nichts, was mich schwach werden ließ, das auch am regnerischen Wetter gelegen haben kann. Erst kurz vor Ystad wurde es wetterseitig dann angenehmer, trockener ebenfalls. Das gibt Gelegenheit zu einem kleinen Imbiss, dem sich sortieren vor der Fähre und schlußendlich sich noch einmal bewegen zu können, am Strand und auf dem Weg hinter der Düne zurück zum Rastplatz. Genau so!

Dann wird es ernst, beinahe final, ist kaum noch zu vermeiden. Das Navi kennt den Weg, wenngleich die Verbindung im Schiffsinneren dann nicht mehr gegeben ist. Wohl auch egal, weil doch hoffentlich auf dem richtigen Dampfer und gibt es ansonsten nun  eh' keine Chance mehr zur Korrektur. Leinen los ...

20:33 ! Swinemünde ist erreicht, das Schiff und das Hafengelände wurden verlassen, liegen hinter mir. Es steht der Weiterfahrt nach Berlin nun nichts mehr im Wege, spare ich mir diesmal  die 2014er Swine-Odyssee, ist die vom Navi errechnete Ankunftszeit mit 23:45 gar noch als moderat zu bezeichnen.

Ok, es wurde dann 0:15 am Freitag morgen, sorry for that ...


Und das war die definitiv letzte Tour des Tages !

- - - - -

Was bleibt zu sagen, zu rekapitulieren? Lessons learnd, wie es als Fazit im englischsprachigen Raum gern verwendet wird, nun hier in einem separaten Beitrag dasjenige aufgelistet werden soll was gut, gar optimal war und bleibt, worin jedoch auch Änderungen und ggf. Verbesserungen liegen könnten. Denn eines ist (mir) schon klar: es wird nicht die letzte Tour nach Skandinavien gewesen sein; steht die nächste (vielleicht) schon im Frühjahr 2016 an.

Dank an alle LeserInnen und KommentiererInnen hier zu den zwei Teilen der Tour.

 

Kommentare

Hallo Ebertus,
wie fühlt es sich so an, nur 2100 Kilometer vom Nordpol entfernt, umgeben von Polarfuchs und Papageientaucher?
Besten Gruß + gute Reise
Reinhard

Bild des Benutzers Bernd

noch Papageientaucher bislang gesehen,

jedoch Huskys, welche wohl auf die Schlittensaison warten, sowie ab und zu ein Red-Nosed (möglicherweise) Reindeer an der Straße. Aber diese Begegnungen gingen bislang immer gut, fahre auch nicht im Dunkeln; was man eh' vermeiden sollte, wie mir gestern ein Einheimischer auf dem Olderfjord Campground verklickerte. Viele haben hier oben zwei bis vier Zusatzscheinwerfer am Fahrzeug montiert; wird wohl seinen Grund haben, denn "im Dunkeln" dürfte jetzt erst so richtig losgehen.

Gruß ebenfalls, und ob wir uns vor Deiner geplanten Abreise (der 21. wohl) nochmal sehen, wegen dem Provider reden können, das ist aus meiner Sicht recht ungewiss. Heute bin ich einige hundert Kilometer weiter südlich in Skibotn gelandet, hier ...

mein kleiner PC verraten, wie weit Du dich schon im Norden Deinem Ziel genähert hast.
Bei uns ist inzwischen so eine Art Eiszeit angebrochen, viel Wind und Kälte, aber auch viel Sonne.
In der Mühlenstraße ist mal wieder ein Kleinkrieg um den von Dir sonst okkupierten Parkraum
entbrannt, sonst ist alles beim Alten.
Geht´s Dir gut auf Deiner langen Tour, oder zieht´s hier und dort schon ein bisschen?
Aber wie ich dich kenne, hast Du für alles vorgesorgt und bist noch mit keinem "Reindeer" kollidiert.

Verfolge weiterhin Deine Tour,
Grüße aus Lankwitz!

Martin P.

Bild des Benutzers Marie

... dass du dich für die ferry-hopping-route entschieden hast:-))) ... sorry für diesen privaten meinungsquatsch von mir, den ich nun mal ganz gern so äußere:-)))

 

der prospekt von fjordcamp verspricht ja die idylle pur - wunder-wunder-schön - so ganz mein geschmack: einsamkeit, wasser, natur ... ein weiter blick über die schönheit eines teils von europa, sieht nach frieden aus

 

 

liebe grüße marie

Bild des Benutzers Marie

... und morgen ist eine demo am neptunbrunnen von den ehrenamtlichen helfern des lageso angemeldet ...

 

 

jede menge kinder und erwachsene warten und schlafen dort in unüberdachten dreckpfützen ... stürzen sich auf das viel zu knappe essen ... der "warteweltmeister" hat 57 tage so verbracht ... naja, er hat etwas geschummelt , denn die kälte und der regen sind ja erst seit drei tagen und der echte härtetest steht noch bevor

Bild des Benutzers Bernd

Habe mich gerade entschieden, noch eine weitere Nacht zu bleiben; passt alles ...


Haugen Camping gefällt mir, von der Lage und der (bescheidenen) Aasstattung her, außerdem ist der Preis ok und das Internet funktioniert auch recht zuverlässig. Werde mich also mal zünftig ankleiden und dann den Flußlauf direkt vor der Haustür weiter erkunden.

Heute nachmittag fahre ich erstmal in das nahegelegene Dorfchen namens Trofors, kaufe etwas Lebensmittel ein und falls es sich wieder eintrüben sollte, dann habe ich später endlich Zeit und Muße, hier den Blog weiter zu schreiben, mit Bildern zu versehen.

da habe ich ja deine Ankunft am Nordkap verpasst. Wie war das Wetter, Standardniesel oder hattest Du Glück ? Gibt es hier irgendwo ein Bild ? Dein Bild vom "Vorgeschmack auf den finnischen Winter" erinnert mich stark an das Wetter bei uns vorgestern. Da hatte es uns im wahrsten Sinne des Wortes kalt erwischt. Die Äpfel auf den Bäumen im Schnee... und die Scheibenwaschanlage hat reagiert wie bei Dir.

Dir noch eine unfallfreie Reise,
Lutz

PS: Die Elche sind trotz ihrer Größe verdammt schnell. Wir hatten schon welche südlich von Bergen gesehen. Allerdings waren die so scheu, dass es zu keinem Fototermin kam ;-).

Bild des Benutzers Bernd

Sobald ich aus der Stadt (siehe Vorkommentar bzw. oben im Text) zurück bin.

Bild des Benutzers Marie

... die nachrichten sagen, dass im norden noch das schönste wetter ist - in d nur trüber niesel und kälte ... da kannst du dann eine echte fotoreportage nachbereiten - bin schon gespannt :-))))

 

 

ich selbst bin noch unentschlossen, ob ich heute "auf die straße" gehe oder zu hause meinen unerledigten kram mache ... am liebsten wäre ich auch weg ... in der natur wandern ...

 

liebe grüße marie

Bild des Benutzers Marie

die entfernungen sind schon erstaunlich! und jetzt so "austrudeln" lassen zum bevorstehenden ende ... ?:) ... vielleicht bei raphaela?

 

anja schreibt fleißig offene briefe (rt und propagandaschau haben veröffentlicht - kann leider hier nix mehr verlinken) ... ich gewöhne mich an meinen neuen job und die herbst-kälte in berlin und kann beides gut vertragen - mein enkelkind kann jetzt laufen und übt sich reichlich im sprechenlernen ...

 

die deutschen medien richten den fokus auf die flüchtlinge - flankiert von korruption von vw und fifa - klar noch putin, türkei ... aber viel innenpolitik - afd/pegida/tatorte und kriminalität >>> also plan+visionsloses angstmachen und befeuern der hetz-kultur

 

da höre ich doch jetzt viel öfter klassik bei kerzenschein und geh mal ins museum oder freu mich an den bunten blättern in der natur

 

übrigens: echt lustig, spannend, was die neuen flüchtlinge so sagen "am meisten habe ich über die grüne natur gestaunt und mich darüber gefreut, weil ich das gar nicht kenne"

 

so ging es mir nach dem mauerfall mit den obst-gemüse-+käsesorten >>> was gutes gibt es immer:-))))))))))))))))))))

 

Bild des Benutzers Bernd

Die Zeit vergeht, heute ist der 21. Tag auf dieser Tour und morgen fängt die vierte Woche an.

Ja, morgen geht es früh los, zuerst (Tip von Lutz) werden die Holzstege und Brücken in Smögen bewandert und dann geht es (im Landesinneren, nicht an der Küste) südwärts. Eine Ünernachtung noch und am Mittwoch wollte ich die Fähre von Ystad nach Swinemünde nehmen. Wie im letzten Jahr; und es scheint nach diversen Recherchen das Optimale für mich zu sein.

Wird daher mit Raphaela wohl nichts werden; vielleicht ein ander Mal.

Gruß, Bernd

Bild des Benutzers Marie

hab mich auch gewundert ... und nur auf die seite geschaut ... 9. bis 19. oktober ... doch ja:-))) = die zeit vergeht ...

nähert sich Dein Schiffchen oder Limousinchen schon dem heimatlichen Parkhafen, oder hast Du dir
noch eine Zeltnacht gekönnt, bevor Du wieder in das gesellschaftliche Chaos hier in unseren Breiten-
graden eintauchst? Viel zum Besseren geändert hat sich in Deiner Abwesenheit zu Deinem Hauptthema
"Gesellschaftspolitik" jedenfalls nichts - vielleicht hast Du aber mal ein wenig Abstand und Muße gewinnen
können, denn weite Reisen sollen ja bekanntlich auch bilden, was spätestens seit Goethe bekannt ist.
Doch nun genug mit dem Blabla, mein kleiner Computer wartet schon sehnsüchtig auf Ebertus und
braucht mal wieder einen Anschub.

Bis bald,
Martin P.

Bild des Benutzers Bernd

hat mich wieder, bester Martin.

Und wie wir gestern abend beim Kroaten feststellen konnten, zwar ohne formale Arbeitspflicht, aber innerhalb des gnädig erhaltenen BGE auch weiterhin kein bißchen leise; haben wir das Thema später beim Amaretto in den privaten Gefilden ja noch etwas vertieft.