23 Mär 2011

Menschenopfer

Submitted by ebertus

Ein Beitrag in der Frankfurter Rundschau, der scheinbar plakativ, nur wenig distanziert, fast philosophisch daher kommt. Dennoch werden viele, beinahe alle Aspekte der ablaufenden, der wohl unaufhaltsamen Apokalypse konkret benannt oder zumindest gestreift; es werden Hintergründe beleuchtet, dem Weiterdenken anheim gestellt.

Der mediale Hype ist Teil der Inszenierung, treibende Kraft dahinter ist die Instrumentalisierung der Täter, der gleichzeitigen Opfer. Nicht die ggf. Schuldigen an diesem Desaster, nicht die Verantwortlichen, nicht die Jubelperser der (friedlichen) Atomenergie werden dort vor Ort verheizt; es sind die unschuldigen Jungfrauen, die Männer mit ihren - im Angesicht der beispiellosen Katastrophe - Spielzeuggerätschaften, den Kinder-Wasserpistolen und Ostfriesen-Nerzen.

Nur das Böse ist nicht so einfach zu verorten wie damals, als der Endsieg doch so nahe war, bei dem letzten Aufgebot der Hitlerjungen. Ebenfalls ausfallen muss der Hinweis auf die Steinzeittechnik ala Tschernobyl incl. böser Sowjetmacht bei der Rekrutierung von "Menschenmaterial", beim Zurückhalten von Wahrheit. Heute regiert der Sachzwang und gegen allfällige Naturereignisse (Atomkraftwerke eingeschlossen) kann man doch sowieso nichts machen, oder?

Nichts unterscheidet sich, keine Zivilisation, nirgends. Steinzeit eben ...

http://www.fr-online.de/kultur/debatte/moderne-menschenopfer-und-die-rue...