9 Jun 2014

Nach dem EZB-Zinsentscheid

Submitted by ebertus

Kommt es nun endlich darnieder? Das Geld aus Ben Bernankes Helikopter? Es ist ja nicht so, dass die Banken, die Unternehmen, die Privatkunden "Geld" bräuchten; nein, erst recht kein virtuelles.

Lediglich eine momentane Überakkumulation? Ganz nach dem Motto: Das wird schon wieder! Oder ist doch bereits das Ende der Kapitalismus in Sicht; so wie wir ihn kennen? Vielleicht auch nur der Sack Reis, welcher in China immer gern umfällt? Säcke voll mit virtuellem Geld haben die Banken ja bereits seit einiger Zeit herumstehen, daran mangelt es nicht; nur fragt die keiner nach, jedenfalls keiner, der halbwegs solvent aussieht, das Geliehene auch irgendwann zurück zahlen könnte.

Insofern ist es natürlich wie Pfeifen im dunklen Wald, wenn die privaten Banken von der EZB nun einmal mehr aufgefordert werden, das schöne, für lau erhaltene Spielgeld in echtes (Gold) zu spinnen und an die Unternehmen, gern auch die Konsumenten heraus zu reichen. Aber letztere und in Mehrzahl wohl ohne Betriebs- bzw. Volkswirtschaftsstudium sind aktuell viel schlauer als ihre neuen Stamokap-Vorturner; lassen sich weitgehend eben nicht (mehr) subprimen; kriegen bei den,  bei ihren erkennbar immer prekärer werdenden Rahmenbedingungen und Perspektiven richtigerweise nichts  aus dem Füllhorn, von den (Geld)Säcken.

Und die großen, die multinationalen Unternehmen, sie brauchen die Banken nicht wirklich, haben ihre eigenen (Säcke voll Geld);  sind in der Regel mehr als liquide und außerdem per Staatsräson too big to fail. Bestenfalls um sehr lokal einen abgeklüngelten, steuerlich relevanten Coup zu landen, da wird schon mal und eher proforma ein Kredit aufgenommen, mit einigen und ebenfalls prekären Hightech-Arbeitsplätzen gewinkt..

Es verbleiben -neben den per Geschäftsmodell eh' im trüben Fischenden- als Retter des Kapitalismus lediglich noch diejenigen, welche wegen dem sog. Käuferstreik (dieser umhegte Konsument sitzt ja per Definition ebenfalls auf prallen Geldsäcken) beinahe täglich um ihre Existenz kämpfen müssen, nicht einmal mehr als Futter für die Heuschrecken taugen. Aber derart notleidende Unternehmungen, auf kaum absehbare Zeit ohne  betriebswirtschaftlich schwarze Null  in der Bilanz, die würden von mir als Banker auch keinen Kredit bekommen. Da kauft man doch lieber griechische oder portogiesische Staatsanleihen, denn die garantiert mir der Bürger Europas; und nicht nur der hehre, umhegte Steuerzahler.  Alle Menschen dürfen da mal d'ran schmecken, bereits seit einiger Zeit real erleben wie die öffentliche Infrastruktur zunehmend vor die Hunde geht.

Was bleibt also den Stamokappern im Auftrage ihrer Herren und noch vor dem verschwörungstechnisch, aber auch ganz seriös bereits vorweggenommenen Crash?

Natürlich, virtuelles Geld drucken und dann ganz real heraus werfen; aus dem Staatshelikopter. Aber bitte, bitte, keine egozentrischen Illusionen.  Für den Einzelnen dürfte da nicht viel bei rum- bzw. runterkommen und das Zwangssystem namens HartzIV wird ebenfalls erhalten bleiben. Aber vielleicht könnte man noch zwei, drei, viele BERs etc. bauen, das wäre doch schon mal was, schafft Arbeitsplätze; prekäre auf jeden Fall.

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Was also tun, sprach der Specht? Der ohne größeren Besitz und von der Hände Arbeit lebend. Weitermachen wie bisher, vielleicht noch etwas konsequenter - als der eh' Schuldige an dieser aufziehenden, ganz schlimmen Deflation. Der Rücken frei schaufeln, an Verträgen und Verpflichtungen kündigen was nicht niet- und nagelfest ist. Keine Verbindlichkeiten neu eingehen und stattdessen sich für den Ernstfall (mindestens den wie zum Beispiel Zypern) soweit als möglich vorbereiten. Etwas mehr Kleingeld horten, Vorräte (Food and Nonfood) sowieso.

Vielleicht können wir dann nach dem Crash alle mit 40 DM/Euro etc. wieder neu anfangen - und diesmal darauf achten, dass manche nicht sehr schnell wieder (un)gleicher als gleich sind...