3 Jun 2014

Jimmy Page im Gespräch

Submitted by ebertus

Nein, musikalisch und gerade was die Stimme von Robert Plant angeht war das keine Offenbarung, diese Reunion in 2007 - dennoch mal runtergeladen, man weiss ja nie ...

 

 

Was Jimmy Page dagegen in dem ZEIT-Gespräch verlauten lässt, das war partiell schon interessant, gerade auch zum Thema des konfus-instrumentellen Mittelteils von Whole Lotta Love. Mich hat das damals und ehrlich gesagt, nicht wirklich gestört, waren doch gerade diese nicht unbedingt radiotauglichen Sequenzen das Lebenselixier der Musik von Led Zeppelin; war selbst außerdem ein leidenschaftlicher Nichttänzer.

Ob das nun als Avantgarde durchgeht, wie Page es nennt, das sei mal dahin gestellt, fallen mir durchaus gleich mehrere Namen ein, welche diesen Anspruch ebenfalls erheben könnten. Emerson Lake and Palmer beispielsweise, mit dem Adaptieren klassischer Musik. Oder Pink Floyd im psychedelischen Gewande, Colosseum eher zum Jazz hin orientiert. Und nicht zu vergessen, Whole Lotta Love war der Bringer-Song auf der zweiten LP von Led Zeppelin. An der ersten hängen meinerseits noch mehr Erinnerungen; beispielsweise an die Abende in einer Disco zu Salzgitter-Lebenstedt. Stairway to Heaven als heute wohl noch meist gespielter Song der Gruppe kam dann erst auf der vierten LP.

Und dort, Ende 1969 in dieser Disco in Salzgitter hatte es Led Zeppelins How Many More Times nicht leicht, gegen Do What You Like von Blind Faith, der Cream-Nachfolge des nicht unbekannten Eric Clapton.

Auch zum Thema Vinyl kann man mit Page konform gehen, muss es jedoch nicht. Das, was sich in der Szene der HiFi-Puristen und gerade in Sachen Analog/Vinyl aktuell so regt, das ist nicht einmal Avantgarde; eher schon etwas elitär; Nostalgie vielleicht, die man sich natürlich leisten können muß. Rund 5.000 Euro für einen neuen Analogplattenspieler, gern 10.000 für einen guten Verstärker und vielleicht 20.000 für ein Paar ordentliche Boxen; in dem Rahmen ist die Generation-Mp3 eher nicht Zielgruppe. Allerdings, mit diesem Equipment dürfte man dann auch das Gras wachsen hören.

Zurück zu dem oben genannten, musikalisch nicht so befriedigenden Event. Wer als Fan von Led Zeppelin die DVD von dem 1973er Konzert im New Yorker Madison Square Garden noch nicht kennt, nicht besitzt, der sollte nun aktiv werden. Denn die Qualität dieses Youtube-Mitschnitts ist auch nicht so doll. Interessant an dieser DVD jedoch ist das Acting der Musiker jenseits ihres eigentlichen Metiers, sind es die weiteren und ein Stück weit als Dokumentation zu verstehenden, immer wieder eingestreuten Sequenzen.

Eine nette, die Generationen überspannende Szene sei noch erwähnt. Bei der 2007er Reunion sitzt Jason Bonham am Schlagzeug, der Sohn des bereits 1980 verstorbenen Led Zeppelin Drummers John Bonham.

 

Das Glück dieser Erden...

...liegt - nein, Ebertus, falsch gedacht, nicht auf den Rücken von Pferden - sondern auf dem ruhig schwingenden Plattenteller meines "classic turntables" und bringt dreimal 180 Gr Vinyl, "remastered by Jimmy Page", auf die Wagschale. Worum es handelt, Du wirst es sicher sofort gemerkt haben: um den "Urknall" der progressiven Rockmusik vor über 40 Jahren,"Led Zeppelin I -III".

Ein erster Höreindruck bestätigt die hohen Erwartungen an die Neuauflage der Klassiker. Der Sound ist extrem dynamisch, detailreich und verblüffend präsent, auch sehr klar, wie man es von so alten Aufnahmnen eigentlich kaum noch erwarten kann.Falls Du Interesse daran findest, mache Dich in der kommenden Ausgabe der "stereoplay" ein wenig schlauer über die LPs, vielleicht hilft es Dir auch ein wenig, Deine Ressentiments gegenüber den gehobenen Ansprüchen des Musikhörens abzubauen und die verbesserten Qualitäten der Neuauflage anzuerkennen - schließlich lernt man im Leben nie aus.

In diesem Sinne schöne Grüße

Martin P.

Hoffentlich...

Hoffentlich hast du Dir die Komplettedition gekauft, also Vinyl-LPs plus CDs!

Die CDs darfst Du mir gern mal leihen, werde sie mir ansonsten umgehend kaufen, Dir dann gern leihweise zur Verfügung stellen.

Was nun allerdings und ganz pragmatisch gedacht -das Beiwerk wie Booklets, unveröffentlichte Songs etc. mal außen vor gelassen- zu der Frage führt, die HiFi-Puristen eigentlich umtreiben müsste. Remastern der alten Bänder und nach mehr als vierzig Jahren bedeutet ausschließlich, ausschließlich die Aufarbeitung via Digitaltechnik.

Was also und mal ganz ernsthaft gefragt, bringt in dem Falle das Vinyl gegenüber der CD, der digitalen Datei als nun neuen Master?

Bei direct-to-disc mag ich das noch ein Stück weit verstehen, aber bei  digitaly remastered...