29 Mär 2014

Deflation voraus!

Submitted by ebertus

Spanien rutscht "überraschend" in dieselbige. Das einzig wirklich Überraschende an dem, was großmedial aktuell verkündet wird, das ist wohl der Terminus des augendeckelklappernd vermeldeten "überraschend".

Wenn Menschen in einem gar staatsräsonalen, sachbezwangten und sowieso alternativlosen Gestus in zunehmender Zahl auf die Basic der Existenz, auf die unterste Ebene der bekannten Bedürfnispyramide verwiesen werden, dann ist deren Verhalten doch nur sehr wenig überraschend, oder?

Politisch geht die Tendenz -mit historischen Beispielen belegt- eher in die konservative, die reaktionäre, die Rechte Richtung und ökonomisch  kommt das Fressen vor der Moral. Wer das nicht so sieht, nicht so (er)lebt, dem geht es einfach noch zu gut; Punkt!

Ein hervorragendes Konsumklima wird doch immer mal vermeldet - und dann das, Deflation via/wegen der Konsumverweigerung? Aber schon diese suggestive Begrifflichkeit ist eine Unterstellung der großmedialen Marionetten, gestützt auf absolut seriöse Meinungsforschung. So sitzen die Menschen trotz zunehmend prekärer Beschäftigungsverhältnisse nach diesem Bilde wie weiland Dagobert Duck nur so auf den prallen Geldsäcken.

Was bleibt als Statement  und jenseits der politisch-medialen Hütchenspieler?

Deflation, find ich gut; ganz ohne Studium der Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft etc. (feel free). Spätestens seit 2008 ist das, ist der akademisch verbrämte Budenzauber wohl auch nicht mehr wirklich wichtig, hilft virtuell wie real, wenngleich auch nur temporär bestenfalls das von Ben Bernanke schon mal angedachte Geldabwerfen vom Helikopter.

 

Deflation - Next!

Hochoffiziell, klammheimlich eingestanden!

Ja, Deflation (anstelle von Inflation) wäre doch mal eine Herausforderung, nicht zuletzt für diejenigen, welche seit 2008 nichts, rein garnichts gelernt haben.

Erst vor wenigen Tagen wurde nicht nur in der dFC darüber spekuliert ...

So schnell schlägt Spekulation in Realität um und es wird mit Sicherheit ähnlich und dennoch wieder ganz anders als vor bald einhundert Jahren. Die Ähnlichkeit besteht in der aktuell zu beobachtenden Kriegsrhetorik, dem "die Reihen schließen" und ansonsten ist wer nicht für uns, dann mit Sicherheit gegen uns.

Das absolut Andere, Neue gegenüber dem Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts ist a) die globale Verflechtung gerade der multinational agierenden Konzerne und b) schlimmer noch, die Diskrepanz zwischen Real- und Finanzwirtschaft. Damit zum Thema bzw. dem Aufhänger.

Mario Draghi lässt im Namen der EZB nun hochoffiziell die Hosen runter, wie die SZ berichtet und macht das Schneeballsystem zur kommenden EU-Staatsräson. Die immer wieder neu geretteten Banken stecken das Geld der Notenbank, welches sie faktisch zum Nulltarif erhalten, längst wieder in die Staatsanleihen, gerade denen von Krisenländern. Diese Anleihen wiederum werden immer wertloser und müssen dann von der EZB einmal mehr gerettet, sprich aufgekauft werden, das klassische Ponzi-Schema.

Die im Grunde verbotene Staatsfinanzierung derartiger Geschäfte stört hierzulande nicht einmal mehr die Bundesbank oder das BVerfG so wirklich, weil auch Richter natürlich wissen, was auf dem Spiele steht. "Süchtig nach regelmäßigen Liquiditätsspritzen" titelte Telepolis vor bald einem Jahr, und nun ist es wohl auch in EU-Land soweit; die FED macht das bereits länger mit einem großen, zumindest medial kolportierten Erfolg; die bekannten Pontemkinschen Dörfer sind da garnichts gegen...

Immerhin, und noch so ein Unterschied zu früheren Zeiten, muss heute nicht mehr real das (Papier)Geld gedruckt werden. Die Zentralbanken schöpfen virtuell und in jeder beliebigen Höhe. Selbst kleine Länder wie Belgien und gar EU-Mitglied, die können locker US-Staatsanleihen kaufen wie sie nur wollen. Das Geld ist eh' nur Spielgeld, wird von der FED virtuell mal schnell zum Schneeball verarbeitet.

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Und damit wieder in die Niederungen der realen Welt, der einer überwiegenden Zahl von Menschen. Wenn die Banken das ihnen quasi zum Nullzins zur Verfügung gestellte, virtuelle Geld nun gleich wieder in Staatsanleihen anlegen, statt es -wie gewünscht bzw. blauäugig gefordert- realwirtschaftlich zu verleihen, dann ist das zumindest sehr pragmatisch, realweltlich gedacht.

Zum einen müssen sie die Solvenz des Schuldners streng, strenger als früher prüfen und zum anderen fragen Firmen und Einzelpersonen etc. in der Regel, ohne sich "the american way" subprimen zu lassen, doch nur dann entsprechend nach, wenn es für sie eine reale Perspektive gibt das Geliehene auch zurück zahlen zu können. Aber genau diese Aspekte scheinen in den Diskussionen der Banker nebst derer politischer Marionetten überhaupt keine Rolle zu spielen.

Autos kaufen nun mal keine Autos;

und das ist im eigenen Interesse, dem des Menschen auch gut so. Konsolidieren statt konsumieren dürfen, ja müssen auch Privatpersonen; und das ist ebenfalls gut so, macht es doch weniger abhängig von der Schneeballschlacht. Als Ironie am Rande darf festgestellt werden, dass der Staat per Postulat bzw. Gesetz ja genau dies nicht mehr tun will, was er Unternehmen und Privatpersonen so sehr empfiehlt - Schulden machen!