29 Apr 2014

Wahlplakate

Submitted by ebertus

Europawahl ante portas! Darf man über Wahlplakate nachdenken? Sich auch mal einen Slogan konkreter vornehmen? Abhängig von der (gefühlten) Parteipräferenz? Gern der Diffamierung anheim gestellt?

Heute vormittag beim Joggen im Süden von Berlin, die Motzener Straße (Industriegebiet) entlang in Richtung dem ehemaligen Mauerweg die Plakate gesehen, gelesen. Dann draußen in Brandenburg etwas verhaltener gelaufen, ein Plakat, eine Sequenz mal etwas konkreter reflektiert. Nach der Rückkehr und in der Sauna diesen Blogtext hier schon mal ganz grob entworfen.

Griechen leiden

Deutsche zahlen

Banken kassieren

So in etwa ging das, klang das. Schlichte Fakten oder Demagogie? Wer wollte da wen gegen wen aufhetzen? Die IT-Affinen hier werden das natürlich gleich googlen, einer Partei zuordnen und dann möglicherweise die bekannten Reflexe jenseits des Inhaltlichen, mit Sicherheit auch weit jenseits der Intention dieses Blogs hier zeigen.

Go ahead...

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Ansonsten... Zuerst war darüber nachzudenken, dass die Kategorien, die Gruppen recht pauschal benannt sind. So gibt es -außer bei Rassisten- weder "die Deutschen" noch "die Griechen"; und "die Banken" sind dabei wieder eine ganz andere Kategorie, kaum so vergleichbar.

Andererseits, und seriöse Untersuchungen zeigen dies schon mal, so sind die Einkommens- und Vermögensverhältnisse weniger Deutscher seit 2008 kräftig gestiegen, während genau diese Verhältnisse vieler Deutscher bestenfalls stagniert haben. In Griechenland wird das quantitativ niedrigerem Niveau nicht viel anders aussehen.

Und wer wollte bestreiten, dass die Mehrzahl der Griechen leidet, wer außer der bekannten Zeitung mit den vier Buchstaben? Mit genau dieser, derer Diffamierungskampagnen müsste man sich dann wohl gemein machen, soweit obiger Wahlslogan als grundsätzlich falsch entlarvt werden sollte. Ja, so gemein ist das mit der Dialektik... während es beim Überbringer der Botschaft doch ganz easy sein sollte.

Ob die Deutschen zahlen, das wäre noch eine ganz andere Frage. Einen Solidaritätszuschlag wie den für die sog. neuen Bundesländer gibt es jedenfalls noch nicht. Hier sind mit Sicherheit wesentlich subtiler agierende Kräfte am Werk, man will sich ja nicht so schnell erwischen lassen. Da muss alles ganz rechtsstaatlich eingerahmt werden; schlimmstenfalls als alternativloser Sachzwang in dem Sinne, wie die öffentliche Infrastruktur, sprich: das Gemeinwesen hierzulande nach und nach vor die Hunde geht.

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Bleiben die Banken. Da wäre dann zuerst einmal -und wie aktuell neu gelernt- als beinahe Priorität zu klären (geht aus dem Wahlplakat leider, leider nicht hervor) welcher Religion (ob überhaupt einer), welcher Nationalität die handelnden Personen und deren Aktionäre, sprich: Eigentümer angehören. Falls das dann passt, so ist die weitere Diskursstrategie klar, einfach sowieso; das muss hier nun nicht weiter vertieft werden.

Anyway, Banken sind grundsätzlich systemisch wichtig; das war ab 2008 dann auf fast allen medialen Kanälen zu lernen und die für deren Rettung aufgewendeten, in der Regel ausschließlich virtuellen Beträge müssen ja eh' nicht real bei den Griechen ankommen. Diese Leidenden wurden ja vollkommen systemkonform subprimed, deren ehemals reale Schulden und mangels jeglicher Chance auf Begleichung werden nun eben direkt, auf kurzem Wege mit den Gläubigerbanken -hierzulande-verrechnet, denen vergütet.

So rettet sich wer kann...

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Fazit dieser gern als launig zu bezeichnenden Einlassungen: Bitte keinesfalls über die genannten, eben hinzunehmenden drei Zeilen auf dem Wahlplakat hinaus weiter nachdenken. Das bringt nichts! Stattdessen bietet sich und sehr dankbar die derart plakatierende Partei an - und soweit dies dann zu abstrakt, zu anonym erscheint, gern auch der Blogautor. Danke!