7 Nov 2010

Der Tag neigt sich,

Submitted by ebertus

der Zug nähert sich Dannenberg (07.11.2010/19:00) und natürlich werden die Castoren "irgendwann" Gorleben erreichen, vorerst dort endgelagert. Reflektionen bezüglich dem eigenen Engagement sind angezeigt, sind im Zeitalter des Web 2.0 nicht nur im privaten Tagebuch möglich. Dieses wwww (gemäß heise/hal faber, "was war, was wird") ist auch Teil der Historie, der perspektivischen Fragestellung.

1967 bereits unter den Wasserwerfern am West-Berliner Kranzlereck waren Berufstätigkeit, Existenzsicherung und Familienbezug dann erste Priorität. Und heute, unter den Bedingungen eines bedingungslosen Grundeinkommens (u.A. erworben durch Jahrzehnte langes, solidarisches "Einzahlen" oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze) sollte Zivilcourage angesagt sein, keinesfalls Dankbarkeit ob dem Genuss einer gewissen, existentiellen Sicherheit im Rahmen der sogenannten Pferdeäppeltheorie. OK, wir können davon leben; nicht nur existieren, aber das bedeutet keinesfalls, sich dem zunehmend dahinter stehenden, menschenverachtenden, neoliberalen Gedankenbild zu ergeben.

Nein, mit gut 63 Jahren beteiligt man sich nicht (mehr) am "Castor-Schottern"; und auch Sitzblokaden waren bis zu diesem klärenden Spruch des Verfassungsgerichts immer mal mit Strafe bedroht. Aber Solidarität zeigen, das sollte über den Betrieb dieser Website schon hinaus gehen. Vor einigen Wochen war ich in Berlin bei dieser "Freiheit statt Angst" Demo, im März 2009 bei der "Wir zahlen nicht..." Demo in Frankfurt am Main - und für den 20. November ist die (erstmalige) Teilnahme an der angekündigten Großdemo in Stuttgart fester Bestandteil des Terminplanes. Friedlich natürlich, altersgemäß sowieso. Aber das Mitführen einer (Video)kamera ist ja (noch) nicht verboten und der anschließende Rückzug in ein definiertes Quartier ebenfalls Bestandteil der Solidaritätsbekundung.

In Wendland, in Gorleben etc. ist die Situation (für mich) etwas anders. Es ist weites, offenes Land und mir absolut unbekannt. Eine Infrastruktur für den ggf. notwendigen Rückzug gibt es nicht, zumindest nicht so wie in den Zentren von Berlin, Frankfurt oder Stuttgart. Ja, vielleicht, wenn man Einheimische dort kennen; oder eben einige Jahrzehnte jünger wäre. Aber so bleibt nach langen, intensiven Überlegungen im Vorfeld, nach vielen Diskussionen und Abwägungen eben nur die emotionale, die gedankliche Solidarität. Ja, die Lage des Endlagers und die Jahreszeit für diese Transporte sind keinesfalls zufällig.

Schauen wir also - natürlich mit positivem Engagement, mit absoluter Solidarität für die Sache der Atomkraftgegner - was in dieser Nacht und ggf. morgen dort noch so passiert.

Und vielleicht sehen wir uns am 20. November in Stuttgart ...