9 Okt 2013

Mehr als Betroffenheitsökonomie?

Submitted by ebertus

Eine Wanderung auf der nach oben offenen Skala an Bigotterie in einem nicht leeren Land.

Begonnen sei mit möglicherweise provozierenden Fragen:

Warum haben SPD und mehr noch die Grünen samt nachlaufender medialer, gar intellektueller Betroffenheit die Frage von Asyl oder auch Einwanderung eigentlich nicht zu einem Wahlkampfthema gemacht?

Warum haben sich die genannten Kreise vor den Wahlen lediglich an der AfD abgearbeitet, diese Partei in die rechte Schmuddelecke gestellt - und darüber hinaus? Nichts! Halt, dahingehend warnende Betroffenheitsbeiträge beim Freitag gab es schon...

Warum haben, und über alle berechtigte Kritik an dem Innenfriedrich hinaus, die sich nun betroffen gebenden Kreise das nicht selbst und sehr konkret benannt, was Qualitäten, Quantitäten, Verteilungsmodalitäten, notwendige Rahmenbedingungen etc. betrifft?

Warum werden die seit dem Ende der Geschichte zunehmend geführten Weltordnungskriege, der Neokolonialismus, das Nationbuilding und die neue Kanonenbootpolitik unserer Freunde von der ganz großen Koalition systemkonformer Parteien und Politiker nicht als das benannt und kritisiert was sie faktisch sind? Ein wesentlicher Grund für diese zunehmende Völkerwanderung!

Letzte Frage: Sind "Aufmerksamkeitsökonomie" und "Betroffenheitsökonomie" möglicherweise nur die zwei Seiten der gleichen Medaille?

Ansonsten, die Wahlen sind doch erst mal vorbei, oder...?

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Ein gängiger Reflex: So werden diejenigen, welche im Tenor der Guten, der Verstehenden, der konkrete Antworten Habenden nicht gleich mitsingen beinahe umgehend in eine irgendwie rechte Ecke gestellt. Das ist nicht nur unredlich, es ist intellektuelles Rabaukentum, (eigene) Hilflosigkeit durch Aggressivität kaschierend. Sich auf der wohl recht einsamen, mit Sicherheit aber äußerst heimeligen Insel abseits jedweder existierender "Verkehrslinien" bewegend; der Elfenbeinturm...

"Das Land ist nicht leer" hier meinerseits in einem anderen Blog via Kommentar niedergeschrieben und in einem übertragenen Sinne, als Distanz zu verstehen - dennoch unter impliziter Vereinnahmung des gern in die dumpf rechte Ecke gestellten Spruches vom "Das Boot ist voll". Und es ist für mich ein Zeichen von Ignoranz, Bigotterie ebenfalls, dass zu intellekter Reflektion und Differenzierung fähige Menschen den Kopf vor der Realität des Seins in einem nicht leeren Land so tief in den Sand vergraben. "Ich bin klein, mein Herz ist rein!" Nun ja, das wäre immer noch besser, als wenn; ...siehe oben...

Das Land hier ist nicht leer, und dies meint nicht die geografische Ausdehnung im Verhältnis möglicherweise zur Bevölkerungszahl, sondern das nicht leere Denken derer, die bereits hier sind; eben kein Arendt'scher Neubeginn qua Geburt. Und auch kein Jungbrunnen an zahlenmäßig eher marginaler, verstehender Intellektualität; eher Ausdruck derer Hilflosigkeit, mich eingeschlossen! Aber auch kein Platz, wo die Thinktanks der Guten die oft richtigen, zu begrüßenden, zu unterstützenden theoretischen Überlegungen eben mal so in die Praxis umsetzen (lassen) können. Und dies hängt wohl (auch) damit zusammen, dass Anforderungen, Konsequenzen und Rahmenbedingungen dieser Umsetzung in einem nicht leeren Land eben nicht mit gedacht sind, bestenfalls als Marginale aufscheinen, sich die Protagonisten, die Denker qua eigener Herkunft, des eigenen als normal erlebten Umfeldes dieses Mangels vielleicht nicht einmal bewußt sind.

Möglicherweise sind die Trigger hier zu provozierend für die eingangs festgestellte, ganz bewußte Unverbindlichkeit. Natürlich, wollte man(n)/frau sich auch in der Anonymität des Internet nicht über Gebühr angreifbar machen; bei einem Thema wo nichts -wie auch immer verstanden- zu gewinnen ist. Nur scheint mir dieses Thema und im Sinne des nicht leeren Landes, eine Frage von ganz grundsätzlicher Bedeutung für die Gesellschaft. Weniger, weil vorerst und absehbar kaum selbst von möglichen Auswirkungen betroffen, aber mir ist sehr klar, das es viele Menschen hierzulande sind, noch viel mehr dies glauben - berechtigterweise oder auch nicht.

Noch mehr Klartext? Wenige hundert Meter entfernt von meinem komfortablen Platz am Schreibtisch befindet sich die Kirche im Zentrum von Berlin-Lankwitz. Mittwochs ist Tafeltag! Jedes mal, wenn ich dort rein zufällig um die Mittagszeit vorbeikomme scheinen mir die Schlangen, das Gewusel um die Kirche herum größer geworden zu sein. Spätestens nach der Lektüre von "Schamland" waren die letzten Zweifel beseitigt in der Frage, warum HartzIV-Sanktionen weitgehend als Selbstzweck exekutiert werden können; ohne dass die zu einem selbstbestimmten Leben ausreichend bezahlten Arbeitsplätze überhaupt zur Verfügung stehen. Die Leute werden schon nicht verhungern, es gibt ja die Tafeln!  Nur bei einem total anderen Verständnis von Gesellschaft, von menschlicher Existenz wäre nach meinem Dafürhalten eine derartige Herausforderung, wären umfangreiche Zuwanderung, Asyl etc. heute möglicherweise und in positivem Sinne adressierbar, wenigstens von der beinahe schon absehbaren weiteren Eskalation zu lösen.

Unter dem aktuellen Paradigma einer postindustriellen und dennoch der Akkumulation von Mehrwert (für Wenige) weiterhin sklavisch verpflichteten Gesellschaftform ist dies jedoch unmöglich!

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Das sog. "Bedingungslose Grundeinkommen" (BGE) -und in welcher konkreten Ausprägung auch immer (feel free)- sei hier lediglich als Beispiel, als Synonym für das genannte total andere Verständnis von Gesellschaft, von menschlicher Existenz genannt, wo Schwache eben nicht gegen die noch Schwächeren ausgespielt werden.

Eine Gesellschaft, die immer weiter auseinander driftet in wenige, fast alles Besitzende und viele, viele Habenichtse, eine Gesellschaft, welche sich ein menschenverachtendes HartzIV-System leistet, darüber Sanktionen in immer größerem Ausmaß und als Selbstzweck, sprich: Disziplinierung exekutiert und die verbliebene sog. Mittelschicht darüber einschüchtert und instrumentalisiert, eine Gesellschaft deren zunehmende prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse bis weit in das sog. akademische Proletariat hineinreichen, eine derartige Gesellschaft betreibt schon unter legaler Einwanderung eine Gratwanderung bei der Bewältigung unvermeidlicher Umbrüche. Mehrere Generationen wären wohl anzusetzen, diese notwendigen Prozesse gesellschaftlichen Zusammenwachsens zu organisieren.

Zumal die einheitliche, eine verbindende Sprache fehlt, die als alternativlos gesetzten ökonomische Prioritäten zunehmend viele Menschen faktisch überflüssig machen. 

Bei legalem Asyl -konkrete Modalitäten werden von den weiter oben erwähnten Kreisen nicht genannt- geht es nicht darum, in irgendeiner Form "das Boot ist voll" zu rufen; beinahe reflexartig in dumpf rechtes Denken einzuordnen. Es geht vielmehr darum, den bereits existierenden Menschen in einem nicht leeren Land die insoweit notwendigen (Mindest)Rahmenbedingungen zu verschaffen, damit auch und gerade die Schwachen die noch schwächeren Fremden ohne einen zu großen, ohne substantiellen Widerstand akzeptieren.

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Diejenigen Wenigen, welche eh' in den auch hierzulande erwartbar zunehmenden sog. Gated Communities leben, die wird das alles weniger interessieren, ist es im Wesentlichen eine Frage der Aufrüstung, der Verteidigung von Besitz und Existenz.

Diejenigen und ebenfalls Wenigen jedoch, welche und in der Regel ohne relevanten (materiellen) Besitz zu Reflektion und Differenzierung fähig sind, sie sollten den Elfenbeinturm verlassen und über eine Betroffenheitsökonomie hinaus die faktische Realität des Seins in einem nicht leeren Land ernsthaft konstatieren - statt sie zu ignorieren.

Diejenigen Vielen, the rest of us ...?

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Warum dieser Ausbruch meinerseits? Weil Aufmerksamkeitsökonomie und Betroffenheitsökonomie möglicherweise nur die zwei Seiten der gleichen Medaille sind, mich ein Kommentar von @OBERHAM in einem Freitagsblog beinahe reflexartig zu einem Blick in den Spiegel zwang, weil Substantielles für viele Menschen (vielleicht ohne das sie es direkt bemerken, sie müssten mal nicken...) recht nahe an dem liegt, was dort kritisiert wird

 

auch von dir: nur betroffenheitsökonomie.

ein bißchen anders gewendet zwar, weil ja das land nicht leer (wer hätte je anderes behauptet?)
aber mit dem, was es an regularien gibt, mag auch ebertus sich nicht auseinandersetzen, sondern beschränkt sich auf die abwehr von dem godwin seinem law.
und ist froh, dass er glück hatte - was ihm ja auch gegönnt ist. aber mehr als die neuen weltordnungskriege ist nicht, fällt ihm nicht ein.
vielleicht ist ja http://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/lampedusa-eine-deutsche-se...
ein anstoß, weiter zu denken?
vielleicht ist es auch die mediale aufbereitung von Leonarda und Hollande?

Noch so ein "Punkt",

hier mal separat neu angehangen.

Wenn jetzt von den Guten, den Betroffenen, von den urbanen Intellektuellen hierzulande und zunehmend Neonazis, Rassisten, Fremdenfeinde dumpf Rechte etc. auch schon mal inflationär erkannt werden, sind dann damit "die Deutschen" gemeint; vielleicht in dem sehr selektiven, speziellen Sinne ähnlich dem (Denken) der "best friends"?

Eine junge Frau, Tochter von sog. Russlanddeutschen, dort noch geboren aber hier aufgewachsen und studiert, sie verliert zum Jahresende gerade einmal mehr den befristet-prekären Job. Ihr ebenfalls gut gebildeter polnischer Lebenspartner bewegt sich in ähnlichen Verhältnissen, was das beruflich prekäre betrifft.

Ob diese beiden jungen Leute mit ihren gerade dreissig Lebensjahren auch über Migration nachdenken? Wenn ja, dann wie? Sehen sie sich ebenfalls als Migranten? Vom formalen Intellekt her müssten sie das Thema ja durchdringen können. Eine spannende Frage, finde ich, wenn man das mal auf die hierzulande vielen Millionen Menschen mit "irgendwie" Migrationshintergrund bezieht.

Ist die Vita der beiden halbwegs exemplarisch für die andauernde innereuropäische Migration? Oder versuche ich jetzt gerade ein Beispiel zu konstruieren, wie eben Schwache gegen noch Schwächere ausgespielt werden?

den vibrationshintergrund

braucht es nicht. der taugt bestenfalls/vielleicht vordergründig oder hinterfotzig zur/als erklärung.
ja sicher denken sie darüber nach. oder wird ihnen das darüber nachdenken angesonnen.
obwohl: vielleicht nennt man es dann nicht (mehr?) migration sondern mobilität. oder flexibilität.
und je nach dem gilt das - mobilität, flexibilität, migration+ambulare - als privileg oder als makel, auch nationalstaats-grenz/e-überschreitend.

mir scheint: es kommt immer darauf an, in welcher/wessen gesellschaft dies grenze-überschreiten stattfindet. tust du es in einem schlauchboot, könnte es böse ausgehen. tust du es in einer corporation (mitsamt entsprechender identity), kann das ergebnis ein geruhsamer lebensabend in der land-oder sonstigen doppelhaushälfte sein oder in einer altersresidenz, wie du sie gleich neben dem KaDeWe -> http://tertianum.de/index.php?id=64
aber auch am stadtrand -> http://www.augustinum.de/kleinmachnow-bei-berlin/
finden kannst.(black fridays mal außen vorgelassen).

wer spielt nun also wen gegen wen aus?
die davongezogenen die zurückgebliebenen gegen die auch-davonziehen-wollenden? oder umgekehrt?

Hinterfotzig? Gern!

Werde den Ansatz hier mal in einem separaten Blog noch etwas vertiefen; das habe ich mir gerade auf der saunaseitigen Schwitzbank überlegt. Aufschreiben, d'rüberlesen, reflektieren, gern auch mit anderen diskutieren und dann ggf. modifizieren, das bringt mir ganz persönlich recht viel. Mir eben, weil ich ja nur ein Lernender mit -zugegeben, nicht ausbleibend- gewissem gelebten und erlebten Horizont bin.

das gehört schon zusammen

wenn es um dies sonderbare teil namens migrationshintergrund geht: vordergründig+hinterfotzig.
auch du hast das, strenggenommen. meinst aber, es hinter irgendsowas wie gemeinsamer kultur, sprache und sozialisation (lies doch nochmal nach, wie genau du es geschrieben hast) verstecken zu können. ich hab auch migrationshintergrund - und meine damit die erfahrung, irgendwo anders als da, wo ich herkam, als die fremde angesehen+behandelt zu werden, die gefälligst da wieder hingehen soll, wo sie herkam.
mein fazit daraus: diese erfahrung ist ganz nützlich. sie schärft die sinne für die willkürlichkeit und beliebigkeit und das zugleich planvolle, die in dieser und anderer zuschreibung liegt. für das, wer+was genau wovon genau da ausgeschlossen werden soll.

eigentlich, so ganz eigentlich

ist migrationshintergrund ein statistisches ordnungskriterium (kammer googeln)
und wenn man es sich mal genau überlegt, dann ist die erfindung dieses ordnungskriteriums dem umstand geschuldet, dass dank diverser familien-etc-rechts-reformen der inländer vom ausländer nur noch schwer zu unterscheiden ist, seit die frauen mit der eheschließung mit einem ausländer nicht mehr 'nur' die deutsche staatsangehörigkeit nicht verlieren, sondern diese auch noch an die in diesen ehen geborenen kinder weitergeben. und seit kinder ausländischer eltern auch ohne diese sich einbürgern lassen können. und seit auch männer ohne zu heiraten die deutsche staasbürgerschaft an kinder ausländischer frauen weitergeben können, die sie entweder noch ganz richtig gezeugt oder auch nur als die ihrigen anerkannt haben.
diese mit der moderne/postmoderne entstandene 'unordnung' mußte neu geordnet werden. daher diese erfindung.
hinzu kam, dass manch einer das bedürfnis hatte, den formal deutschen aber doch eigentlich und irgendwie ausländischen/fremden vom 'richtigen' deutschen zu unterscheiden. ein abschreckendes beispiel dafür ist das, was der oberstaatsanwalt Reusch in seinem vortrag http://www.hss.de/downloads/071207_VortragReusch.pdf mit dem schönen titel "Migration und Kriminalität - Rechtstatsächliche und kriminologische Aspekte und Lösungsansätze für eine erfolgreiche Integration" veranstaltet hat, um due gruppe der deutschen intensivtäter zu verkleinern und die vor allem 'orientalische' gruppe der intensivtäter zu vergrößern.
das bedeutet nicht, dass man 'migrationshintergrund' sozialwissenschaftlich nicht auch anders fruchtbar machen könnte. sondern nur, dass es im öffentlichen diskurs nur sehr selten geschieht.
und - mag sein, das kommt einem akademisch vor - ich meine halt, dass man 'klasse' bei der analyse, wie und wozu und gegen was migrationshintergrund zum einsatz kommt, nicht ignorieren darf.

Migration via Klasse?

Da rennst Du bei mir möglicherweise weit offene Türen ein, will mich dahingehend aber eigentlich nicht mehr so echauffieren. Die Jungs (überwiegend) habe ich zur Genüge kennen gelernt, in der Firma und in der Gewerkschaft. Wer dort aus armen, einfachen Verhältnissen migrierte, der hat(te) ab einem gewissen Punkt alles Vorherige abgeworfen/abzuwerfen, durfte unten am Thron (um nicht Katzentisch zu sagen, was für das politische Umfeld besser passt) der Herren platzunehmen.

Ansonsten Danke! Den Reusch werd' ich (nach kurzem Überfliegen) dann mal lesen, mit Sicherheit auf mein Verständnis hin interpretieren.

möchtest du damit sagen

du seiest, weil nicht so ganz armer einfacher herkunft, eher herr denn knecht gewesen?

Wollte ich nicht sagen

Vielleicht aber, dass ich beispielsweise eher einem Guttenberg denn einem der via Klasse migrierten untertänig gewesen wäre. Weil ersterer benutzt mich, bezahlt mich und ansonsten tschüss...

Der Klassenmigrant schleppt stattdessen alles so mit sich herum, was er qua Sozialisation vielleicht erlebt und/oder sich erträumt hat - wenn er dann mal Herr wäre...

Und weil mir heute, heutzutage -ein wenig zumindest- Zeit und Muße für kultur- und geisteswissenschaftliches Reflektieren gegeben ist, so kann ich Arendts "Eichmann in Jerusalem" relativ gut kurzschließen mit dem, was einfache, banale [sic!] Menschen denken und leisten können, soweit sie irgendwann über eine gewisse Macht verfügen.

Dass "nichtbanale" Menschen dies noch viel mehr können, vermögen, das sei damit nicht ausgeschlossen.

versteh ich nicht!

einfache arme herkünftige SIND banal, weniger einfache arme sind zum besseren sozialisiert? können auch mal gute herren werden (wollen)?

Hinter dem nächsten Dorf

oder ab "wo" beginnt Migration, falls man das überhaupt irgendwie geografisch sehen wollte. Mein Vater, den man auch als "Wanderarbeiter" bezeichnen könnte, der sagte mal bezüglich der kleinen VerkäuferInnen, die er als Bereichsleiter in den Filialen einer norddeutschen Handelskette betreute:

"Wenn die morgens aus dem Nachbardorf zur Arbeit kommen, dann haben manche mittags bereits heimweh"

Und falls man es eben nicht/nur wenig geografisch, auch nicht/nur wenig kulturell und natürlich ebenfalls nicht/nur wenig der verbindenden Sprache nach abhandeln wollte...,

dann entschwindet das Thema (aus meiner Sicht) in eine von der Realität vollkommen losgelöste akademische Ebene, was möglicherweise -hartes Wort vielleicht, sorry for that- auf gewisse intellektuelle Selbstbefriedigung hinausläuft; eine gegenseitige Assistenz wie im Freitag immer mal gesehen ausdrücklich eingeschlossen.

was denn sonst, als geistige Masturbation sind "eigene" Blogs

und Webseiten, so wie auch diese, von Privatleuten?
Die eigene Meinung für so bedeutend zu halten, um sie lauthals aus dem offenen Fenster einem anonymen und zufällig vorbei ziehenden Publikum zu servieren, kann wenig anderes sein, als eitle exhibitionistische Selbstdarstellung.

Abschreckende Beispiele gibt es z.B. in dFC mit einer gewissen extrem überheblichen Dame mit Übergriffigkeits-Trauma oder einem geschwätzigen Idiotentest-Psychologen mit zwanghaftem N-Wort-Syndrom. (nur zwei, von ganz vielen Peinlichkeiten)

Leider ist auch die momentane "Betroffenheit" in Sachen Flüchtlinge und Einwanderer nichts weiter als ein Strohfeuer, das den aktuellen Ereignissen geschuldet ist, ganz so, als gebe es das "Problem" erst seit ein paar Tagen, und nicht schon seit Jahrzehnten.

Anders ausgedrückt, die berühmte durchs Dorf getriebene Sau der Woche.

Der bigotte Hintergrund (sic!) wird z.B. an der gleich großen und intensiven "Aufmerksamkeit" für die freistehende Badewanne eines selbstherrlichen Kirchenfürsten deutlich, die in der öffentlichen Wahrnehmung praktisch den gleichen Stellenwert einzunehmen scheint wie das Leid von Millionen Menschen.

Ich verlinke mal auf zwei Beispiele, die zeigen, dass es auch anders geht:

http://j.mp/1aQnXxn
http://j.mp/1aQo2Rq

Freitags-Exkommunizierung

gut überstanden @Forenboy?

Rein quantitativ gesehen: Soviel wie Du an dem, was Dich die Zeitung mit den vier Buchstaben gelehrt hat, was Du in vielen, vielen Foren bis zur wiederholten Austreibung Deiner selbst dumpen durftest, soviel werd' ich im verbleibenden virtuellen Leben nie mehr exhibitionieren können; never...

Dabei hat Dich doch niemand wirklich eingeladen, haben alle Guten, die Dich nach erstem Erleben eh' nicht gleich wieder sperren alle Hände voll zu tun mit ihrem Gutsein; werden von Dir eher sehr selten durch ein zum jeweiligen Thema inhaltlich passendes, nachhaltig verwertbares Körnchen belohnt; me too.

Dennoch vorsicht, private Hausherrenmodelle leben nicht selten von dieser Machtausübung, sind schlimme Exorzisten und tun dennoch auch Gutes dabei. Dieses Fachwort fällt mir jetzt gerade nicht ein... aber das soll es geben, dass jemand Freude an (sich selbst) zugefügten Schmerzen hat; und seien es die eines wiederholten virtuellen Todes.

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Btw. und gern OT hier: Beim Freitag findet gerade mal wieder eine kleine Diskussion zum BGE statt, momentan leider ohne Deine qualifizierte Beteiligung; während ich mich dort ein Stück weit exhibitionieren darf. Have a look ...

Der Tag fängt gut an!

Ein Text, der auf entsprechendem sprachlichen Niveau vieles von dem ausdrückt, was ich als hoffnungsloser Wortbastler hier und anderweitig in Blogs und Kommentaren immer mal gern sagen dürfen wollte... damit die Schublade stimmt.

Das Zitieren einzelner Passagen spare ich mir hier, wer lesen kann, der sollte (selbst) lesen. Ansonsten Danke!

Link zum Freitag

äh... ?

was ist jetzt an dem text so toll?
außer dass er das, was du betroffenheitsökonomie nennst, bei - mal wieder, überraschung! - den 'anderen' verortet. bei denen, die nicht verstanden haben, was links-sein wirklich wäre oder so ähnlich.

mich interessiert so was nicht. das bedient auch nur den verschiebebahnhof der schuldgefühle.
mich interessiert, wie man mehr und anderes über migration (und asyl) wissen kann und wie man dahin kommt, anders als im jargon der selbst-besoffen+betroffenheiten darüber miteinander zu sprechen.

mein ansatzpunkt: migration ist ein urphänomen der menschheit (hat Liselotte Funcke auch mal schreiben lassen, ich hab den artikel noch) - grenzen, zumal nationalstaatliche, sind es nicht.
im gerede von den flüchtlingen (bevor die italiener von clandestini schwatzten, sagten sie: sono tutti turisti - das hatte was, denn turisti haben rechte!) wird der neue staatenlose hergestellt. die refugees arbeiten sich in ihrer unterscheidung von non-citizens und citizens daran ab .... vielleicht bei http://www.refugeetentaction.net/index.php?lang=de mal rein+weitergucken? ... und dann noch mal an rasse-klasse-nation weiterdenken, und was in dem zusammenhang heimat wäre (außer einem psycholokalen zusammenhang, in dem der wohlstand immer bei den anderen und mühsal+plage bei sich selbst vermutet wird)

und: migration ist nicht nur flucht vor sondern auch lust auf!

"Toll" ist an dem Text,

soweit man(n)/frau toll als Terminus in dem Kontext überhaupt akzeptieren mag, dass der Autor dieses von mir genannte, ein Stück weit thematisierte "nicht leere Land" weiter im Detail ergründet. Und dies in einer Sprache, bei der es selbst den hartgesotten formal Wissenden, von DvW über e2m bis hin zu diesem bereits erwähnten "grünen" -beinahe im Wortsinne Berufsbetroffenen ("book me" auf der im Freitagsprofil verlinkten Website habend)- schwer fallen dürfte, hier auch nur ansatzweise mit Godwin's Law zu wedeln.

Ja, da bleibt im Grunde nur ignorieren, nicht interessiert sein, wie das die "best friends" und nicht zuletzt in Gestalt dieses multiplen @Watchdog gerade wieder anhand des aktuellen Buches von Peter Beinart zelebriert haben, von dem mittlerweile auch in deutscher Sprache verfügbaren Buch Butlers nicht zu reden...

Ok, aus dem Füllhorn der "tollen Wahrheiten" dort nur zwei Zitate:

"Die Klugen der Stadt, die Vielleser und Allesdeuter unterstellen ihnen Wohlstand, den es doch wohl zu teilen gilt. So, als ob sie ihre kleine Doppelhaushälfte mit üblen Derivatengeschäften herbeigezockt hätten. Spießerbashen war schon immer das kleine, dunkle Vergnügen der scheinbar geistigen Elite..."

"Das freudige Fordern nach Schleifung der Festung Europa bewegt sich auf dem gleichen Kolonial-Level wie die dumpfbackige Forderung, junge, flexible und kluge Arbeitskräfte aus den Südländern abzuziehen. Sollen die Daheimgebliebenen doch sehen, wo sie bleiben."

Das kann man, das muss man einfach ignorieren, oder eben alle Spiegel im Umfeld abhängen. Ähnlich diesem hier bereits verlinkten Text eines @Oberham. Für mich allerdings ein gewisses DejaVu, die Aufforderung gerade hinein zu schauen in den Spiegel, Hilflosigkeit zu konstatieren; vielleicht das Gegenteil von entrüstet-betroffen Wissendem.

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"und: migration ist nicht nur flucht vor sondern auch lust auf!." Da betritts Du jetzt Neuland, bist VorreiterIn. Zumindest im offiziellen, aber auch in jedwedem (halb)öffentlichen Diskurs wurde diese Intention, diese Begründung wohl eher noch nicht "so" zum Ausdruck gebracht. Dennoch Danke, da kann durchaus etwas Wahres daran sein, aber dies ist dann möglicherweise eher sehr spezifisch determiniert. 

 

 

boing!

das war die offene tür, eingerannt von der dame dichotomie.
das land ist nicht leer, das eine wie das andere nicht.
im hiesigen entstehen allerdings menschenleere landschaften. wie andernorts auch. nur aus etwas anderen gründen.

also, guck mal in den spiegel, du wanderarbeiter!
oder was genau hat dich von den migranten aus nehmen wir mal Afrika unterschieden?

und wenn du das durch hast, dann reden wir noch mal über bleiben oder gehen, über sterben oder sterben.

Heut' ist der/mein Tag

für Existenzphilosophie - obwohl dahingehend dem Sartre noch nicht wirklich nahegetreten.

Das zweite meiner hier dargebotenen Zitate aus diesem oben verlinkten "tollen Text" habe ich inzwischen beim Freitagsautor erweitert, ansonsten dem @Oberham in seinem neuen Blogtext etwas an Begleitung, Referenz erwiesen. Feel free ...

Ja, "Wanderarbeiter" ist gut!

und?

weiter?
wie steht es um die differentia specifica?
---
ich fürchte, ich lerne hier grad eine noch etwas andere bedeutung von brain-drain kennen.

Welt am Draht

"hier wird arm gegen arm ausgespielt - warum nur?

schreibt der Autor des "tollen" Freitagsblog in seinem Kommentar an @Aussie42 und dem ist wenig hinzuzufügen über das hinaus, was ich nicht bereits genau so zum Ausdruck gebracht hätte. Und wie Neokolonialismus in dem Kontext, in meinem Verständnis auch gesehen werden kann, das habe ich in den drei Punkten dort versucht zu formulieren.

Fassbinders "Welt am Draht" wird wohl aktuell mal wieder im TV gezeigt, war irgendwo zu gelesen. Meine (schwache) Erinnerung: zum Ende des Films denkt der Versuchsleiter dieser im Computer simulierten Welt, der virtuellen "Menschen" dort darüber nach, ob er vielleicht nicht auch nur die Simulation einer höheren Instanz ist. Da kommt dann existenzphilosophisch umgehend viel, viel Gott ins Spiel; ansonsten, über (meine) Hilflosigkeit sprach ich ja schon...

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Die Differenz? Ich hatte das Glück, erst nach einem existentiellen Schrecken als mitteleuropäischer Weisser geboren worden zu sein, hatte das Glück in einem geografisch nahen, einem weitgehend einheitlichen kulturell-sprachlichen Umfeld aufwachsen zu können, hatte das Glück eine halbwegs ausreichende abendländische Bildung nebst Sozialisation geniessen zu dürfen, hatte das Glück ohne substantielle Brüche durch das bisherige Leben gekommen zu sein; hatte/habe bislang andauernd viel Glück.

Und ich bin mir bewußt, dass viele Menschen in diesem nicht leeren Land dieses Glück nicht hatten, nie haben werden!

massel

also glück gehört immer dazu. sonst leicht schlamassel.

was mir noch so durch den kopf geht...

nimm den unterschied zwischen dir und mir.
dein vater bereitet eine geordnete übersiedlung vor, kapital inklusive.
meinem vater sagt eines tages der dorf-sheriff: Hannes, mach dich vom acker bevor es zu spät ist - und Hannes macht sich vom acker, von heute auf morgen, mit drei koffern, einer frau und zwei kindern mit kleinen rucksäcken auf dem buckel.
du landest in nicht-Marienfelde, ich schon. mit ausgeflogen-werden auf staatskosten (immerhin!) inklusive.
dein vater konnte die PanAm-tickets, so gewünscht, selber zahlen - meiner nicht.
mein vater mußte die anerkennung als... beantragen - und bekam sie nicht (er glaubte nämlich an sozialismus als alternative zu ...).
deiner hatte das nicht nötig - nahm es vielleicht als schmankerl mit.

wem wurde wohl mehr betroffenheit der einen oder der anderen oder der dritten art zuteil?
wer hätte sie gebraucht? in welcher form?
wer hätte sie eher nicht gebraucht? und in welcher form dann aber doch gern mitgenommen?

war dein vater der wirtschaftsflüchtling? oder meiner?

Ich weiss nicht,

ob das wirklich, gar umfänglich vergleichbar ist.

Unsere Eltern bewegten sich in einem geografisch sehr begrenzten Raum, der darüber hinaus durch Historie, Kultur, Sprache usw. verbunden war. Wo willst Du da die Grenze ziehen, schon/erst hinter dem nächsten Dorf?

Vergleichbar ist mit Sicherheit, dass die Bewegung der Menschen aus vorangegangenen imperialen Kriegen resultierte; also das, was Bushama&Co mit ihren dezentralen und dennoch globalen Weltordnungskriegen zunehmend veranstalten. Zu dem letzten, vor Lampedusa verunglückten Boot ist zu lesen, dass unter den Flüchtlingen viele Syrer waren. Da können "wir?" wohl froh sein, dass sich die Russen vorerst durchgesetzt haben, ehe unsere Freunde auch dieses Land kurz und klein bomben.

Ansonsten, und wir sprachen wohl schon mal darüber, kam zu meinem Vater als Selbstständigen und kleinen Gewerbetreibenden auch der DDR-Sheriff und wollte ihn als "Quelle" gewinnen, was so die Informationen über seine Kunden betrifft; wäre als Gegenseistung von der Staatsmacht dann erst mal relativ in Ruhe gelassen worden. Aber mein Vater war wohl bereits etwas älter, erfahrener, von dem vorangegangenen Schrecken geprägter als die von mir immer mal gern erwähnte Anetta Kahane - und machte sich vom Hof...

Insofern würde ich da eher vom politischen Flüchtling reden, denn wirtschaftlich war das mit Sicherheit ein Verlustgeschäft, auch wenn mein Vater die PanAm-Tickets bezahlen konnte/musste, soweit er zwischen West-Berlin und Westdeutschland unterwegs war.

das unvergleichliche

ha! die alternative war: abhauen oder Bautzen. mein vater war nämlich ein maurer, ein aufsässiger, kein selbständig gewerbetreibender.
woraus man den merksatz ableiten könnte: wer nur noch die freiheit zu verlieren hat, verliert mehr. meistens jedenfalls.
was daran liegt, dass die gründe fürs verlassen ähnlich gewesen sein können, aber die gründe für die doch unterschiedliche aufnahme - die gilt es zu ergründen.
warum verkaufen etliche staaten zusätzlich zu einer immobilie (irgendwo im spiegel zu lesen) 5 jahre aufenthalt EU-/Schengenweit an die, welche die immobilie als ganze kaufen können? statt sie auf viele zu verteilen? beispielsweise.
letzteres wäre als verteilung von aufenthaltsrechten zu denken - mit einer bezahlung der immobilienscheibe, die erst noch in Europa erwirtschaftet werden darf.... ich spinne mal wieder.

Ja, "gilt es zu ergründen",

die Gründe für doch unterschiedliche Aufnahme. Wobei ich Dir nicht weiter folgen wollte, soweit es um diejenigen geht, die soviel besitzen, dass sie sich überall auf der Welt in die informellen, faktischen oder gar real hochgesicherten Gated Communities einkaufen können. Da trennt uns eher wenig bis nichts!

Realitätsnäher "vergleichen" -das habe ich diesem @Aussie42 beim Freitag und ohne substantielle Resonanz auch in seinen Blog, sein australisches Beispiel geschrieben- müsste konstatieren, dass die innereuropäische Migration noch im vollen Gange ist; erwartbar andauert.

Mehr noch, aber da bist Du ja (noch) nicht darauf eingegangen, ist der "Vergleich" zwischen unseren Vorfahren und denen die aktuell Schutz suchen eben so nicht möglich, weil es damals um eine weitgehend gegebene historische, geografische, kulturelle und gerade sprachliche Nähe ging. Schon die sog. Russlanddeutschen mussten nach meinem Wissen mit wesentlich mehr staatlicher Zuwendung eingegliedert werden -was bei den später kommenden wohl immer seltener gelang- als Dein oder mein Vater, wo es über den damaligen sog. C-Ausweis hinaus kaum für mehr Unterstützung, gar Entschädigung reichte.

und dennoch vergleichen wir ständig...

dabei: dass mein tatte so gut deutsch wie der deinige .... hat ihm nicht mal den C-ausweis eingebracht. weil: politisch war der meinige zu sehr klassenkämpferisch statt -zugehörig. also vertreter einer ganz anderen 'kultur'.
einer, die ihn heute vielleicht noch viel mehr mit einem dieser 'poor migrants' verbinden täte als damals mit etlichen anderen, die mit uns zusammen in der propellermaschine saßen.
gut - da wir nun mal deutsche waren, durften wir "im Wege des Ermessens" bleiben. hatten also eine duldung der besonderen art, wie etliche andere auch. ich, mehr noch meine mutter, könnte dir da geschichten über leutz erzählen...
geschichten, die weniger mit nation sondern mehr mit klasse und klassenbewußtsein zu tun haben...

also: reden wir über klasse+migration. und darüber, warum man lieber die 'poor whites' nimmt als die 'class-conscious blacks'.

'poor whites'...Ja!

mittlerweile gern auch in der Variante "Homosexuell".

Lese mit wirklichem Interesse gerade dieses kleine Büchlein von Salih Alexander Wolter und Co. Falls Du es Dir nicht eh' beschaffen wolltest, werde ich versuchen, es zeitnah intern zur Verfügung zu stellen. Für mich ist manches an der Thematik relativ bis absolut neu, an queerer Begrifflichkeit und notwendiger Differenzierung, aber spätestens wenn die weissen Homosexuellen pink-gewaschen werden, dann stellen sich in meinem Verständnis gewisse Bezüge ein. Vielleicht auch ein Grund, warum der Riedel so heftig auf den Wolter reagiert hat...?

Und dennoch, dass Du die Verbundenheit, die Kommunikation durch Sprache etc. zwar hinnimmst, dem aber wohl keine größere Bedeutung beimisst, das kann ich mir nur aus einer gewissen, zumindest gefühlten und vielleicht unbewust für selbstverständlich gehaltenen Bildungsüberlegenheit heraus erklären, die ja eben gerade nicht verallgemeinert werden darf, ansonsten als elitär daher kommen könnte.

hessisch - meine erste fremdsprache!

sprache - mein hochdeutsch war hevorragend! - kann ja so was von trennend sein.
unterschätze nicht die sprachen Afrikas - anglophone, frankophone, spanophone. portugiesophone, italophone.... Europa hat spuren hinterlassen. nicht nur sprachliche. aber auch.
und jede/r arzt aus Afghanistan und ingenieurin aus Irak kann besser englisch als die meisten verkäufer an der wursttheke bei Butter-Lindner.

inkonsequent

wenn es denn neue weltordnungskriege sind, dann hat (fast) eine jeder, welche sich auf migration begibt, ein politisches motiv, ein politisch grundiertes verfolgungsschicksal und müßte asyl (das, was du legales asyl nennst) erhalten.
(fast) schrieb ich, weil ich die bewußten brain-drainer davon ausgenommen wissen möchte. alldieweil die 'asyl' bekommen ohne danach verlangen zu müssen. letztes beispiel: der nobelpreisträger 'mit deutschen wurzeln' und us-amerikanischem paß.
solche 'boot-voll-leutz' wie der bundesinnenfriedrich ahnen das. und reden deshalb so gern von armutswanderung und wirtschaftsflüchtlingen. um anschließend ungehindert weiter krieg führen zu können, nach außen wie nach innen.

die frage ist eigentlich nur: läßt sich das 'irgendwie' steuern oder nicht?
ich tendiere zu: nicht. was aber nicht hindern sollte, den einen oder anderen mechanismus einzuführen, der die migration weniger lebensgefährlich macht.

Weniger lebensgefährlich!?

Das wird wohl mit "Eurosur" versucht, wenn mann/frau dies richtig verstehen wollte; richtig in gebührendem Zynismus vielleicht...

Gestern in einem Artikel auf einer Seite gefunden, die von mir immer mal angesteuert wird:

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Auch wenn es niemand so sagen will: Die toten Flüchtlinge sind für die ökonomischen Interessen der führenden kapitalistischen Staaten und ihrer Unternehmen unvermeidlich! Sie sind als Teil der zivilen Opfer des europäischen Imperialismus notwendig!

Die Toten sind nicht Opfer »unserer aller« Gleichgültigkeit und Ignoranz gegenüber dem Leid der Flüchtenden, wie dies Presse und Bundespräsident glauben machen wollen, sondern sie sind Produkte der ökonomischen, politischen und militärischen Erfolgsstrategie eines Staates, dem Herr Gauck nicht ohne Stolz vorsteht.

Auch wenn es niemand so sagen will: Die nun öffentlich zur Schau getragene Betroffenheit dient nicht den toten Flüchtlingen – wie sollte sie auch.

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Nur Auszüge, mehr gibt es hier ...

Also hopp, hopp, endlich eine staatstragende Koalition machen, ihr Entrüstungsspezialisten von SPD und GRÜNEN nebst medialer Begleitung. "Europa" geht als Entschuldigung immer, wenn es dann mal wieder nicht geklappt hat. Auf ein leuchtend "grünes" Exemplar war bereits hinzuweisen.

Btw. Der Junge hätte ja so recht, auch mit einem 130 STGB, soweit es extreme Minderheiten betrifft, für die "hier" kein Platz sein sollte. Nur wenn es zuviele werden und man meint, dass einem beim Einbiegen auf die Betroffenheits-Autobahn zuviele "Falschfahrer" auf der gleichen Spur entgegen kommen, dann wäre es an der Zeit, (sich) mal über die Reflexe hinaus Fragen zu stellen, statt (sich) in die -wenigstens- intellektuellen Gated Communities der Guten zurückzuziehen, sprich: dort im Freitagsblog herum zu eiern, was er sagen, bzw. nicht sagen/diskutieren wollte, dennoch natürlich könnte...!

ja.

weniger lebensgefährlich.
das betrifft nicht nur den einsatz von überwachungsgerät (aus israelischer produktion, das nebenbei - und weiterungen für die frage, was auf dem Sinai eigentlich los ist, außen vorgelassen) sondern auch legale zugangswege. nennt sich andere visapolitik.
wer darauf hoffen darf, vielleicht mit papiers nach xy zu reisen, verzichtet vielleicht darauf, durch die wüste zu wackeln und teuer geld für den platz am rand der nußschale zu zahlen.
und: gewöhnt uns vielleicht ab, uns voll und ganz aus gründen von selbstschutz (?) der nützlichkeitsdenke anzuschließen.

Ein guter Punkt

"gewöhnt uns vielleicht ab, uns voll und ganz aus gründen von selbstschutz (?) der nützlichkeitsdenke anzuschließen."

Ich formuliere das gern etwas anders, wenngleich möglicherweise ähnlich gemeint:

Mir geht es (noch) relativ gut, aber gerade darum unterscheidet mich mein Denken von dem eines ehemaligen Freundes und späteren FDP-Mitgliedes; mit alle dem was da an (ebenfalls) "Denken" dazu gehört. Daher sind (für mich) die äußeren Weltordnungskriege im Grunde nur die andere Seite der Medaille, bei der im Inneren die vielen Schwachen gegen die (zumindest perspektivisch) ebenso vielen noch Schwächeren ausgespielt werde. Wo die wenigen Starken und mehr noch deren politisch-mediale Marionetten schlimmstenfalls gespielte Betroffenheit als Eintrittsgeld für dieses Schauspiel zahlen müssen.

schon klar: warum sich einfach ausdrücken,

wenn es auch unverständlich geht?
Und was ich da rudimentär verstanden habe, scheint was anderes zu sein, als das, was Rahab sagt.

ja, und warum dann soviel Nabelschau und Blicke in den Spiegel?

und vor Allem: warum hat ausgerechnet DAS Gesicht DER LINKEN, Sarah Wagenknecht zusammen mit ihrem Gevatter im Wahlkampf eine Übereinstimmung in wichtigen Punkten der Europa-Politik zwischen ihrer Partei und der AfD hervor gehoben? http://j.mp/18RTL5q

Und dass die SPD als einzige Partei das Asyl- und Flüchtlingsproblem in ihre Koalitionsgespräche verankert hat, wird hier noch immer nicht zur Kenntnis genommen? http://j.mp/18RWaNv http://j.mp/18RZzfi

Dass in Niedersachsen zwischen SPD und B90/GRÜNE folgende weitreichenden Vereinbarungen getroffen wurden http://j.mp/18RUaEV auch nicht?

Der Wahlkampf mit dem miesen Abschneiden einer Partei, die mit dem BGE ähnlich unbezahlbare Versprechen gemacht hat wie die abgewählte Regierung, scheint wohl noch immer nicht vorbei zu sein.

Darüber können abgehobene Ökonomie-Vergleiche und Geschwafel über ein leeres Land auch nicht hinweg täuschen.

"Nicht" leeres Land

@Forenboy - that's the difference, one difference...

volles Land oder nicht leeres Land, alles nur Phrasen,

wenn Du mich fragst. Vor allem dann, wenn man dahinter einen Schutzwall gegen Flüchtlinge und Asylanten vermuten kann.

Dieser "Schutzwall"

wird ja demnächst -Stichwort: "Eurosur"- weiter konsequent ausgebaut. Einfach, damit man sich auch regierungsseitig diese elende politisch korrekte Aufmerksamkeits- und Betroffenheitsökonomie möglichst sparen, derart tragische Ereignisse bereits im Vorfeld verhindern kann.

Sie hätten es doch in der Hand, wenn's denn ernst gemeint wäre. So könnten die "Guten" und über dieses doch schon immer gewesene Herzensthema die "Bösen" in eine Minderheitsregierung zwingen, versuchen die verschiedenen Formen von Zuwanderung darüber konkret zu regeln, zu erzwingen. Nur wird es in dem Falle wohl eher zu Neuwahlen kommen - und das, ohne Zeit für "vollumfängliche Aufklärung" könnte bedeuten...

Also lieber mit zerknittertem Gesichtsausdruck die Staatstragenden geben, etwas Wind machen, ein wenig unverbindliche Kosmetik im Koalitionsvertrag betreiben und wenn es substantiell werden sollte hinter "Europa" verstecken.