25 Apr 2012

Alpentour April/Mai 2012 - Unterwegs I

Submitted by ebertus

Gedanken und Planungen zum Auftakt:    Vorbereitung ...

Der unvermeidliche zweite Teil der Tour:  Unterwegs ... II

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Bye Berlin, auf der B101 geht es via Flaeming hinaus in die Welt...

27.04.2012 / exakt 10:21 - Ein erster Tankstopp bei Eisenberg an der A9

27.04.2012 / 12:00 - Rast in Mitterteich an der A93 (ein Klick auf das Bild zum Vergrößern)

 

Der hiesige McDonalds war bereits mehrfach eine angenehme Raststation. Er ist etwas abseits gelegen, nicht so überlaufen, natürlich mit einem McCafe und die Internetverbindung über den UMTS-Stick ist hervorragend. Die Strecke über die A93 (anstelle der beinahe parallelen A9) ist mir persönlich angenehmer, auch wenn bereits vor Landshut und dann bis Rosenheim ein Stück auf der Landstraße absolviert werden muss. Unterhalb von Rosenheim geht es dann weiter auf der A93 südwärts in die Gegend von Kiefersfelden (vor der Grenze nach Östereich), wo die nächste Rast geplant ist. Dann ist es nur noch eine knappe Stunde bis zum ersten Ziel in Oberau, einer wohl relativ frühen Ankunft. Das Wetter ist hervorragend und so sollte am Nachmittag noch genug Zeit sein, für eine Wanderung weit über das Gasthaus an Schönanger hinaus.

Der abgebildete Reisecomputer im Fahrzeug, dessen jeweils aktueller Stand soll auch hier im Blog eine Art Linie sein, an der sich die Tour technisch-formal entlang hangelt, also immer mal wieder ins Bild genommen werden. Die Werte wurden heute morgen beim Start in Berlin auf "0" zurück gesetzt und werden kontinuierlich aktualisiert, sobald der Wagen sich bewegt.

 

27.04.2012 / gegen 17:00 - Die Alpenanfahrt und dann eine Rast in Rosenheim.

27.04.2012 / gegen 18:30 - Ankunft in Wildschönau-Oberau nach 695 Kilometern und einer Fahrzeit von acht Stunden und 14 Minuten, die inclusive der Pausen knapp zehn Stunden "unterwegs" ergeben. Nach kurzem Plausch mit der Herbergsfrau geht es zum Essen. Nicht so einfach, um diese Jahreszeit etwas Passendes zu finden, weil die überwiegende Zahl der Restaurants noch geschlossen hat, die Saison erst so um den ersten Mai oder später beginnt. Nach der Rückkehr von einem schlußendlich gefundenen Lokal gibt es den obligatorischen Obstler und die nötige "Bettschwere" ist bald erreicht.

28.04.2012 / 07:30 - Noch vor dem Frühstück und in der klaren Morgenluft ist es Zeit für einige Fotos. Der beinahe umlaufende Balkon erlaubt einen Rundum-Blick in die Landschaft.


Die Kirche darf nicht fehlen, und natürlich der Blick auf den Schatzberg.


Dann geht es nach Niederau zu MPreis, einem Supermarkt mit angeschlossenem Bistro incl. kostenfreiem WLan, wo diese Zeilen hier entstehen. So, jetzt noch kurz umgezogen und hoch zur "Horlerstiege" oder auch "Horlerstiegl" genannt, erst ein Stück mit dem Fahrzeug und dann oben eine mehrstündige Wanderung, soweit der dort mit Sicherheit noch liegende Schnee dies erlauben mag.

Video1 und Video2 dürfen den dort oben erwarteten Zustand gern zeigen.

 

30.04.2012 / 09:45 - Noch kurz hier die Bilder von Samstag (28.04.), der genannten HorlerStiege eingestellt. Mit den zwei Videos gibt es momentan ein Problem, weil das alte, schöne Notebook nicht willig ist, die HQ-Auflösung von 1280x720 auf ein webtaugliches Format herunter zu konvertieren. Wollte daher wohl später "at home" getan werden. Nun denn, es geht eine sehr schmale Straße hoch und gegenüber winken die Skihänge vom Schatzberg.

 
Irgendwann ist Schluß, die letzten gut 500 Meter nur zu Fuß zu bewältigen. Um diese Jahreszeit liegt hier auf ca. 1700m noch zu viel Schnee; oben würde ansonsten ein kleiner Parkplatz warten, der um diese Jahreszeit mit Sicherheit nicht überfüllt wäre.


Die letzten Meter bis zur Passhöhe, zur "Stiege" eben gestalten sich etwas anstrengend, aber dann öffnet das Panorama, ist der Blick frei geradezu auf die Gipfelstation des Markbachjochs und dann rechts hinunter auf das Nachbartal, in Richtung Kelchsau.


Und oben, wie könnte es anders sein, steht eine kleine, hölzerne Kapelle mit noch kleineren Bänken und dennoch der Möglichkeit zur Einkehr, zur Erinnerung.

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Nun also hier und jetzt am 30.04.2012 und leidlich "zum Wandern" gekleidet, etwas Wasser nicht vergessen, so geht es hoch zum Rauschberg mit der gleichnamigen Bahn und nur wenige Kilometer von Ruhpolding gelegen. Geplant ist lediglich die Auffahrt zum Gipfelhaus und dann eine längere Wanderung runter ins Tal. Ein Blick von der Gipfelstation nordwärts über Ruhpolding bis zum Chiemsee.


Beim Blick aus der Gondel ist der kleine Taubensee direkt unterhalb der Talstation gut zu erkennen, vielleicht mal einen etwas lockeren Spaziergang wert; diese Tage. Auf der Rückseite des Rauschberg liegt noch viel Schnee, ist der Weg im oberen Teil doch nicht ganz ungefährlich, die gewählte, östliche Route um den Berg in dieser Jahreszeit noch kaum begangen.


Im unteren Teil wird es dann besser, wenngleich die Oberfläche des Weges sehr steinig, sehr rau sich zeigt, hohe Anforderungen an die Wanderschuhe stellt. In Sandalen sollte man sich dort nicht bewegen, nicht einmal im Sommer und ganz ohne Schnee. Aber immerhin, auch die Beschilderung wird weiter unten wieder besser, war die weitere Wegführung doch im oberen Teil manchmal nicht so eindeutig zu erkennen.


Na ja, bis auf eine Druckstelle am rechten Zeh wurde meinerseits die Tour ganz gut überstanden. Aber später in der Sauna ist dann doch zu bemerken, zu konstatieren, dass eine derartige mehrstündige Wanderung in diesem Gelände nicht so ohne ist. Gerade die teilweise etwas steileren Abwärtspassagen gehen wohl sehr stark auf die Muskulatur und den Bewegungsapparat insgesamt.

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01.05.2012 / und weiterhin... sagte eine alte Sportlerregel, dass bei Muskelkater keine wirkliche, gar längere Pause einzulegen ist, sondern locker weiter zu machen sei; so geht der Kater schnell(er) vorbei.

Der erwähnte "Taubensee" bietet heute nun Gelegenheit, eine etwas lockere Wanderung zu absolvieren. Vom Parkplatz Ramsler geht es an der Ostseite des eher kleinen Weihers auf einem schmalen Weg entlang und dann neben dem kleinen Flüsschen namens "Weisse Traun" auf nahezu ebener Strecke gut eine Stunde bis zur Allinger Stube.


Eine kleine Rast auf der netten Bank am See und dann immer flußaufwärts, am kleinen Wehr vorbei, welches ebenfalls als Brücke für Fußgänger und allfälligen Fahrradverkehr dient.


Gelegenheit ebenfalls, den Einstieg für die geplante Wanderung "hoch" zum Rauschberg in Augenschein zu nehmen, und dann (Freitag) über den Südhang, welcher nach einheimischer Auskunft leichter sein soll, als der für die erwähnte Abwärtstour gewählte Nord/Ost-Hang.


Nun ja, gute Schuhe und eine ebenso (gute) Kondition wird man schon brauchen. Dreieinhalb Stunden sind auf einem Schild angezeigt; vielleicht werden es eher vier. Das Wetter soll ja am Freitag mitspielen, nicht zu warm, aber dennoch trocken. Und oben gibt es eine kleine Jausenstation; wohl eher für den Durst, falls die mitgenommene Wegzehrung aufgebraucht ist.

Video3  gibt einen kurzen Eindruck vom Taubensee und der dortigen Weissen Traun.

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02.05.2012 / 10:30 - Heute ist endlich mal wieder Joggen angesagt und in idealer Weise auf der gestrigen Strecke vom Parkplatz am Taubensee die weisse Traun entlang. Morgen (Donnerstag) dagegen scheint dann eine Pause für die körperlichen Aktivitäten angebracht, ist Regen angekündigt. Auch nicht schlecht, die hier u.a. verfügbare Heu-Biosauna war mir in dieser Form bislang unbekannt, läd zu längerem Verweilen ein.

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Der Weg ist das Ziel und Improvisation, "ad hoc" Entscheidungen das Salz in der Suppe; aktuell mit dem Internet als Kochlöffel. Bis Sonntag (06.05.) ist das wirklich nette Ruhpolding angesagt und danach sollte es, wie bereits erwähnt, in Richtung Südtirol gehen. Eine Übernachtung auf der Durchreise bei Meran, oder -soweit es das Wetter möglich macht- für drei bis vier Tage bei "Unserer lieben Frau im Walde", etwas südlicher noch. Und dann bis nach Cuneo in den italienischen Seealpen, südwestlich von Turin. Leider zeigen die entsprechenden Recherchen für die ersten Tage der neuen Woche in der Gegend von Meran überwiegend bis ausschließlich schlechtes Wetter. Was nun?

Der entsprechende Check für Cuneo ergibt besseres Wetter, am Montag (07.05) gar sehr schön, genau das Richtige für eine Fahrt über Dronero in das Valle Maira. Ok, spontan zwei Übernachtungen in Cuneo, dem bereits erwähnten BestWestern via Internet gebucht. Abhängig von der noch zu planenden Rückfahrt (auf möglichst anderer Route) kommt dann spätestens ab Donnerstag (10.05) die "liebe Frau" wieder ins Gespräch, mag das Wetter dort ab mitte der Woche wieder schöner werden. Das gewisse "Problem" ist nun der Sonntag, die lange Fahrt von Ruhpolding nach Cuneo. Darüber wird also noch nachzudenken sein, die entsprechende Internet-Recherche eingeschlossen.

 

03.05.2012 / andauernd... ist hier in Ruhpolding für heute Regen zu erwarten, Gewitter eingeschlossen. Zeit und Gelegenheit also, etwas zu lesen und ggf. zu schreiben. Zwei kleine Texte von John Maynard Keynes bzw. zu Antonio Gramsci harren der Schriftform, eben der Aufarbeitung in meinem Verständnis.

 

04.05.2012 / 09:30 / Parkplatz Rauschbergbahn... Das Wetter ist angenehm (14 bis 16 Grad); zumindest für die geplante Wanderung hoch zum Rauschberg. Aufwärts über die Südroute, welche angenehmer, aber auch streckenweise steiler sein soll, als die am 30.04 abwärts gegangene Nordost-Route. Nach dreissig Minuten in der Ebene an der weissen Traun entlang geht es hinein in einen Trampelpfad, ist nach weiteren zwanzig Minuten der Abzweig zur Allinger Stube erreicht.


Video4  zeigt ein Stück des Weges, noch im unteren Bereich.

Weiter oben kreuzt ein breiter Forstweg, verläuft einige Minuten parallel. Kurz darauf geht es jedoch gleich weiter steil und eng hinauf -der kleine Rastplatz ist dann genau richtig. Nach eineinhalb Stunden wird es Zeit, dass durchgeschwitzte T-Shirt zu wechseln, ist doch die Luft hier oben bereits merklich kühler. Und es dauert nicht lang, dann kommen die ersten Schneewehen in den Blick, verteilen sich zunehmend auf dem hier noch halbwegs breiten, erkennbaren Weg.


Nun wird es langsam hart, nimmt der Schnee doch erheblich zu und nach einer durchaus motivierenden, schönen Aussicht...


...windet sich der oft nicht mehr erkennbare Trampelpfad steil bergan. Schneefelder müssen auf Verdacht überquert oder eben ein Stück weit verfolgt werden. Irgendwann ist oben diese Brücke zu erkennen, unterhalb der Bergstation, aber in deren Wegebereich gelegen und mir vom ersten Besuch in Erinnerung.


Nein, nicht direkt hoch zur Brücke! Rechts windet sich der Weg, ist nun etwas leichter; wohl wegen dem Ziel vor Augen. An der Brücke, bei einem als Rastplatz geeignenten Baumstumpf wird nun auch noch das zweite T-Shirt ausgezogen, gegen die mitgeführte Windjacke gewechselt. Es ist nicht sehr warm hier oben und gerade auf der Schattenseite kann es recht kühl aufwinden. Das letzte, mitgeführte Wasser wird nun ebenfalls getrunken, gibt es doch oben eine kleine Gastwirtschaft. Nur noch wenige Meter...

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Ein abschließender Blick, nun eben von der Brücke hinunter; und dann wird es künstlerisch. Angerer der Jüngere ist ein bekannter Künstler im Chiemgau und darüber hinaus. Auf dem Rauschberg befinden sich einige seiner Gemälde und Skulpturen, ist auf seiner Website näher erläutert.


Einen Startplatz für Drachenflieger etc. gibt es dort oben ebenfalls, mein Interesse gilt jedoch eher der Gastwirtschaft. Eigentlich wollte ich lediglich ein Mineralwasser trinken, aber die angebotene, weisse Weinschorle von gar 0,4 Liter sorgte für das gewisse Gaumenzwirbeln und machte mich schwach, ist dann relativ schnell die Kehle hinunter gespült. Noch ein wenig in der Sonne entspannt und dann geht es abwärts mit der Gondel.

Fazit: Aufwärts und ohne Schnee, bei nicht zu warmen Wetter würde ich die Südroute nachmals und die Nordost-Route erstmals gehen. Abwärts ist die Südroute aus meiner Sicht jedoch zu meiden, geht es doch streckenweise sehr steil bergab, lauert vielfache Verletzungsgefahr. Wer abwärts gehen will, sollte die Nordost-Route nehmen, sie ist nicht so steil, die Wege sind breiter, auch wenn die steinige Oberfläche teilweise sehr rauh ist, den Schuhen und Füßen alles abfordert.

 

05.05.2012 / andauernd... ist heute Erholung angesagt, das Wetter dazu passend nicht so doll. Außerdem steht Packen auf dem Programm, ist die Route für morgen nochmals im Detail durchzugehen. Auch eine Art Herausforderung, diese Strecke, wobei ein spätes Ankommen kein Problem sein dürfte, das Zimmer über die Kreditkarte fest reserviert ist. Ok, morgen früh gegen 07:30 soll es losgehen, wird dann hier in einem weiteren Blog als "Unterwegs...II" bei Gelegenheit aufgearbeitet.

 

Intermezzo

"O Täler weit, o Höhen..." , Ebertus mal wieder auf dem Ziel zum Weg oder auf dem Weg zum Ziel -
wie könnte es auch anders sein, seitdem ein unauffällig nobles Gefährt nicht mehr in einer ruhigen
Berliner Seitenstraße die Parkzone füllt, sondern schon im Blog ihr "Innenleben" präsentiert.
Der Blick , die Bilder, ich kenne sie fast alle und weiß, dass sie mehr als nur einen schönen Urlaub
signalisieren und dass es sich lohnt, sie immer wieder neu zu entdecken und zu erleben.
Schneereste und grüne Hänge, auch Blicke in die Ferne rufen alte Erinnerungen wieder wach an
Wanderungen und dilettantische Abfahrten, aber ohne Blessuren.
Apropos "Druckstelle am Zeh": Jeder Sportler kennt das Problem und weiß auch eine probate Lösung
dafür - entweder besseres Schuhwerk oder intensiveres Training.

Bis bald und weiterhin eine erlebnisreiche Tour!

Martin P.

Das Schuhwerk ist OK

Hallo Martin,

halte es mit Deinem zweiten Vorschlag, wie Du hier in meiner Fortführung lesen magst. Nur..., Dein jugendliches Alter kann ich nicht mehr bieten, da zieht und ziepts schon mal hier und dort.

Bis bald
Bernd

und? lebst du noch?

Margret

Schön Dich zu lesen

liebe Margret. Aber wie kommst Du für Deinen Gruß auf diesen alten Blogtext?

Klicke mal auf das aktuelle Titelbild hier (via "Startseite" oben) und dann wird Dir schnell deutlich, was mich diese Tage (und wo) herumtreibt. Bin gerade am Packen, es geht jetzt vom Wallis erstmal bis nach Feldkirch(A) und dann morgen/übermorgen weiter in die Wildschönau, nach Tirol. Wenn dort das Wetter mitspielt und meine momentan üblen Schnupfbeschwerden nachlassen, so werd ich nochmals auf die (Ski)Piste gehen.

Ansonsten, so lass' uns doch mal wieder etwas ausführlicher, realer, privater plaudern.

Gruß
Bernd

Btw. Mir dämmert etwas. Habe die Blogadresse von genau diesem Text möglicherweise mal bei der SZ hinterlassen? Mich dort jedoch irgendwann abgemeldet; sorry for that.