5 Mai 2012

Alpentour April/Mai 2012 - Unterwegs II

Submitted by ebertus

Gedanken und Planungen zum Auftakt:  Vorbereitung ...

Was bislang so auf dieser Tour passierte:  Unterwegs ... I

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06.05.2012 / gegen 07:40 - Ruhpolding wird verlassen, die Marke von 1.000 Kilometern bei dieser Tour sollte umgehend überschritten werden, ein erster Tankstopp auf der östereichischen Seite naht. Wegen der nach wie vor bestehenden Differenz beim Dieselpreis ergeben die nun wohl einzufüllenden sechzig Liter rund sechs Euro Gutschrift gegenüber einem Tanken in Ruhpolding. Und die im Link angegebenen, knapp sechzehn Stunden hinter dem Steuer (seit dem Start am 27.04) sollten heute gleich mal um rund zwölf Stunden erweitert werden. Hier erstmal die Karte, die geplante Route des heutigen Tages bis nach Cuneo. Die Detail werden sichtbar, wenn unter der Karte dieser Google-Link auf die größere Kartenansicht gewählt wird.
 


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Bei Landeck und noch im Inntal erfolgt nach knapp vier Stunden die erste Rast, natürlich bei McD, obwohl das dortige "Free Wireless-Lan" ausgelassen, lediglich ein Kaffee getrunken und anderen, menschlichen Bedürfnissen nachgegangen wird. Kurz vor 12:30 erfolgt ein letztes, preiswertes Tanken bei Pfunds, ehe aus der 180 die 184 Richtung St. Moritz abzweigt. Die hier im Reisecomputer noch angezeigte Ankunftszeit (21:29) in Cuneo änderte sich dann wegen dem geringen Sonntagsverkehr in der Schweiz und in Norditalien doch noch deutlich.

Über einen schönen, einen interessanten Blick von der westlich im Tal verlaufenden 184 auf die oben am Steilhang sich beinahe festkrallende 180 (Reschenpass) darf man sich freuen, anhalten und in Bild und Video festhalten.


Über die in der Schweiz verlaufenden Bundesstraßen 27 und dann die 3 ist wenig zu sagen, sehr leer eben, und angenehm zu fahren, immer die parallel verlaufende Bahnlinie mit ihren Tunneln und Viadukten im Blick. Westlich von St. Moritz geht es über den Maloja Pass. In vielen engen Kurven windet sich die Straße hinunter in das Tal und während es oben lediglich um die null Grad sind, zeigt das Thermometer unten bereits plus zwölf Grad an. Leider ist es etwas regnerisch, nicht das beste Wetter zum fotographieren.


Am Lago di Como (Comer See) geht es entlang, wegen der vielen und langen Tunnel wäre auch bei schönerem Wetter wohl kaum etwas zu sehen; vom See. Um Mailand herum wird der Verkehr etwas stärker, einmal gibt es gar einen Stau, ein ander mal lässt mich das Navi im Stich; oder habe ich nicht kapiert, was mir die immer nette Stimme da empfehlen wollte.

Ein weiterer Kaffeestopp bei McD und dann irgendwann ist Cuneo erreicht. Der Kraftstoffverbrauch wohl in Ordnung, die Ankunftszeit mit 20:23 auch noch sehr moderat, und die Außentemperatur ist mit 16 Grad nicht wirklich unangenehm. Kurz eingescheckt und dann geht's zum realen Italiener um die Ecke, der Einfachheit halber gleich vom Hotelwirt empfohlen, weil um diese Jahreszeit eben noch keine Saison ist, langes Suchen unter den gegebenen Umständen daher nicht so in meiner Intention liegt.

 

07.05.2012 / gegen 10:30 - Ein spätes Frühstück ist heute angesagt und damit ein wenig (verdiente?) Erholung, ehe der Tagesausflug in das Tal der Maira beginnt. Sonne pur, sowie rund achtzehn Grad sollten den Tag angenehm machen. Ok, am Ende des Tales bei Chiappera und mit 1630m Höhenlage sind es nur noch rund vierzehn Grad Celsius. Bis Stroppo windet sich die Straße immer höher an den steilen Felswänden entlang, dann geht es runter zur Maira, wird das Tal etwas breiter. Zuerst also der Einstieg, nicht weit von dem kleinen Ort Dronero:

Hier ist alles noch grün, die Straße windet sich am Hang und dann unten das kleine Flüßchen.

 

Eine Kapelle darf natürlich nicht fehlen, wenn auch die Pforte verschlossen ist, lediglich ein Blick durch das kleine Fenster daneben einen gewissen eindruck verschafft.

 

 

 

 

 

An einem Zufluß zur Meira gibt es diesen schönen, kleinen Rastplatz. Von der Hauptstraße geht es runter zum Fluß und dann ein Stück weit in dieses Seitental.

 

 

Celle di Macra, als Beginn einiger beschilderter Wanderpfade


Aber es ist noch etwas früh für eine ausgibige Rast, für Speis' und Trank. Zuerst geht es nach Stroppo, ebenfalls etwas abseits der Hauptstraße, jedoch nicht runter zum Fluß sondern abzweigend von der bereits recht höhenlagig am Hang verlaufenden Straße noch weiter hoch in den Hang. Ein ganz kleines Bergdorf und dennoch mit einer Kirche (einer zweiten, noch weiter oben am Hang) und diesem Friedhof. Ein Totenkult, der mir eher fremd ist.


Nach dem am steilen Hang gelegenen Stroppo führt die Talstraße erstmal wieder runter zum Fluß, ist ein Stück weit im nun etwas weiterenTal beinahe relaxed zu fahren. Nach Acceglio geht es wieder aufwärts und nachdem ein kleines Staubecken passiert ist, führt die nun doch recht schmale Straße nach Ciappera, dem letzten Bergdorf des Tales. Wer weiter will, ggf. rüber nach Frankreich, muss dann eben laufen, wandern.

 

 

Chiappera auf 1630 Meter Höhe ist gegen 14:20 erreicht, 62 Kilometer sind es zurück bis nach Cuneo. Außerhalb des Ortes und noch ein Stück weiter oben gibt es einen kleinen Campingplatz, der um diese Jahreszeit noch recht leer sich darstellte. Lediglich ein Wohnmobil (aus Freiburg) ist zu sehen und ansonsten eben Natur pur.

 

 

Ein letzter Blick -und jetzt von oben- auf das bereits erwähnte Staubecken, so wird nun doch Zeit für ein Picknick ...


Video5  Zeit ein Stück der Talstraße in Richtung Dronero/Cuneo.

Auf der Rückfahrt wird bei Cuneo noch einmal vollgetankt. 1,66 Euro kostet der Liter Diesel hier in Italien, oft gar rund 1,70 und mehr. In der Schweiz liegt dies umgerechnet -wie auf der Herfahrt am Sonntag zu sehen war- ebenfalls in dieser Größenordnung.  

Abends ist noch eine ausführliche Internet-Recherche angesagt, was den morgigen Tag (und weitere) betrifft. Richtung Gardasee/Meran zurück scheint danach nicht so optimal, ist das Wetter dort wohl eher sehr mäßig. Wäre also die andere Variante zu prüfen und wie bereits angedacht über Domodossola und den Simplonpass in das Schweizer Wallis, die 19 ostwärts bis Oberwald, Grimsel- oder Furkapass (letzterer alternativ mit Autoverladung) und dann ggf. weiter hoch bis zum Bodensee. Ein Hotel in Luzern ist mir bekannt, das BestWestern in Feldkirch (Austria) ebenfalls; und weiter noch ein kleines, nettes Hotel in Radolfzell; aber eben wieder eine sehr anspruchsvolle Tagestour.

 

08.05.2012 / gegen 08:30 - Cuneo wird verlassen. Die bevorzugte Route ist leider nicht möglich, auf dem Grimselpass in der Schweiz gilt noch die Wintersperre. Der ebenfalls bei Odenwald an der 19 abgehende Furkapass ist auch gesperrt, es gibt jedoch alternativ eine Autoverladung in Richtung Andermatt. Der sich in Richtung Chur anschließende Oberalppass ist jedoch bereits offen, so dass sich die geplante und nun etwas längere Tagestour wie folgt darstellt:

 


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Bregenz ist als Zwischenstation angegeben, damit der Routenplaner von Google-Maps die Tour nach Radolfzell östlich um den Bodernsee herum führt, je nach vorangeschrittener Zeit eine Übernachtung in Feldkirch möglich sein sollte. Auf geht es also und nach zwei Kaffeepausen bei Turin bzw. Domodossola ist nach knapp 400 Kilometern so gegen 15:00 Uhr die Autoverladung in Oberwald erreicht. Der nächste Zug geht um 15:35 - Zeit also für ein kleines Picknick und einige Bilder an der Verladung. Und natürlich ist der Ticketkauf nicht zu vergessen; es kostet 30 Franken (ca. 25 Euro). 

 

 

 

Video6  ist bei der Autoverladung entstanden. Und dann geht es in den Tunnel.

 

Nach dem Ort Andermatt -wo eine viginettenpflichtige Autobahn kreuzt- geht es hoch zum bereits erwähnten Oberalppass. Wieder absolut einsam, kaum mehr Verkehr als auf der oft parallel verlaufenden Bahnlinie. Na wenigstens ist ein Motorradfahrer auf der Passhöhe zu erblicken, ehe es in vielen Kehren wieder abwärts geht.

Video7  gibt einen kleinen Einblick; von der Passhöhe abwärts ...

Über Chur hoch nach Liechtenstein ist gegen 20:00 Uhr Feldkirch erreicht. Wie ist das Befinden? Einkehren im hiesigen BestWestern? Oder mal in Radolfzell, der dortigen Schmiede anrufen? Es sind ja immerhin noch weitere zwei Stunden bei nun einbrechender Dunkelheit zu (er)fahren. Die Entscheidung fällt zugunsten von Radolfzell; welches kurz nach 22:00 Uhr erreicht wird. Ja und der dann eher späte, morgendliche Blick aus dem Fenster auf den Bodensee  ist lediglich durch das fest montierte Fliegengitter etwas streifig getrübt. Immerhin, weil nett und aus vielen Übernachtungen dort vertraut, verläßt der Seehas gerade den schräg links, gegenüber dem Hotel befindlichen Bahnhof von Radolfzell ...


09.05.2012 / gegen 11:00 - Spät geht es heute in Radolfzell wieder los, ist noch einiges an Mails etc. aufzuarbeiten, wofür gestern Abend der persönliche Drive nicht mehr so gegeben war. Die heutige Tagesetappe ist eher kurz, geht nur bis in das südhessische Heppenheim. Aber etwas Muße sollte noch möglich sein, wird daher nicht der kürzeste Weg über Stuttgart gewählt. Quer durch den Schwarzwald mit einem Bogen über Freiburg, das soll es heute sein; zwei längere Pausen -natürlich wieder bei McD- eingeschlossen.

Heppenheim wird gegen 17:00 Uhr erreicht, ein gemütliches Abendessen im Kreise der Lieben folgt.

10.05.2012 / gegen 07:30 - "Normale" Menschen müssen zur Arbeit, daher geht es heute früh raus aus den Federn, folgt die letzte Etappe bis nach Berlin. Nach gefahrenen 3484 Kilometern kommt dann gegen 13:26 die Tour am Donnerstag Nachmittag in Berlin-Lankwitz zu ihrem Ende. Fast zwei Wochen unterwegs, davon manchmal anstrengende (und dennoch beinahe ausschließlich schöne) 55 Stunden hinter dem Steuer verbracht. Über alles rund 240 Liter Dieselkraftstoff verbraucht - lediglich der gern angreifbaren Statistik wegen.

Vorläufiges Fazit: Es hat Spaß gemacht, neue und andere Eindrücke gebracht. Für die nächste Tour Ende Juni -im Grunde und primär in Richtung des Stammquartieres im Bayerischen Wald gedacht- ist möglicherweise nun eine Ergänzung angesagt, könnten zwei bis drei Tage Schweizer Alpenpässe folgen. Gerade der Furka- und der Grimselpass warten geradezu auf ihre Einbindung in die nächste Planung ...