25 Sep 2013

XP forever

Submitted by ebertus

Manchmal kommt man dort an, wo man nicht unbedingt hin wollte. Manchmal ergeben sich Dinge, die im Grunde selbstverständlich sind, dennoch aus dem Blick geraten waren. Und manchmal verbindet sich Mögliches mit scheinbar Unmöglichem, führt zu neuen Ufern, neuen Prioritäten.

Für mich ergab sich all' dies und im weitesten Sinne beim Nachdenken über Linux. Mit dem Dualboot, dem Linux-Bootmanager nicht glücklich werdend, das vollumfängliche Backup&Restore eines derartigen Systems auf Harddisk/Partitionsebene als äußerst umständlich empfindend, von den BigPlayern des IT-Business soweit als möglich, zumindest perspektivisch Abschied nehmen wollend, so ist dann auch Linux ein Bestandteil dieser notwendigen, kritischen Hinterfragung alles Bestehenden.

Windows 7 wird wohl noch bis in das nächste Jahrzehnt auf dem Desktop bzw. dem Notebook das angesagte System sein; gerade im professionellen Umfeld. Hochoffizielle, partiell dann schnell relativierte "Warnungen" vor dem Nachfolger W8.xyz spielen bei allfälligen Entscheidungen und gerade was das Handling von TPM betrifft mit Sicherheit auch eine Rolle; die sog. Überwachungsaffäre natürlich ebenfalls. Die substantiellen Kriterien in größeren, gar multinationalen Unternehmungen und Organisationen sind jedoch die Abhängigkeiten von bzw. zu weiteren Systemen jenseits des Microsoft-Welt. Eine gerade abgeschlossene oder noch anstehende Umstellung auf W7 (wegen dem nun wohl final angedrohten Support-Stopp für XP) wird erfahrungsgemäß lange Jahre Bestand haben; eben bis jenseits 2020...

Das Vorgenannte via der eigenen Historie bedacht, den im Umfeld betreuten, von mir beratenen Maschinen/Usern geschuldet, so wurde im Wesentlichen bei Desktops und Notebooks der Umstieg auf W7 in den letzten Monaten ebenfalls vollzogen. Bei Smartphones und Tablets ist Android trotz der gern unterstellten Nähe zu den BigBrothers eher noch die Wahl als ein Apfelkonzern, der gar meint 68er nackte Brüste zensieren zu müssen. Darüber hinaus sind browserbasierte Anwendungen das Mittel der Wahl, wird ein wohl kommendes Firefox-OS bereits erwartet.

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Zurück zu Linux, der Notwendigkeit eines stabilen, praktikablen Backup nebst Dualboot etc.  Nicht zuletzt der Hinweis eines Kommentators hier auf der Website brachte das neue, das im Grunde Naheliegende zum Vorschein. Warum eigentlich ein Dualboot, wenn die Funktionalität doch einfacher über eine virtuelle Maschine (hier Linux) innerhalb eines Hostsystems (hier W7) zu adressieren wäre; nur mit dem Unterschied, dass dieser Kommentator eben Linux als Host und Windows als Gast einsetzt. Ok, nun eben anders herum, sollte mir das Fundament, sprich: der Host gut bekannt sein, wollte ich den Gast dann gern kennenlernen. Und ja, dass es so etwas wie "virtuelle Maschinen" gibt, das war mir zwar bekannt, habe es aber nie wirklich hinterfragt, mal praktisch angewendet.

Drei (oft konstenlos erhältliche) virtuelle Entwicklungs- und Laufzeitumgebungen sind nach ersten Recherchen aktuell wohl gängig. VirtualPC von Microsoft, VirtualBox von Oracle und VMware als Produkt bzw. Company mit verschiedenen mehr oder weniger den Profibereich adressierenden Paketen. Das System von Microsoft scheint etwas betagt, unterstützt nicht einmal USB und soll gemäß nachgelesener Testeindrücke etwas zickig gerade mit Linux umgehen. No way...

Oracles VirtualBox wurde von mir getestet, funktionierte auch, wenngleich ebenfalls etwas zickig, was je nach Linux-Variante (meinerseits wurde Ubuntu bzw. Mint verwendet) mal keinen Sound lieferte, die Grafik (Auflösung, Fenstergröße) nicht gut unterstützte oder auch sonst so manche Einschränkung bot, nicht sofort einen Netzwerkdrucker erkannte usw. Aber dass dies partiell besser gelöst werden kann, das wurde mir erst via VMware, dem dortigen VMware-Player (aktuell Version 6.xyz) etwas deutlicher. Nur dann -und einmal sozusagen Blut geleckt- stand plötzlich ein anderes Thema als Priorität im Raum...

"Windows XP nutzen - für immer" titelt VMware. Was interessiert mich da Linux; momentan jedenfalls. Neben XP vielleicht noch eine W7-Instanz virtuell nutzen und dann gar W8 darüber testen. Wenn da nicht die Affäre Snowden im Hinterkopf "vorsicht" signalisieren würde. Also erst einmal XP neu installieren, verschiedene Zustände sichern und auf einer blanken Basis wieder herstellen. Absolut easy bei so einem virtuellen System, und wie bereits via der virtuellen Linux-Installationen gelernt einfach das jeweilige Verzeichnis dann komplett sichern, wenn die virtuelle Instanz nicht mehr läuft. Natürlich, auch ein stückweit Nostalgie, aber so ein startendes XP hat mich beruflich wie privat für mehr als zehn Jahre begleitet; das ist beinahe Kult.

Vielleicht noch ein Wort zur Technik. 1,5 GB virtuellen Hauptspeicher sollte man XP schon gönnen, dazu eine 40GB große virtuelle Festplatte, welche dynamisch verwaltet, nur existiert, wenn das Gastsystem läuft; und dann gerade soviel Platz belegt, wie die Installation jeweils benötigt. Bei dem virtuellen XP wird unter VMware alle relevante Hardware erkannt, vom Netzwerk über die Grafik, den Sound und den Netzdrucker bis zu CD/DVD-Laufwerk und USB-Stick. Sinnvoll ist es, wenigstens ein Verzeichnis für die gemeinsame Nutzung mit dem Host zu definieren. Auch das Zusammenspiel von (virtuellem) XP-Fenster mit der W7-Hostumgebung bei Tastatur- und Mauseingaben ist intuitiv beherrschbar. Voraussetzung für optimale Funktionalität sind jedoch die sog. VMware-Tools, welche unter dem virtuellen XP sehr einfach, beinahe automatisch installiert werden. Für Linux -und hier liegt möglicherweise eine nicht unerhebliche Hürde- existieren zwar ebenfalls VMware-Tools, nur müssen sie nach dem Download kryptisch über eine Terminalfunktion in das virtuelle Linux eingehackt werden. Dazu aber möglicherweise mehr in einem anderen Blog.

Hier und abschließend mag lediglich konstatiert werden, dass die Partition für ein W7 als Host für mehrere virtuelle Maschinen dann doch etwas großzügiger ausfallen muss als bislang geplant. Die jetzige (lediglich) Basisinstallation von XP verwendet bereits gut 6GB, die von Linux-Mint mehr als 8GB. Wenn beide und halbwegs komplett installiert dann zusammen vielleicht 40GB benötigen, dann ist nicht mehr viel Platz für das Basissystem, soweit der W7-Host insgesamt nur 64GB bietet, die weiteren 64GB der SSD aktuell als Backup/Workarea partitioniert sind. Aufrüstung ist also angesagt und über meine derzeitige SSD darf sich ein anderer PC im Umfeld freuen.

 

Heute irgendwo gelesen

bzw. bin daran erinnert worden, dass der Support für XP am 08. April 2014 endet.

XP-forever! Bei mir natürlich unter VMware! Grafik, LAN, Sound, Drucker... alles funzt, wenngleich etwas langsamer als direkt auf der Hardware und ohne Emulation.

Wird also wieder Zeit, Windows-Update laufen zu lassen und auch Avira darf nach den aktuellen Updates suchen.

Und noch ein par Anpassungen vornehmen, Tools und Firefox-Addons zu installieren, die mir in den letzten Monaten so untergekommen sind, nützlich scheinen.

Dann die ganze Angelegenheit als weitere virtuelle Instanz (Verzeichnisstruktur) gesichert.

Habe mir mal Ende März in meinem Kalender für das finale Update (was Microsoft betrifft) vorgemerkt...

damit hast Du Dich nun endgültig als Spielkind geoutet,

was ich natürlich überhaupt nicht schlimm finde, im Gegenteil.
Allerdings sollte man eine SSD weder partitionieren, noch als Backup-Speicher verwenden, damit verschenkst Du nicht nur sämtliche Vorteile (Geschwindigkeit durch extrem kurze Zugriffs- und Lesezeiten) sondern verkürzt auch deren "Lebenszeit". SSDs müssen völlig anders organisiert werden als HDDs.
(z.B. muss der "Ruhezustand" bei Windows unbedingt ausgeschaltet, und dafür der Sleep-Modus aktiviert werden. Defragmentieren ist auch strengstens verboten! :-))

Ich empfehle für Deine Spielereien eher Wechselplatten, was bei einem Desktop-PC einfach durch Wechselrahmen möglich ist (im 5,25" oder 3,5" Schacht) beim Notebook schwieriger, wenn der Speicherschacht nur durch Schrauben zugänglich ist und das NB nur einen Festplattenschacht besitzt (viele 17" NB besitzen ja zwei).
Im letzten Fall könnte man dann beim Booten das Startlaufwerk auswählen.

Eine Alternative sind startfähige USB-Sticks, die ebenfalls beim Booten ausgewählt werden können, bzw. in der Bios-Einstellung als erstes Medium eingestellt werden, sodass von ihnen gebootet wird, falls sie eingesteckt sind.

Wie man jeden USB-Stick startfähig macht kann ich gerne mal hier aufzeigen, falls gewünscht.

"XP forever" ist der Titel

des Blogtextes hier; und nun also bitte nicht auf Nebenkriegsschauplätze ausweichen, Lernfragen stellen. Zum "Spielen" und gerade was Linux betrifft, da kommt "irgendwann" noch etwas.

zu einem solch wenig realistischen Titel

fällt mir jedenfalls überhaupt nichts ein, außer GÄHN vielleicht.

Ein Blog über die zunehmend erfolgreiche Politik Obamas hielte ich da für wesentlich sinnvoller.

Beim Gähnen übersehen?

Übersehen, dass der aktuelle VMware Player auch virtuelle W8-Instanzen anlegen und ausführen kann; damit prinzipbedingt ganz ohne TPM-Gedöns, Zwangsverdongelung etc. auskommt.

Wenn also nach meinen Erfahrungen (mit XP, mit Linux Mint sowie Ubuntu) die Integration von Windows als virtuelle Maschine unter einem W7-Host beinahe perfekt sich darstellt, die Performance ebenfalls gut ist; ja dann bin ich gern bereit mir W8.xyz im nächsten Jahr ebenfalls mal anzuschauen.

Und dann, soweit mit LTE verfügbar und die Preise weiter runter gehen, so könnte ich mir ein SurfacePro2 zulegen... Ansonsten bleibt man sich bei MS wohl treu, will das "normale" Surface neu auflegen, die nächste Milliarde versenken. Weil, wie ein Kommentator da schreibt, das Design und die Geschwindigkeit kaum das Problem sind. Weil jenseits der Newbees, die eh nichts anderes kennen und brauchen, ist gerade der (semi)professionelle Kunde auf gewisse Offenheit zu der bestehenden, bisherigen Windowswelt angewiesen. Und das bietet -wenn überhaupt- eben nur das "Pro". Link