30 Okt 2010

Vierte Gewalt 2.0

Submitted by ebertus

Bildmontage: Bernd Ebert

Natürlich, jeder hat so seine Erfahrungen, seine oft subtilen Methoden, sein "zwischen den Zeilen lesen" im Umgang mit den Medien;

vom medialen Mainstream als Instanz der Regierung, der systemkonformen Verlautbarung bis hin zu expliziten Infragestellungen eben dieser systemischen, gar alternativlosen Sachzwänge - heute in der Regel und wegen technischer, auch kostenseitiger Rahmenbedingungen eher internetbasiert.

 

Natürlich, alle Abo's seit Jahren schon gekündigt, alle früher regelmäßigen Käufe auf einen bestenfalls sporadischen Modus umgestellt, so liegt es doch in der Natur des Menschen, auch des Bildungsbürgers, sich möglichst umfassend zu informieren, selbst zu selektieren. Schon allein wegen diesem expliziten "selbst" kommen mir z.B. Apple-Produkte vorerst nicht in die engere Wahl; obwohl ein Apple-II damals, Anfang der 80er mein ganzer Stolz war...

Natürlich, die kleine Auswahl hier auf dem Eingangsbild stellt nicht die volle Breite dieser, meiner Informationsgewinnung dar, aber die grobe Linie sollte schon erkennbar sein. Im Zweifelsfalle "links" bis "leicht grün", dennoch die schnöden Fakten des Systems nicht vollkommen ausblendend. Die FTD kann man schon lesen (nicht nur wegen Lucas Zeise), und gerade die Wochenendausgaben (auch die der taz und der JW) sorgen immer mal wieder für einen dieser erwähnten, sporadischen Kaufimpulse.

Natürlich, via IT/EDV/TK-(vor)belastet ist der sporadische Kauf des c't-Magazins immer mal angesagt, weiterer Exemplare dieses Genres eher nicht - es sei denn, auf der beiliegenden DVD ist wirklich und substantiell etwas Brauchbares. Früher war die c't Pflichtlektüre, einmal im Monat; aber "früher" gab es noch nicht diese Möglichkeiten, sich via Internet und der entsprechenden Foren bzw. Communities auch schon mal Hilfe in Bezug auf spezielle Problemstellungen zu suchen - und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu finden; en passant gar noch Kontakte zu knüpfen.

Natürlich, und wieder zurück in den Dunstkreis von Politik und Gesellschaft. Ein Projekt verfolge ich nach wie vor mit Interesse, und dies ist "Der Freitag" des Jakob Augstein, dem Sohn des Spiegel-Gründers - soweit man "Sohn" nicht zu biologisch eng sehen wollte. Ebenfalls nur sporadisch auf meiner Agenda des Erwerbs von realem Papier ist der Freitag via Internet sowohl im redaktionellen Teil als auch von seiner Community her ohne Zweifel eine Bereicherung der Medienlandschaft, die im Mainstream und wie bereits gesagt, auch mit den ehemals linksliberalen Flaggschiffen eher zu einem Sprachrohr von Regierung und Neolieberalismus verkommt, bestenfalls Einzelprobleme thematisiert, nie die grundsätzlichen Fragen, gar die Systemfrage auch nur andeutungsweise stellt.

Natürlich, kein Link bis zu diesem Punkt; aber jetzt: Die taz macht auf Wikileaks und der Freitag thematisiert dies sofort. Das ist OK, sowohl als auch...

http://www.freitag.de/community/blogs/tom-strohschneider/nicht-laenger-g...