29 Jun 2012

Schweizer Alpenpässe - Next...

Submitted by ebertus

Vor einigen Wochen, bei der Rückkehr aus Italien, da waren diese Passagen noch gesperrt, der Schnee einfach zu hoch. Aufgeschoben ist jedoch bekanntlich nicht aufgehoben und so sind nunmehr der nordwärts weisende Grimselpass und vorher noch -aus östlicher Richtung kommend- der Furkapass Teil einer (geplanten) kleinen, aber feinen Tour.

Wie hier in einem anderen Beitrag im unteren Teil nachzulesen, waren Anfang Mai der Grimsel- wie der Furkapass wegen der Schneelage noch nicht befahrbar, ging es via der Furka-Autoverladung und den bereits offenen Operalppass in Richtung Chur; dann weiter über Feldkirch in Östereich nach Radolfzell am Bodensee. Gerade Feldkirch scheint mir nunmehr eine gute Ausgangsposition für die geplante Rundtour über die beiden genannten Pässe, diesmal im ersten Teil in entgegengesetzter Richtung. Somit also der Start in dem genannten Feldkirch, dann über Chur, den Oberalppass und danach Furka- und Grimselpass. Schlußendlich geht es dann in einem nördlich-östlichen Bogen wieder zurück nach Feldkirch.

 


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Vorher noch, am Sonntag den 01.07.2012 steht die Fahrt vom südlichen Bayerischen Wald (nahe Passau) zu diesem Gateway in Feldkirch an. Nach der Devise vom "der Weg ist das Ziel" und beinahe alle Zeit der Welt habend, so verläuft auch diese Tour primär abseits der Autobahn, obwohl dies in Deutschland -und entgegen der Schweiz bzw. Östereich- noch keine kostenrelevante Überlegung sei. Stramme 485 Kilometer und kaum Autobahn dabei. Somit bedeutet dies: früh aufstehen, bereits am Vorabend alles Relevante packen und der Erste am Frühstückstisch sein.

Feldkirch ist mir nur beiläufig bekannt. Das dortige BestWestern kenne ich aus beruflichen Zeiten und die Gegend ansonsten von der Durchreise, nicht zuletzt einer Tagestour zwischen dem etwas weiter nördlich gelegenen Bregenz und einem Domizil im mittleren Bayerischen Wald. Für die zwei Nächte nun von Sonntag auf Dienstag -man muss ja mal variieren- ist das Gasthaus Löwen mein Ziel, die reservierte Erholung nach der Tour über die Alpenpässe am Montag.

Feldkirch - 01.07.2012 / 17:01

Die Differenzen aus Abfahrt und Ankunft sind zu errechnen und irgendwie hat sich die Routenplanung von Google-Maps mit den genannten, weiter oben verlinkten 485 Kilometern erheblich vertan; glücklicherweise. Die konkret nun lediglich 467km, die Ankunftszeit von rund 17 Uhr sind ok, lassen dann doch ein gemütliches Abendessen zu. Und später gibt es Fußball, obwohl ich nicht so unbedingt ein Fan dieser Sportart bin. Aber der nette Flachbildschirm im Zimmer erfordert schon mal das wenigstens kurzzeitige Reinschauen. Das Hotel ist etwas verwinkelt, wohl mehrfach um- und angebaut und macht ansonsten einen etwas rustikalen Eindruck. Aber die Zimmer sind modern, sowohl das Bad als auch der Arbeitsbereich mit einem Schreibtisch. Im dem zugewiesenen Zimmer stand kein WLan zur Verfügung, jedoch war der Wechsel dann problemlos möglich. Wichtiger ist die Tour, das Wetter morgen...

 

Feldkirch - 02.07.2012 / gegen 08:00


Auf geht's, und das Wetter, der Blick vom Balkon des Gasthaus Löwen nach Osten in die Voralberger Alpen sieht ja schon recht gut aus; könnte bald noch besser werden. Leider ist dem nicht so, eher zieht es sich zu und ein leichter Nieselregen setzt ein. Erst die östereichische Bundesstraße 190 südwärts, die dann nach dem Grenzübergang Liechtenstein/Schweiz zur N28 wird. Das Schloß von Vaduz ist zu erkennen, bleibt dennoch links liegen.


Nichts von Belang ist von der weiteren Tour in Richtung Chur zu berichten, außer der Tatsache, dass die Straße teilweise extrem eng wird, an einer Stelle gar (beinahe) mitten durch einen Standort des Schweizer Bundesheeres verläuft. Durch und bis hinter Chur geht auf der N13 und dann auf die N19 in das lange Tal bis hoch zum Oberalppass. Die bekannten Skiorte Flims und Laax bleiben unbeachtet und das Wetter ist weiterhin durchwachsen. Bewölkung und leichter Regen wechselt mit sonnigen Abschnitten und immer mal zieht eine mehr oder weniger umfangreiche Kolonne von Bikern vorbei.


Dann geht es tiefer hinein in die Berge.


Ein Golfplatz darf auch in dieser Lage nicht fehlen, ehe es ab Disentis dann wirklich hoch hinauf geht. Die bei dem genannten Ort abzweigende N416 ist im Hinterkopf gespeichert, könnte irgendwann Teil einer späteren Tour südwärts werden.

Und dann natürlich die berühmten Schweizer Bergbahnen, hier immer in Sichtweite der Straße von Chur über den Oberalppass nach Andermatt. Erstaunlich, diese Strecken existierten bereits, als an Straßen in heutigem Sinne noch nicht zu denken war. Und sie sind mittlerweile wohl nahezu komplett elektrifiziert, werden auch im Winter bei Kälte und hohem Schnee weitestgehend in Betrieb gehalten - eine Herausforderung wohl für die Deutsche Bahn...

 


Dann ist die Passhöhe erreicht, ebenfalls leicht diesig aber dennoch mit halbwegs klaren Blick über den Gipfelsee hin zu der Straßen- und Bahntrasse als Galerie ausgeführt. Jeweils ein Video, zuerst von der Anfahrt und dann von der Abfahrt wollten hier beigefügt sein.


Es geht nun runter nach Andermatt und dann weiter in Richtung Furkapass. Der Furka- wie auch der sich dann nordwärts auf der geplanten Tour anschließende Grimselpass sind bereits seit einigen Wochen offen, daher hatte ich auf eine nochmalige Kontrolle morgens via Internet verzichtet. Ein Fehler wohl, denn kaum war Andermatt verlassen, so zeigte ein Schild am Straßenrand an, dass der Furkapass aktuell geschlossen ist; keine Ahnung warum...

Das Navigationssystem im Wagen hatte diese Information wohl ebenfalls, war meinerseits jedoch nicht registriert worden. Nun also erst mal rechts den nächsten Parkplatz angesteuert und genauer geschaut. Im Zweifel wäre auch das Notebook hochzufahren und -falls die, wenn auch teure UMTS-Verbindung gegeben-im Internet zu recherchieren. Schließlich gäbe es noch die Option, eine weitere, diesmal entgegengesetzte Fahrt via der Furka-Bahnverladung zu machen. Aber es kommt noch schlimmer, ist so ein modernes Navi wirklich nicht verkehrt. Zuerst also die schlechte Nachricht zu dem von Andermatt aus in rund zwanzig Kilometer Entfernung gelegenen Furkapass. Eine Sperre und ohne Erläuterung wohl nahe der Passhöhe und rechts angezeigt ist Realp, wo die Bahnverladung möglich wäre. Aber was ist das??? Wie links in der Navi-Anzeige zu sehen, so scheint möglicherweise auch der Grimselpass gesperrt. Also das Fadenkreuz näher heran gefahren und richtig: der Grimselpass ist ebenfalls gesperrt, diesmal wird der Grund angegeben: Steinschlag.

Tjaaa, damit hat sich auch die Idee der Bahnverladung erledigt, weil ohne den Grimselpass bliebe ab Obergoms nur die Fahrt weiter westwärts, was dann keine vernünftige Rückkehr nach Feldkirch ergeben würde. Nicht viel besser wäre die Route im südlichen Bogen über den Nufenenpass; ebenfalls mit gewissen Risiken behaftet. Noch in der Nähe von Andermatt parkend, überlegend, so gibt es eine weitere Alternative: Nordwärts auf der N2 parallel zur Autobahn hoch zum Vierwaldstätter See. Nördlich von Schwyz wird dann die ursprüngliche Route wieder erreicht, wie in der eingangs gezeigten Karte leicht nachvollziebar ist.

Nördlich von Andermatt liegt die historische Teufelsbrücke/schlucht, kommt gerade passend zum Video ein Zug ...


Straßenbrücke, Fußweg und historische, dennoch weiterhin befahrene Bahntrasse, alles in der engen Schlucht; und soweit bekannt, tief unten im Berg verläuft der Gotthardtunnel. Franzosenplatz, Russendenkmal und offensichtlich gab es hier jede Menge Metzeleien in früheren Zeiten.


Nun, heute ist es glücklicherweise nur noch die grandiose Landschaft, welche dort zu erleben, aus meiner Sicht gern zu erwandern und im Wortsinne zu erfahren ist. leider wird das Wetter jenseits der Schlucht wieder etwas schlechter, trübt die Sicht ein. Nun denn, gern sind derartige Strecken ein zweites Mal und dann entgegengesetzt zu bewältigen; es gibt immer wieder neue Perspektiven und auch von dieser Galeriedurchfahrt möge noch ein kleines Video folgen.


Die Rückfahrt, mit einer kleinen Rast beim Burger King (Kreditkartenzahlung mangels Schweizer Franken) gestaltete sich dann im oberen Teil noch angenehm, gerade auch die Passage am Vierwaltstättersee. Dann zog es sich doch etwas, mangels Aufmerksamkeit erheischender Eindrücke und die Fahrt auf teilweise sehr engen Landstraßen und Ortsdurchfahrten waren nicht unbedingt so prickelnd. Vielleicht sollte ich doch über eine Autobahn-Viginette nachdenken, gerade wenn es dann nur noch "heimwärts" gehen soll.

Ankunft, noch vor 18 Uhr ist das Hotel in Feldkirch wieder erreicht und die leicht zu errechnende Differenz via Reisecomputer ergibt nun lediglich 319 anstelle der ursprünglich geplanten 416 Kilometer über die genannten, leider -auch nun wieder- geschlossenen Pässe. Aber das ist wohl in Anbetracht der Umstände, des Wetters usw. vollkommen in Ordnung, wartet ein gemütliches Abendessen in der rustikalen Gaststube. Und der nächste Anlauf zu den genannten Passhöhen folgt; garantiert! Mitte bis Ende September diesen Jahres soll es schöne Tage dort geben - in echt...