22 Mai 2010

Micropayment kommt; vielleicht ...

Submitted by ebertus

Nach Kachingle nun Flattr, und Carta nutzt schon beide Systeme, während der Spiegelfechter wohl von kachingle auf Flattr umgestiegen ist; vielleicht. Für Micropayment ist die Zeit nun wohl wirklich gekommen, über lokale und/oder gruppenbezogene Akzeptanz hinaus. Und wo könnte dies nicht besser, nicht einfacher nicht quantitativ umfassender genutzt werden als im World Wide Web?

Natürlich sollte vorab die Intention der eigenen Teilnahme einer grundsätzlichen Analyse unterzogen werden, soweit man kein "early adopter" sein mag, nicht jedem Trend gleich hinterher laufen wollte. Will man (kann man überhaupt) eher spenden, eher empfangen, oder Beides halbwegs gleichwertig? Die beiden letzten Varianten sind ja sowieso nur umsetzbar, wen man ein eigenes Blog oder ein ähnliches Medium betreibt, und "Beides" dürfte bei größerer Verbreitung eher auf "linke Tasche, rechte Tasche" hinaus laufen, abzüglich der obligatorischen Gebühren nicht mal eine schwarze Null in der betriebswirtschaftlichen Bilanz der meisten Anbieter hinterlassen. Und überhaupt, es gibt logischerweise auch im historischen, medialen RealLife wesentlich mehr Konsumenten als Anbieter - auch wenn das Anbieten noch nie so einfach, so preisgünstig war wie heute.

Hier zur Einstimmung vielleicht, ein Interview mit Markus Beckedahl, doch schon einem Schwergewicht in der Bloggerszene. Zur Existenzsicherung taugt so ein Blog in keinem Fall, es transportiert bestenfalls den Namen, über diesen dann, soweit vorhanden, andere Fähigkeiten in bare Münze umgewandelt werden können. Und auch der eingangs genannte Spiegelfechter ist in der Szene bekannt, hat bereits vor mehr als einem Jahr mal zur Thematik reflektiert, für sich selbst wohl und auch generell. In jedem Fall war/ist dies recht fundiert und er hat sich damals dann wohl für kachingle entschieden.

Soweit, so kryptisch? Ehe es nun zu den Anforderungen, den Pro's und ggf. Con's gehen soll, zuerst eine kleine Einführung in Flattr mit entsprechenden Links zu den Original-Seiten der Betreiber. "Gefällt mir", "Dankeschön" sind die herausragenden Begriffe dieser Beschreibung. Denn im Gegensatz zu den in der Regel verlegerseitig favorisierten Paywalls als eine Art im Voraus zu bezahlende Black Box ist der Zugriff auf den Content grundsätzlich nicht beschränkt. man kann sich bedanken, muss es aber nicht, wird es bei der Fülle von Angeboten bestenfalls sehr selektiv tun. Vorausgesetzt schließlich, man hat das Prinzip verstanden und damit sein virtuell/reales Flattr-Konto im Blick und im Griff.

Nun also der etwas vertiefende Blick. Eine gute Anforderungsdefinition ist wichtig, die Bereiche Sicherheit sowie Transparenz sind dabei absolute Essentials. Und eine ausschließliche Zahlungsabwicklung via Paypal ist jenseitig; no go! Kritischer noch setzt sich das ebenfalls nicht ganz unbekannte Blog F!XMBR mit der Thematik auseinander, verlinkt dabei weiter, bleibt ansonsten jedoch kurz und knackig. Das ist legitim! Und genau so legitim, so verständlich ist es natürlich, sich dahingehend emotional, und mit philosophisch-literarischem Bezug sehr intensiv auseinander zu setzen.

Schließlich möge nochmals und mit einem sehr aktuellen Beitrag der Spiegelfechter zu Wort kommen. Die Analyse ist schlüssig, soweit man diese, seine Frage: "Warum wollen sich Blogs überhaupt monetarisieren?" in dem Sinne eines "ja, sie wollen - einige zumindest" beantworten möchte. Und der Spiegelfechter beantwortet sie dahingehend, dass er nun Flattr als das bereits weiter oben genannte "Dankeschön" bereit stellt.

Und nun, last but not least, der Griff an die eigene Nase. Als sehr interessierter Blog-Leser, dies mittlerweile wohl in größerem Umfang als bei den herkömmlichen Medien, als eher beta-phasiger Zauberlehrling und Blog-Betreiber, als Mensch mit einem bedingungslosen (Grund)Einkommen käme für mich ausschließlich die Variante des Spenders in Frage. Das Risiko ist begrenzt, langlaufende Knebelverträge sind nicht zu erwarten - zumindest und sicher auch langfristig nicht für die Spender. Falls also die Teilnahme "irgendwann" auch über ein hierzulande gängiges, normales Überweisungs- bzw. Lastschriftverfahren realisiert werden kann, steht der Teilnahme aus heutiger Sicht kaum noch etwas entgegen.