17 Mai 2011

Anbieterwechsel - Internet

Submitted by ebertus

Vor einiger Zeit, vor zwei Jahren vielleicht, wurde in unserer kleinere Wohnanlage das analoge TV-Kabel gegen die aktuelle Digitaltechnik ausgewechselt. Der Anbieter, Kabel Deutschland, möchte uns gar "kostenlos" einen Digitalreceiver zur Verfügung stellen, für die schöne, neue Welt der vielen hundert Programme, einzeln zu abonnieren oder in "gängigen" Paketen. Sorry, die Grundversorgung mittels DVB-T bzw. dem Analogkabel reicht(e) vollkommen, mittlerweile wurde selbst das verbliebene Fernsehgerät entsorgt, wird an die GEZ lediglich der anteilige Radiobeitrag überwiesen.

Interessanter wäre Internet (und Telefon) via Kabel gewesen, war aber zu der Zeit wohl auch technisch noch nicht so verbreitet, war nicht ohne ein wenigstens minimales TV-Abo zu bekommen. Das hat sich mittlerweile geändert und im Gegensatz zum fürsorgenden Staat, der uns ab 2013 wohl alle und via sog. Haushaltsabgabe mit gebührenpflichtigem Staatsfernsehen beglücken wollte, haben die Kabelnetzbetreiber den potentiellen Markt sehr schnell erkannt, bekommt man seit einiger Zeit wirklich attraktive Angebote ohne zwangsweises Kabelfernsehen. Der bisherige Vertrag mit der Firma 1&1 für Internet und Telefon wurde daher bereits Anfang des Jahres gekündigt, dessen Ende vom Anbieter für Anfang Juli 2011 bestätigt. Zeit also, sich nun konkret um eine Alternative zu bemühen, wenngleich eventuelle Probleme mit der Kommunikation nicht mehr so wirklich existentiell sind. Sowohl via Handy als auch mit dem UMTS-Stick ist Telefonieren und Surfen unterbrechungsfrei möglich; natürlich, die Kosten sind im Auge zu behalten.

Kabel Deutschland bietet aktuell einen - zumindest gut zu lesenden - Leistungsumfang, der nicht nur auf den ersten Blick günstiger erscheint, was 1&1 oder gar die Telekom selbst dahingehend bereit halten. Wie bei einem Freund, dessen Kabelinstallation in der Praxis gesehen, kann man das vorhandene Equipment, die Router/Switch/Telefonie-Infrastruktur ohne Probleme hinter dem vom Anbieter gestellten, von diesem installierten Kabelmodem weiter betreiben. Der zusätzliche Vorteil dieser Vorgehensweise liegt in der möglichen Parallelität, da das TV-Kabel vollkommen unabhängig ist, von der herkömmlichen Telefon/Internet-Verkabelung im Haus. Wer hat nicht schon mal die Gruselstorys gehört, wo es bei Kündigung, Anbieterwechsel etc. auf der Telekom-Trasse, dem sog. "Port" in der Verteilerstation zu Problemen kommt, der Endkunde dann plötzlich eine zeitlang "ohne" funktionierenden Anschluß bleibt.

Auf den ersten Blick in das Angebot von Kabel Deutschland (via 1&1 aktuell mit 16 Mbit/s sowie zwei Leitungen/Nummern für Telefon und Fax versehen) scheint die Variante mit 32 Mbit/s wohl sehr sinnvoll zu sein. Nominal doppelt so schnell im Down- wie im Upload, ebenfalls zwei Telefonleitungen und gar noch preisgünstiger, im ersten Jahr sogar wesentlich günstiger gegenüber der 34,99 Euro, die aktuell pro Monat bei 1&1 fällig werden. Ok, dieses "komische" Sicherheitspaket sollte sofort gekündigt werden und das sog. Bereitstellungsentgelt wird durch den Online-Bonus mehr als ausgeglichen. Den kostenlosen Router darf man mir gern mitliefern, aber wegen der vorhandenen Geräteausstattung ist dies eher ein "nice to have"; ggf. zum Verschenken. Schon einen Blick wert, nach zwölf Monaten kostenfrei zu reduzieren - und natürlich zum Anfüttern - ist die im ersten Jahr preisgleiche Variante mit 100 Mbit/s.

Und da läuft mir doch kürzlich dieser teltarif-Beitrag über den Weg, den Bildschirm. Die dort beschriebenen Vorarbeiten darf man "hier" getrost überspringen, der entsprechende Schaltschrank sowie die erforderlichen Digitaldose(n) sind bereits vorhanden und aktiv. Es geht mir außerdem, da kein Film- oder Musikdownloader, im Grunde auch nicht um die eher theoretischen 100 Mbit/s im Downstream, eher um den damit einhergehenden Upload von 6 Mbit/s. Früher war das nicht so wichtig, der ggf. hochzuladende Mailanhang dauerte eben etwas länger bei die Übertragung. Heute gehen die Anforderungen (auch meine) ein Stück weit darüber hinaus. Der eigenen Server im Keller war ja bereits eine zeitlang in Betrieb; unter dem 1 Mbit/s Upload eines 16er dSL eben mehr schlecht als recht. Heute werden die zwei "eigenen" Websites zwar extern gehostet, aber ein jederzeit verfügbares, vom Internet erreichbares Fallback (im Keller) wäre nicht schlecht. Konkreter noch ist mittlerweile die Nutzung von externem Plattenplatz und verschiedener FTP-Connects, als zusätzliche Laufwerke und via "Netdrive" eingebunden. Die von Kabel Deutschland bei der 100er Variante ausgelobten 6 Mbit/s an Upload könnten da schon beinahe richtiges LAN-Feeling erzeugen.

OK, Anfang Juni wird das bestellt, wahrscheinlich gar die 100er Variante. Und bei einer Vertragslaufzeit von lediglich zwölf Monaten und auf separater Leitung sollte nicht soviel schief gehen.