5 Okt 2013

Linux, Backup die Dritte

Submitted by ebertus

Nein, eine komplette und pflegeleichte Lösung für das Backup&Restore von Windows und Linux unter einem Dualboot nebst Bootmanager kann ich immer noch nicht bieten. Aber es geht voran, wobei manchmal auch der Zufall hilft, dahingehend im Grunde Selbstverständliches dann sichtbar macht.

Zur Virtualisierung und speziell unter VMware wurde bereits ein Blogtext eingestellt, dort jedoch und was Linux angeht lediglich auf einen weiteren, kommenden Beitrag verwiesen. Nun also... Neben XP als virtuelle Maschine unter W7 als Basis wurden von mir auch drei virtuelle Linuxmaschinen eingerichtet. Drei, weil neben LinuxMint und Ubuntu (welches ich vom look&feel nicht wirklich mag) nach einiger Recherche auch Debian7 testweise zum Einsatz kam. Das Schöne an derartigen virtuellen Maschinen, diese eben virtuellen Testumgebungen zu nutzen und ohne mit dem ansonsten notwendigen Partitionshandling eines realen Multibootsystems konfrontiert zu werden.

Debian ist ein eher serverorientiertes Linux, bietet in der Grundausführung eine schlichte Oberfläche und bereits die Installationsroutine ist beinahe ein Traum für Administratoren. Die gerade für Serverfunktionen notwendigen Tools (Webserver, SQL etc.) können gleich mit eingebunden werden. In meinem konkreten Falle der virtuellen Maschine fragt Debian während der Installation, ob der Bootloader in den Masterbootrecord (MBR) der ersten Bootplatte eingetragen werden solle und bietet gleich noch eine kleine Tabelle an, wo es sonst noch möglich wäre. Da die virtuelle Maschine in meinem Falle, im Normalfall nur eine Partition besitzt, ist die Antwort klar, sprich: natürlich in den MBR; war die "Frage" aber dann der Anstoß zum neu Überdenken.

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In dem auf meinem Test-PC installierten, realen Dualbootsystem existieren (mindestens) zwei Partitionen. In der ersten liegt das recoverte und bereits lauffähige W7 und in die zweite, während der Installation angelegte kommt dann Linux (nebst Swap als dritte Partition). Nun stellt sich die "Frage" der Debian-Installationsroutine schon konkreter. Wenn ich jetzt sage, dass der Bootloader in den MBR eingetragen werden soll, dann erscheint beim Reboot dieser (komische) Linux-Bootloader, welcher Windows als weitere Option mit einbezieht und darüber startbar macht. Nicht wirklich befriedigend, bin dahingehend vielleicht etwas verwöhnt und verwende bislang für das Starten zweier verschiedenen Windowsversionen (W7/XP) das für den privaten Einsatz kostenlose, mit diversen Optionen konfigurierbare Boot-Us als Bootmanager. Aber dies erkannte das Linux auf der zweiten Partition überhaupt nicht...

Wenn ich der Debian-Installationsroutine jedoch sage, dass der Bootloader in die zweite, die Linuxpartition geschrieben werden soll, dann warnt mich das schlaue Tool mit dem Hinweis, dass Linux von dort ohne einen geeigneten Bootmanager im MBR nicht startbar sein wird. Also, gesagt getan, den Bootloader in die zweite Partition geschrieben und beim Reboot startet Windows wie gewohnt, Linux ist verschwunden. Aber nun, bei Aktivierung von Boot-US aus Windows heraus erkennt das Tool die Linuxpartition und bietet an diese wahlweise zu starten; mit allen Optionen wie Passwortschutz, gegenseitiges Verstecken etc. Anders herum, wenn der Linux-Bootmanager doch im MBR liegen soll, man damit zufrieden ist, so mag das ebenfalls ausreichend sein. Bei einem Backup&Recovery (außer via dem nerdigen Clonezilla) wird der MBR für das Dualboot jedoch nicht restauriert. Hier bietet sich nun das von mir neu entdeckte, von der Live-CD startbare Tool namens Rescatux an. Die separaten Partitionen (Windows bzw. Linux) einfach -beispielsweise mit Paragon gesichert und später restored. Dann erkennt Rescatux diese Installationen und bietet an, den MBR dahingehend zu restaurieren. Leider nur den MBR, ein Restaurieren des Linux-Bootloaders auf einer anderen, der zweiten Partition beispielsweise ist mir bislang nicht gelungen. Da bleibt wohl irgendwann wirklich nur der Hack via dem Linux-Terminal.

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Stand der Dinge unter Boot-US: Auf dem Test-PC mit einer 128GB SSD als Bootplatte ist nun das beschriebene Dualbootsystem mit W7 (80GB) in der ersten, LinuxMint in der zweiten (nebst Swap in der dritten) Partition installiert. Eine zweite, herkömmliche 2,5'' SATA-Platte von 160GB und im gleichen Adapter wie die SSD für den 3,5'' Einschub montiert, sorgt für die nötige Work/Temp-Area. Alles andere liegt auf dem externen NAS. Wichtig zu wissen: Auch Mint bietet die Option, den Bootloader eben nicht in den MBR sondern in eine andere Partition zu schreiben. Nur muss man -und im Gegensatz zu Debian- das dazu gehörige Optionsmenü aktiv anwählen und dann die notwendigen Einträge machen, Einstellungen vornehmen.

Auf dem produktiven PC ist eine 256GB SSD mit Adapter im 3,5'' Schacht eingebaut. Für W7 in der ersten und die Work/Temp-Area in der zweiten Partition sind je 100GB reserviert, LinuxDebian liegt auf der dritten (nebst Swap in der vierten) Partition. Alles andere und wie gehabt auf dem 2TB NAS. Interessant dabei, sowohl Mint wie auch Debian haben das NAS im lokalen Netz sofort erkannt, können darauf lesen und schreiben.

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Im Zusammenhang mit der sog. Snowden Affäre wurde (auch hier im Blog) über den amerikanischen Mailanbieter Lavabit berichtet. Bei heise-security werden nun Detail genannt, mit folgenden Zitaten garniert:

"Die wichtigste Lehre aus den Vorgängen beim E-Mail-Provider Lavabit ist, dass man der Verschlüsselung amerikanischer Dienst-Anbieter nicht mehr vertrauen kann. Das ist nun keine Vermutung übereifriger Verschwörungstheoretiker mehr, sondern ein von einem Gericht dokumentierter Fakt."

"Übertragen Sie dies auf Ihren Cloud-Anbieter: Sie müssen ab sofort davon ausgehen, dass er keines seiner Versprechen in Bezug auf Sicherheit der an ihn gesendeten oder bei ihm gelagerten Daten mehr halten kann. Im Zweifelsfall haben US-Behördern sogar schon jetzt die Schlüssel, um Zugriff auf all diese Daten zu erhalten. Ich bin jetzt sehr gespannt, wie Microsoft, Amazon, Google, Apple & Co darauf reagieren."


Ergo und bei Ausweitung von "amerikanisch" auf die sog. Five Eyes: Der (zumindest perspektivische) Umstieg auf Linux kann nur einer der notwendigen Schritte und Maßnahmen sein. Über andere, möglichst lokale Dienstleister und Tools, deren praktischen Einsatz wurde bereits berichtet, wird dahingehend Weiteres folgen müssen. W7 wird (für mich) das letzte, produktiv genutzte Windows sein und nach den ersten Erfahrungen gerade mit Debian, mit virtuellen Maschinen könnte der Rat eines Kommentators hier im Blog sogar exakt und nicht nur -wie bislang angedacht- spiegelbildlich (mit W7 als Master) Wirklichkeit werden.

Sprich: LinuxDebian wird der reale, physische Master, also der sog. Gastgeber einer PC-Installation und XP, W7, W8.xy (feel free) werden als virtuelle Gastsysteme genutzt, soweit noch irgendwie notwendig.