4 Feb 2011

Propaganda GAP

Submitted by ebertus

Gerade gelesen, ein toller Begriff, der von dem "Propaganda Gap", erinnert etwas an das Propagandamodell des Noam Chomsky, von mir immer mal erwähnt. Der sog. XXL-Aufschwung ist sicher real, nur eben nicht für die Masse der Menschen. Deren eher bescheidene Nettoeinkommen stagnieren bestenfalls, sinken in der Regel und (Zwangs)Abgaben flankieren den Aderlass. Aktuelle Beispiele gefällig, und/oder das Klagen auf hohem Niveau?

# Ein mir bekannter, angestellter Betriebswirt hat ab der Januarabrechnung 2011 fünf Euro weniger im Netto. Auszuhalten, isoliert betrachtet.

# Ein mir bekannter Ruheständler hat ab Januar 2011 acht Euro weniger an Pension. Auszuhalten, isoliert betrachtet.

# Beide genannte Personen haben außerdem zeitnah eine Mieterhöhung von 30 Euro erhalten. Schon weniger auszuhalten; und eben nicht mehr isoliert betrachtet.

# Praxisgebühr, (angekündigte) Krankenkassen-Zuzahlungen, die vergangene Mehrwertsteuer-Anhebung und sonstige, diverse Preiserhöhungen etc. ergeben darüber hinaus ein substantielles Weniger an Netto.

Wo soll es auch her kommen, bei den in Quantität und negativer Qualität zunehmenden, prekären Arbeits- und Einkommensverhältnissen? Wer sich also nicht subprimen lassen wollte, die XXL-Propaganda ignoriert, den Lauf im Konsumhamsterrad so weit als möglich vermeidet, wer eben nicht irgendwann das Heer derer noch weiter vergrößern wollte, die Privatinsolvenz anmelden (müssten), der wird sich auf der bekannten Bedürfnispyramide zunehmend sockelnah orientieren. So ging und geht das weiter - seit einem Jahrzehnt bereits, wie der folgende Telepolis-Artikel (ebenfalls incl. GAP, einem "silent GAP") dies erläutert:

http://www.heise.de/tp/blogs/8/149202

Noch konkreter und bezogen auf das "irgendwie" von den Reallöhnen abhängige Konsumverhalten - gerade in Deutschland - macht dies der informative Blog nanens "Querschüsse" deutlich:

http://www.querschuesse.de/eine-weitere-marchenstunde/