2 Apr 2011

Rest in peace

Submitted by ebertus

Es war zu erwarten, und im Gegensatz zu den anderen, den mit Sicherheit folgenden Kandidaten ist nun wohl die Geduld, die Leidensschwelle der Investoren, der beiden Eigentümer überschritten; keine Aussicht auf Besserung, nirgends.

Für die Frankfurter Rundschau ist im beinahe prophezeihenden Wortsinne die letzte Runde eingeläutet. Als vorerst noch mittelgroßes Lokalblatt, deren verbliebene Abonnenten nun wohl noch weiter zusammenschmelzen werden. Die Klientel, das Milieu bricht weg, ebenso wie die Wähler und Mitglieder der SPD, einer der beiden hinter der FR stehenden Eigentümer.

Und damit ist zum Niedergang schon beinahe alles gesagt, jenseits von den immer gern angeführten, wegbrechenden Anzeigenerlösen wegen der Konkurrenz des Internet. Dies gilt für alle klassischen Medien gleichermaßen, nicht nur für ehemals sog. "linken" Zeitungen und Zeitschriften.

Ein letzer Punkt vielleicht - eben auch und insbesondere bei den (ehemals) linksliberalen Medien - ist das Fehlen jeglicher Visionen und Perspektiven. Das System an sich ist sakrosankt, es herrscht der alternativlose Sachzwang, der Kaninchenblick auf die Schlange. Und jedes Nachdenken über die Zukunft, jenseits der neoliberalen Heilslehre kommt unter Generalverdacht; sofort und gern auch als vorauseilende Selbstzensur.

Alternativen? Mit Einschränkungen! Inhaltlich sowie aus Sicht des Geschäftsmodells.