6 Jun 2011

Vom Schwarzfahren

Submitted by ebertus

und dem "Erschleichen von Leistungen". Der im Hamsterrad laufende Konsument und Leistungsträger, der verrohende Mittelschichtler wendet sich mit Grausen. Nicht wirklich neue "Kopf-ab" Fantasien sind gefragt; wenigstens das (kalifornische) lebenslänglich via diesem "three strikes and you're out" wäre für die Delinquenten angebracht, oder?

Netter Beitrag im Tagesspiegel und gar noch an den ökonomischen Pragmatismus appelierend. Grundsätzliche Fragestellungen bleiben (nahezu) aussen vor, sowohl die nach dem (überwiegenden) sozialen Status der Schwarzfahrer, als auch die generelle Frage, wem öffentlicher Nahverkehr im Grunde nutzt. Warum Falschparker „vom Unrechtsgehalt ähnlich“, vollkommen anders behandelt werden ist als Fragestellung schon interessant, sollte vertieft werden.

Und der letzte Absatz dieses launigen Tagesspiegel-Textes ist der Bringer, sollte den rechtschaffenden Steuerzahler schon zum Hypervetilieren veranlassen. Beugehaft für die Unwilligen, die Unfähigen. Aber was, wenn es immer mehr Unfähige werden? Was, wenn alle Repression die einfachen Wahrheiten nicht verdecken kann? Was, wenn "irgendwann" und vollkommen überraschend zu konstatieren ist:

"Wer viel hat, der hat auch viel zu verlieren" - vice versa...

Btw. und wie man schon mal lesen kann, werden in den USA, wo prozentual wesentlich mehr Menschen inhaftiert sind als hierzulande, die sog. Kleinkriminellen aus Kostengründen mittlerweile recht flott wieder entlassen. OK, da gibts ja auch diese "gated communities", müssen die Leistungsträger eben selbst aufrüsten.

 

Nachtrag I (07.06.2011/06:40):

Bei Entstehung dieses Beitrages gestern abend auf dem eigenen Blog waren unter dem Tagesspiegel-Text noch keine Kommentare vorhanden. Nun jedoch zeigt sich bereits "des Volkes Stimme" ...

 

Nachtrag II/ (07.06.2011/21:15):

50 Verfahren pro Tag, das ist doch was, oder? Behandeln wie "falsch parken" wäre da wirklich noch die realitätsnahe Lösungsvariante, ein Ansatz wenigstens. Die CDU hat keinerlei Lösung, außer wohl dem "D'ruffhauen" und die FDP fordert Zugangssperren, das wäre sicher gut für die Klientel der Partei, müsste nur "irgendwie" finanziert werden. Kaufen und sparen, tolles Motto...