8 Jun 2010

Schade, sie wäre ein Symbol, nicht nur Zählkandidat

Submitted by ebertus

Aber Daniela Dahn hat wohl selbst abgesagt, wäre aus meiner Sicht zu vermuten. Die nun und zumindest medial favorisierte Luc Jochimsen ist zwar aus der Distanz gesehen vielleicht bekannter, eher aber auf der pragmatischen, der rein westdeutschen Schiene, dem bundesrepublikanisch gefühlten, bei Jochimsen natürlich real erwartbarem Lebensgefühl zu verorten.

Schade, wie gesagt. Das letzte Buch von Daniela Dahn habe ich (als Wessi) gelesen, mich auch sonst mit ihrer Vita etwas beschäftigt. Ein Symbol, vielleicht etwas introvertiert, aber dennoch ein wirkliches Kontrastprogramm zu dem, der "einer von uns" sein wollte, nein sollte. Im Grunde hat die FDJ-Sek. das vollkommen vergaukelt, vergeigt, wäre doch der auf Schröders Spuren wandelnde Agenda-Gauck die Chance gewesen, eine sich vom Tatort, von ihren Taten klammheimlich entfernende SPD (samt grünem Anhang) nun wieder an diesem formalem Mithampeln am Katzentisch zu beteiligen; im Sinne einer alles einschließenden, alles verzeihenden Staatsraison, versteht sich! So bleibt mir, bleibt uns im realen leben nur noch Georg Schramm, chancenlos ebenfalls, aber immerhin mit satirischem Klartext.

Gut, den (virtuellen) Merkel-Schwiegersohn und sicher bibeltreuen Sachverwalter aus Niedersachsen, den habe ich bislang überhaupt nicht erwähnt. Und das bleibt so, ist wohl auch gut so ...

 

 

An Martin Pöttner,

unter Anderem auch über Daniela Dahn:

http://www.einspruch.org/community/node/79

Mein Kommentar dort als "Gast":

Danke für den SZ-Link, der war mir wohl untergegangen oder (wie nicht neu) von der SZ eher nur versteckt gesendet. Das letzte Buch von Frau Dahn habe ich gelesen, (soweit es mir als Wessi möglich war) verstanden und kann es in weiten Teilen nur bestätigend nachvollziehen.

Ansonsten wäre ich natürlich auch eher mit Gauck einverstanden, schreibt er bzw. seine Person, seine Denke (und falls gewählt) doch die vor rund zwanzig Jahren untergegangene DDR - und den begleitenden "kalten Krieg" für die nächsten fünf bis ggf. zehn Jahre fort. Medialer Dank auch von dieser Stelle, das gibt stetigen Enthüllungs- und Entrüstungsnachschub. OK, war ja vice versa bis in die 70er bezüglich der Nazigrößen ebenfalls ein wechselweise dankbares Thema. Und die verbliebene Agenda-SPD hat von dieser Seite erst mal den Rücken frei; gar Rückendeckung für jede "sonstige", natürlich staatstragende Koalition.

Wenn "denen" da mal die reale Entwicklung das schöne Kartenhaus nicht zum Einsturz bringt ...