10 Mai 2011

Anbieterwechsel - Strom

Submitted by ebertus

Man sollte, man wird ja noch darüber nachdenken dürfen. Einige haben es bereits vollzogen, andere ignorieren "das" insgesamt und vollumfänglich und manche überlegen zumindest, gar halbwegs strukturiert und auch schon mal sehr konkret. Zu den letzteren also wollte ich mich zählen und hier gleich mal einige Gedanken, gar Thesen niederschreiben.

Der Wechsel ist, zumindest was man so darüber lesen kann, mittlerweile ähnlich einfach wie es damals, nach der Freigabe, der Wechsel des Telefonanbieters war. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind vorhanden und bei einem gut geplanten Umstieg sollte es keine Probleme geben, ebenfalls keine Phase ganz ohne Strom. Und da Strom - im Gegensatz zu eventuell mal schlechten, besetzten Telefonverbindungen und über das hierzulande gängige 230V/50Hz hinaus auch noch andere, sehr konkret definierte, physikalische Eigenschaften besitz, kann es auch keinen guten oder schlechten Strom geben; wohl auch keinen explizit "gelben". Mehr noch, der bisherige, lokale Anbieter liefert in der Regel weiterhin und über die vorhandene Infrastruktur den Strom ins Haus bis eben zu "seinem" Zähler. Und es gibt bei einem mehrfamilienhaus auch weiterhin lediglich und ohne jegliche, technische Modifikation die eine, vorhandene Stromleitung, unabhängig davon, über welchen Anbieter die einzelnen Parteien dann den Strombezug abrechnen.

Aus dem Vorgenannten ergibt sich daher, dass der Begriff vom Atomstrom, oder vom Ökostrom lediglich auf die Erzeugung bezogen werden kann, einmal in das Netz, das deutschlandweite oder gar europaweite Netz eingespeist ist es eben Strom, physikalisch exakt definiert. Wenn nun der Erzeuger von Strom nicht auch gleichzeitig der Herr der Leitungen ist - wie es ja klassisch oft so war, so muss der Hersteller, soweit er mit dem Endkunden ein Vertragsverhältnis eingeht, an den Besitzer der Infrastruktur für diese Nutzung Gebühren bezahlen. Dieses Procedere und auch dessen Kostenhöhe ist gesetzlich geregelt und damit jenseits dessen, was der Endkunde zu definieren, zu entscheiden hat. Nun mag es neben den Erzeugern und den Infrastrukturbetreiber noch eine dritte Gruppe geben, welche das ggf. überregionale Management betreibt. Gerade im Bereich von sog. Ökostrom gibt es viele kleinere Erzeuger, für die es sich nicht lohnt, ein ensprechendes Management zu betreiben. Genau hier liegt aber auch eine erhebliche Gefahr für den Endkunden, weil die entsprechende Vertragsgestaltung, salopp gesagt, sehr einseitig zu ungunsten eben dieses Endkunden darstellen kann. Die folgenden Thesen, die "go's und no go's" auch und gerade aus ökologischer Sicht mögen dies verdeutlichen:

 

# Keine Verträge mit Vorab-Einmalzahlungen

# Keine Verträge mit Vorauszahlungen über einen monatlichen Abschlag hinaus

# Keine Verträge, die hohen, gesteigerten Verbrauch "belohnen"

# Auf das Verhältnis von Grundpreis (monatlich) und Verbrauchspreis (je KW/H) achten

# Keine langen Vertragslaufzeiten eingehen; abhängig natürlich von der pers. Situation

# Keinen Anbieter wählen, der von wenigen Großkunden abhängig sein könnte

# Keinen Anbieter wählen, dessen Strombezug (Erzeugung) nicht eindeutig bekannt ist

 

Schlußendlich und aus ökologischer Sicht werden die Kosten für den Strombezug eher höher ausfallen, als unter den, von jeglichem "Restrisiko" freigestellten, weiterhin ohne sicheres Endlager operierenden Atomkonzernen. Die eigene, letzte Stromrechnung bereitgehalten, einen Taschenrechner und den Schreibblock etc. ebenfalls, so kann es dann losgehen mit dem Recherchieren, dem Nachrechnen. Ein guter Einstieg scheint mir dabei diese Seite zu sein. Der Klick auf einen der vier dort empfohlenen Anbieter bringt die jeweiligen, die wesentlichen (Vertrags)Bedingungen hervor und bei Bedarf kann auch auf die Website des gewählten Anbieters verzweigt werden. Entsprechende Online-Formulare für den Wechsel stehen ebenfalls zur Verfügung; aber...Doch erst einmal noch überlegen, nachrechnen, sich bewußt werden, dass es hierbei nicht wirklich um die schlußendlich aus der Steckdose kommende Produktqualität in bemerkbarem, engeren Sinne geht. Nein, es geht wohl primär um das Verinnerlichen dessen, dass man mit dieser Entscheidung Farbe bekennt, einen wenn auch minimalen Druck erzeugt für den Wandel, soweit die Entscheidung frei und finanziell tragbar ist.

Ok, das sollte also noch im Mai 2011 passieren, dieser Wechsel; und zu wem?

 

Nachtrag 18.05.11 - und bitte nicht so...

Teldafax ist mir nicht unbedingt so absolut positiv aus den Wildwesttagen der Telekommunikationsfreigabe und später in Zusammenhang mit Handyverträgen in Erinnerung.

In diesem FR-Beitrag werden Vorauszahlungen als eine Art legales Schneeballsystem bezeichnet. Nun, wer da gleich für ein Jahr im voraus bezahlt, den vermeintlich günstigen Preis nutzen wollte, der sollte das Gehirn nicht vollkommen ausschalten.