7 Jun 2013

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Submitted by ebertus

Die Frage ist, gerade im Lichte der aktuellen Berichterstattung, einer bestenfalls in dieser offensichtlich bereits gängigen Größenordnung überraschenden Datensammlung der Obama-Administration: vor wem wir mehr Angst haben, in abwehrender Bereitschaft stehen sollten. Who is Who? Wer hat das ultimativ-negative Potential? Vor wem müssen wir uns primär und sehr aktiv schützen?

Vor den medial gern gehypten (Cyber)Kriminellen in ihrem schändlichen Tun?

Vor denen, die uns ausschließlich als möglichst gläserne Konsumenten betrachten?

Vor dem fürsorgenden Staat, der uns alle als potentielle Terroristen ansieht?

 

Meine Reihenfolge ist relativ klar. So reicht für die Abwehr von privatwirtschaftlich orientierter Kriminalität in der Regel der gesunde Menschenverstand, ist ansonsten gegen schnöde Gewalt manchmal wenig zu tun. Das mit dem Status als möglichst williger Konsument ist schon schwieriger, weil dabei dieses subjektiv ohne Zweifel vorhandene Interesse an einer gewissen Gegenleistung durchaus überwiegen, den Blick trüben kann. In beiden Fällen gibt es jedoch mehr oder weniger umfangreiche rechtliche Regularien, welche der Staat und seine Organe derzeit zumindest noch ein Stück weit durchsetzen (können).

Wo der Mensch, wo wir fast alle beinahe hilflos sind, das ist der nach wie vor und jetzt immer offener erkennbare, perfide fürsorgende (Rechts)Staat, da er nicht nur -und zunehmend im Geheimen- agieren kann, sondern weil der Staat sich den dafür notwendigen rechtlichen und faktischen Rahmen gleich selbst geben darf; sprich, die Legislative, die Exekutive und im Grunde auch die hehre, angeblich blinde Judikative sind lediglich "puppets on a string", an den Fäden der Mächtigen, der Herrschenden.

Bescheidene Maßnahmen, dem zu widerstehen wurden hier im Blog immer mal wieder thematisiert und aktuell werden auch beim Freitag unter meiner, aber ansonsten eher resonanzarmen Teilnahme die grundsätzlichen Fragestellungen angesprochen. @MCMAC  bricht im Nachgang zur dortigen Paywall- bzw. Werbeblockerthematik eine Lanze für Linux; einer Alternative, der ich durchaus positiv, wenngleich grundsätzlicher gegenüber stehe, wie in meinem Kommentar dort angedeutet. @FrankR dagegen fragt nach den/seinen Daten, wo sie sind und (implizit) mehr noch, ob sie den vor fremden Zugriff sicher sind. Ein Thema, was mich und plattformübergreifend ebenfalls immer wieder beschäftigt. Mein auch dort beim Freitag eingestellter Blog zu technisch-administrativen Fragen eines Paywall sei hier der Vollständigkeit halber ebenfalls genannt.

Aktuell -und gern Asche auf mein Haupt als (noch weitgehender) Windows User- ist der gesicherte USB-Stick (Truecrypt/AES-256) für mich mit Daten und Programmen nur unter Windows (XP/W7), gar nur mit Administrationsrechten verfügbar. Zu Googles Android hatte/habe ich noch nicht wirklich Vertrauen und nach der aktuellen Berichterstattung könnte dieses notwendige (Vertauen) gar auf Apple-Niveau sinken. Microsoft ist mit Sicherheit keinen Deut besser, aber hier kenne ich einen wesentlichen Teil, auch und gerade der Interna, verwende mir vertraute Tools, die bislang noch keine wirkliche Schwäche zeigten und im Wesentlichen, ihrer Funktion nach als transparent angesehen werden können.

Sich die zukünftig notwendige Mobilität und Flexibilität nicht mit falschen Kompromissen, mit Abstrichen an Datenschutz und Vertraulichkeit zu erkaufen, das scheint mir die andauernde und mit Sicherheit weiter zunehmende Aufgabe wider dem (gerade) Staat und seinen Institutionen, seinen in der Regel willfährigen politisch-medialen Protagonisten zu sein.