15 Sep 2013

Bull run

Submitted by ebertus

Weil andere, familiäre Rahmenbedingungen Priorität hatten, so war -und im Gegensatz zu den letzten Jahren- meine Teilnahme bei der schon beinahe traditionellen Berliner "Freiheit statt Angst" Demo leider nicht möglich. Dennoch hier und damit zeitnah eine kleine Notiz, meinerseits bereits ein Stück weit umgesetzte Handlungsanweisung.

"Es wird nun langsam Zeit, dem Silicon Valley Lebewohl zu sagen und alternative IT-Umgebungen aufzubauen" schreibt Markus Kompa und vergleicht uns Vollidioten mit denen dort vor den Stieren, beim Bullenrennen in Spanien. Nein, dieser Begriff vom Vollidiot sollte schon richtig verstanden werden, auch wenn es manchmal kein Bullenrennen, sondern der bequeme goldene Käfig ist, der uns zu gläubigen Idioten des Silicon Valley (im übertragenen Sinne und ganz pauschal) machen kann.

Dieses "Think global, act local" ist natürlich ein alter Hut, nicht auf meinem Mist gewachsen und dennoch immer wieder neu zu entdecken. Die Ausspäh- und Überwachungsmaßnahmen auch unter blauäugiger Duldung, gar Beteiligung der deutschen Regierung(en) ist einerseits natürlich eine Kriegserklärung an das eigene Volk, eine Pervertierung jeglicher westlich-demokratischer, gar positiv konnotierter Ideologie (wenn es diese überhaupt jemals gab), ist andererseits und nicht nur als Notlösung zu verstehen ein Aufruf bzw. ein Anlass für die Etablierung von Parallelgesellschaften. Dahingehende Erfahrungen der Ex-DDR (und noch ganz ohne Internet), aber auch die des Widerstandes in den sog. Schurkenstaaten werden unter den aktuellen Bedingungen neu substantiiert und weiter ausgebaut werden müssen. 

Ohne Frage..., die Infrastruktur des Internet sowie die Entwicklung von Hard- und Software, das ist nach wie vor in der Hand weniger, überwiegend nordamerikanisch dominierter BigPlayer. Aber die Mathematik guter Verschlüsselungsverfahren können auch diese nicht übergehen, wie kürzlich von Bruce Schneier und Phil Zimmermann beispielsweise zu lesen war. Big Brother jedweder Couler ist primär darauf angewiesen, sich die notwendigen Schlüssel entweder "irgendwie" und auch mit entsprechender krimineller Energie zu beschaffen oder von den BigPlayern gleich die entsprechenden Hintertüren in die Systeme einbauen zu lassen.

Was noch sicher ist, ein guter, wenngleich auch bereits relativ spezifischer Artikel vertieft diesen vorgenannten Sachverhalt. Einfacher und praktikabler für den Normalanwender ist neben einem sensiblen Augenmerk auf verwendete Keys, Codes und Passwörter die Nutzung entsprechender Tools von kleinen, gern eben auch lokalen Firmen und Organisationen sowie von anerkannter Opensource. Der Aufwand für BigBrother wird dann kaum noch zu treiben, zu bezahlen sein und die Gefahr einer Entdeckung dieses Tuns dürfte stark steigen, wenn statt der wenigen Großen dann viele, viele Kleine überwacht und kompromittiert werden müssen. Zu vermuten ist außerdem -angelesen, nicht auf meinem Mist gewachsen- dass sich a) zunehmend neue, kleine Startups etablieren werden, welche die auf der Hand liegende Problematik adressieren sowie b) Firmen und Organisationen genau diese Angebote dann zunehmend nachfragen werden.

Nicht viel könnte man meinen und dennoch wohl recht wirkungsvoll, soweit zunehmend flächendeckend eingesetzt. Dezentrale Aktivitäten auf der individuellen, der Grassroots-Ebene sind für die Großen, die Mächtigen nur schwer zu kontrollieren oder gar zu beeinflussen, wie nicht zuletzt der globale und gewaltfreie, der zunehmende Erfolg von BDS gegen die israelische Besatzungspolitik zeigt.

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Und ja, eine Auflistung der aus meiner Sicht empfehlenswerten Provider, Systeme, Tools und Verfahren wird bei Gelegenheit folgen.

wie naiv ist das denn?

damit meine ich nicht den an den Haaren herbei gezogenen "Erfolg" in Sachen BDS, sondern die implizierte Empfehlung für Linux & CO.
Dabei ist es doch gerade diese OS-Plattform, die sämtliche Einbruchswerkzeuge und Ausspähprogramme einschließlich Quellcode für jedermann gleich mitliefert.

Und die Anleitungen zum Einbruch in fremde Netze gibt es natürlich auch Online: http://j.mp/18ioyVc
(nur als Beispiel für die zunehmend verwendeten WLan-Netze)

Wer also "Linux-Nachbarn" in WLan-Reichweite hat, sollte sich das gut durchlesen.

Bull shit wäre vielleicht der bessere Titel.

Ist das noch Phobie?

oder bereits reale Panik wegen dem (partiell zumindest) erwartbaren Niedergang von Microsoft?

Mal abgesehen von einer inhaltlich hier weniger relevanten, lediglich der Grassroots-Philosophie gewidmeten Beispielsthematik wie BDS. Wo habe ich denn im Blog und auch nur implizit Linux empfohlen? Wohl ganz im Gegenteil, in anderen Blogs und Kommentaren immer wieder postuliert, dass (für mich) "W7pro" auf stationären Maschinen, auf Net/Note/Ultrabooks bis gut 2020 das Betriebssystem der Wahl ist. Vorausgesetzt, dass dahingehend keine weiteren Schweinereien, konkrete Enthüllungen zu Backdoors ala Qutlook und Skype erfolgen.

Linux ist natürlich ein substantielles Thema, ebenso OpenSource. Zu Linux btw. habe ich mich im Übrigen entschlossen, dem Ratschlag von @Marc (hier in einem anderen Blog) zu folgen, wenngleich spiegelverkehrt. Das Dualbootmenü mit einem voreingestellten Start von Linux sowie die bislang nur "um die Ecke" realisierbaren Backup-Prozeduren haben mich nach einiger Recherche dazu gebracht nun eben Linux in einer virtuellen Maschine unter W7 zu betreiben. Stay tuned...

weder noch, mir fällt nur das zwanghafte Bashing auf,

bei dem von Dir zitierten McMac noch mehr als an Dir oder dem Rechtsanwalt und Piraten Markus Kompa, dessen defekten Link ich hier mal korrigiere: http://j.mp/167mcru und der sich mit seiner Parteilichkeit nicht gerade glaubwürdig verhält.