Afghanistan

Abzugspanik

Rette sich, wer (bezahlen) kann; und Frankreich hat sich bereits für diese Variante entschieden. Krokodilstränen werden nun vergossen, die ökonomische Seite der zunehmend panischen Absetzbewegung in den Vordergrund gestellt. Nur, was haben wir, was haben unsere Führer dort gesucht? Was, außer der zugegebenen, weltweiten Verteidigung unserer Wirtschaftsinteressen?

And it's 1,2,3 what are we fighting for?

Der letzte Helicopter ...

Zehn Jahre in Afghanistan, zehn Jahre in einem Krieg der lange nicht so genannt werden durfte, gemäß Köhler-Doktrin und im Geiste der Struckschen Vorgabe lediglich zur Verteidigung unserer - sicher legitimen - Wirtschaftsinteressen geführt wird. Zehn Jahre Nation-Building, zehn Jahre Brunnen bohren, zehn Jahre neue Kreuzzüge; und kein bisschen weise(r).

Vom Durchhalten

Die letzten Tage des Mai 2011 war geprägt vom Kämpfen und Sterben in Afghanistan. Sinnlos, wie von Beginn an, aber immer den schlußendlichen Sieg vor Augen, weil man sich ja auf der richtigen Seite wähnt. Die zweite Maihälfte war ebenfalls geprägt von dem regierungsamtlichen Postulat, zukünftig noch intensiver und in jedem Falle weltweit die eigenen (Wirtschafts)interessen mit jeder dazu notwendigen, militärischen Gewalt durchsetzen zu wollen.

Jenseits der Trauer

Freude ist in Zusammenhang mit dem Tod von Menschen keine Reaktion, welche der Ethik, der christlich-abendländischen Leitkultur innewohnt, selbst wenn diese Freude von einer führenden, politischen Repräsentantin erst kürzlich und sehr selektiv artikuliert wurde. Das anschließende Erkennen eines Parteifreundes auf "Mittelalter", ob dieser Äußerung sei die eher angemessene Antwort und sittlich gebotene Verortung derartiger "Freude".

WEHRET DEN ANFÄNGEN: DIE "ELITE", DIE GEFÄHRLICH IST!

Die Väter der Bundeswehr mit Graf Baudissin an der Spitze, hatten sich bemüht, eine Armee zu installieren, die als „Parlamentsarmee“ offen dem Bundestag unterstellt war, rechenschaftspflichtig. Ein weiterer Eckpfeiler war der „Bürger in Uniform“ sowie, klar, die Wehrpflicht.

Ein Beitrag von Ruganer

Märchenstunde vs. Kunst

Ende Januar wird eine breite Mehrheit als DDR-gemäße, sehr große Koalition im deutschen Bundestag für die Fortsetzung des Isaf-Mandats in Afghanistan votieren. Eine kritische Auseinandersetzung findet nicht statt. Schlimmer noch, im Vorfeld und zur Einstimmung der am Straßenrand jubelnden Bevölkerung werden neue, alte Formen der Verabschiedung der tapferen Kämpfer mit mit Tschingderassabum zelebriert.

Marlene im Fronttheater

Als heute die ersten Meldungen aus Afghanistan über die jüngste Guttenberg-Show auf uns Medienbürger herabrieselten, da musste ich spontan an Oskar Matzerath denken. Nein, diesmal nicht an die Szene mit Maria und dem Brausepulver sondern an das Fronttheater. Sind wir schon wieder soweit? Müssen telegene, extrovertierte Menschen incl. dem sie begleitenden Schowmaster dort - und für die Heimat - das Fronttheater aufführen? Ist das bereits wieder so ernst oder wird aus dem vielfältigen Leid die mediale Gaudi extrahiert?

Kindermund tut Wahrheit kund,

und der mediale Mainstream fordert die Entlassung, sprich Bestrafung des Kindes. Vor einigen Monaten noch war dieser McChrystal ein neuer Hoffnungsträger der großen Meinungslautsprecher, auch hierzulande. Endlich sollten die Weichen dort in Afghanistan zum Positiven gestellt werden, die "neue" Strategie ein Vietnam 2.0 verhindern. Er wird kommen, dieser Vietnam-Reload, diesmal (vielleicht) unter dem anderen Hoffnungsträger mit absolut zielführenden Namen: Bushama!